Bobenheim-Roxheim RHEINPFALZ Plus Artikel Horsch mol hi: Mundart-Band arbeitet an neuem Album

Die Band Horsch mol hi (von links): Stephan Scholz, Jonathan Graber, David Hällmeyer und Klaus Luckert.
Die Band Horsch mol hi (von links): Stephan Scholz, Jonathan Graber, David Hällmeyer und Klaus Luckert.

Horsch mol hi arbeiten am nächsten Album voller Akustik-Rock mit Texten in pfälzischer Mundart. Das könnte für die Band aus Bobenheim-Roxheim den Durchbruch bedeuten – knapp zehn Jahre nach ihrem ersten Auftritt.

„Erwachsener“ seien die Lieder geworden, sagt Stephan Scholz, der Songschreiber. Früher, in der Anfangszeit, sei es um Party, Feiern und Mädchen gegangen. Jetzt haben die Musiker Familien gegründet, sind auch mit anderen Themen beschäftigt. Vom vorigen Album ist das Stück „Du bischd moin Held“ schon ein Beispiel für ernstere Themen. Da geht es um Rettungskräfte und ihre Einsätze und Bereitschaft, rund um die Uhr für andere da zu sein. Inspiriert wurde Scholz zu diesem Lied von seinem Bruder, der Rettungssanitäter ist. Zum Lied hat die Band ein Video gemacht, und das wurde im vergangenen Jahr mit dem Bürgermedienpreis des Landes ausgezeichnet.

Eines der neuen Lieder hat Scholz seinem Sohn gewidmet, der 2021 geboren wurde. Das Lied hat Scholz während der Pandemie geschrieben, als die Musiker sich nur online treffen konnten. Da kam der Song bei seinen Mitmusikern so gut an, dass er jetzt zum Repertoire gehört.

„Aus dem Leben“

Das nächste Album soll zwölf Songs „aus dem Leben“ umfassen. Die Ausgangsidee kommt meist von Scholz. „Manchmal singe ich eine Melodie auf mein Handy und schreibe dann später Akkorde und Text, manchmal habe ich schon Themen, zu denen ich ein Lied machen will, und suche dann nach der passenden Musik“, erklärt der Songschreiber. Aber im weiteren Verlauf ist dann auch der Rest der Band beteiligt. Das ist David Hällmeyer, der singt und Cajon (eine Kastentrommel) spielt und mit dem Scholz auch im Duo auftritt. Dann gehören noch Jonathan Graber dazu, der zweite Stimme singt und manchmal Hällmeyer am Cajon vertritt. Den Bass spielt Klaus Luckert.

Entstanden ist Horsch mol hi, als Scholz und Hällmeyer bei einer Geburtstagsfeier zusammenspielten. 2015 gab es dann den ersten Auftritt auf der Beindersheimer Kerwe. Aufgenommen werden die Songs im 3Stromland-Studio in Frankenthal bei Dirk Hoffmann. Das ist rekordverdächtig klein, der Aufnahmeraum ist nicht viel größer als eine Übekabine für einen einzelnen Musiker. Und es wird auch immer nur einer aufgenommen. Dank digitaler Technik ist es möglich, zuerst das Grundgerüst des Songs aufzunehmen und dann nach und nach die weiteren Spuren dazu einzuspielen. Und da kommen beim nächsten Album einige Überraschungen dazu. Unter anderem spielt ein Freund mit, der Cello und Trompete beisteuert. Den Namen will Scholz noch nicht verraten. Erstmals ist auch ein Song von Bassist Klaus Luckert dabei. „Ich hatte den 40 Jahre in der Schublade liegen und erst vor kurzem wieder entdeckt“, erzählt das älteste Bandmitglied. Die anderen Musiker fanden Musik und Text gut, und dann haben alle gemeinsam den Song „horschmolisiert“, wie Luckert lachend lagt. Der Groove wurde etwas flotter, ein Keyboard kam dazu. Und der Titel „Es muss weiter gehe“ sei ja heute erst recht wieder aktuell, meint Luckert.

Veröffentlichung Ende des Jahres

Das neue Album, das voraussichtlich im Herbst oder Winter erscheinen soll, ist kein Projekt zum Geldverdienen. „Mit Plattenverkäufen wird man nicht mehr reich, so ein Album ist eher eine Art Visitenkarte, mit der man seinen Sound und seinen Stil präsentieren kann“, sagt Scholz. Die Band lebt vielmehr von Auftritten. „Wir spielen alles außer Beerdigungen“, sagt Scholz. Wobei letztes nur daran liegt, dass es noch keine Anfrage gab. Ansonsten ist die Band vor allem auf Weinfesten und Partys zu hören, wo der akustische Mundart-Rock bestens ankommt. Stilistisch gibt es im Programm ein breites Spektrum, von Rock und Reggae über Balladen und sogar mal Hip Hop – selbstverständlich immer „uff pälzisch“. Der SWR hat schon über die Band berichtet, und in der Sendung „Kaffee oder Tee“ sind die Jungs live aufgetreten. Beides kann man auf ihrem Youtube-Kanal sehen, den man über die Suche „Horsch mol hi“ leicht findet. Live zu hören ist die Band auf dem Strohhutfest: am Samstag, 1. Juni, ab 19 Uhr auf der Hauptbühne.

Im Netz

Die bisherigen CDs und weitere Informationen gibt es auf der Band-Webseite www.horschmolhi.de.

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