Frankenthal RHEINPFALZ Plus Artikel Heilige Dreifaltigkeit verabschiedet Pfarrer Stefan Mühl

Hatte am Ende des Gottesdienstes viele Hände zu schütteln: Pfarrer Stefan Mühl.
Hatte am Ende des Gottesdienstes viele Hände zu schütteln: Pfarrer Stefan Mühl.

In einem bewegenden gut zweieinhalbstündigen Gottesdienst hat sich die Pfarrei Heilige Dreifaltigkeit am Sonntag in der voll besetzten Ludwigskirche von ihrem Leitenden Pfarrer Stefan Mühl verabschiedet und ihm für sein pastorales Wirken in den zurückliegenden zwölf Jahren gedankt.

Der scheidende Seelsorger, der nach einer Sabbatzeit am 1. Dezember eine neue Aufgabe in der Pfarrei Heilige Edith Stein in Schifferstadt übernimmt, lüftete zu Beginn seiner Predigt ein kleines Geheimnis, das sich auf sein Autokennzeichen FT-MP 201 bezieht. Die Buchstaben stünden für „Father's Territory – My Project“. An den Ziffern fehle eine Null, um den Beginn seiner Frankenthaler Zeit 2010 zu dokumentieren. Er habe sich bemüht, am Projekt des Reiches Gottes mitzuwirken, das nicht identisch mit der Kirche sei, betonte Mühl. Es gelte, die derzeitigen Hindernisse zu überwinden, damit die Kirche wieder an der Seite der Menschen stehe.

„Wir müssen ehrlich und ungeschminkt auf die Realität schauen“, unterstrich der Geistliche. Reformen seien dringend erforderlich, der Synodale Weg müsse Änderungen anstoßen. Mit Blick auf die Pfarrei stellte Mühl fest, dass das Gemeinschaftsgefühl seit 2016 gewachsen sei. „Kleine Gemeinden können es auf Dauer nicht schaffen.“ Um als Kirche zukunftsfähig zu sein, müssten große Wege gegangen werden. „Wir müssen uns einmischen, damit es gerecht und menschenfreundlich zugeht.“

Von Wechsel überrascht

Pfarreiratsvorsitzender Theo Wieder machte in seinen Dankesworten keinen Hehl daraus, dass er zunächst geschockt gewesen sei, als er im Mai vom Wechsel Mühls nach Schifferstadt erfahren habe. „Damit habe ich nicht ansatzweise gerechnet.“ Die in dem Lied „Die Sache Jesu braucht Begeisterte“ zum Ausdruck kommende Kernbotschaft lasse sich auch auf Stefan Mühl übertragen. Er habe große Empathie für Menschen und deren Probleme gezeigt. Bisweilen sei aus dem leitenden allerdings ein leidender Pfarrer geworden. Sein Wirken habe in Frankenthal Spuren hinterlassen. „Stefan Mühl ist ein Mensch, der für seine Ziele nach Wegen sucht und dabei viel erreicht.“ Warum er ausgerechnet nach Schifferstadt wechsele, erschließe sich nicht ganz. Die Umstellung vom Strohhut- aufs Rettichfest sei zumindest sehr gewöhnungsbedürftig, fand Wieder.

Der Dank für eine erfüllte gemeinsame Zeit, aber auch Wehmut bestimmten diesen Tag, sagte Oberbürgermeister Martin Hebich (CDU). Für Pfarrer Mühl, der auch für gelebte Ökumene in der Stadt stehe, seien es zwölf prägende Jahre gewesen. Die Zahl Zwölf, die in der Bibel 160 Mal vorkomme, stehe für Vollständigkeit. Überkommene Vorstellungen in der Kirche zu überwinden, sei dem Seelsorger ein Herzensanliegen gewesen.

Emotionale Videobotschaften

Die große Wertschätzung, die Stefan Mühl insbesondere bei der jungen Generation genießt, kam durch die Präsenz von mehr als 80 Messdienern zum Ausdruck. In überaus ausführlichen und zum Teil sehr emotionalen Videobotschaften haben sie Lebewohl gesagt und sich insbesondere für die unvergessenen Freizeiten und Zeltlager bedankt.

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