Meinung
Hausärztinnen im Medizinzentrum: Ein verheißungsvoller Start
Jetzt lasst uns erst mal loslegen und während des Hürdenlaufs im Gesundheitswesen schauen, wo und mit wem wir wachsen können. Diese Nüchternheit empfahl Direktor Andor Toth denjenigen im Betriebsausschuss für das Medizinische Versorgungszentrum (MVZ), deren Fantasien aufblühten beim Blick auf das neue Hausarztmodell, das im Sommer in dem Gesundheitszentrum am Stadtrand gestartet werden soll. Zwei Internistinnen haben von sich aus angeklopft, als sie von der Erweiterung des medizinischen Spektrums an der Schnittstelle zwischen ambulanter und stationärer Versorgung gehört haben. Jetzt haben sie eingeschlagen, zeitlich zunächst limitiert, aber immerhin.
Toths vornehme Zurückhaltung ist verständlich, schließlich tritt der kaufmännische Direktor einer insgesamt nicht auf Rosen gebetteten kommunalen Einrichtung in Vorleistung und trägt das volle unternehmerische Risiko für den Modellversuch. Wenn seine Rechnung aufgeht und genug Patienten kommen, ist die medizinische Grundversorgung in der Region entzerrt, die Stadt wird ihrem Anspruch, Daseinsvorsorge aktiv zu gestalten gerecht – und das MVZ macht tatsächlich noch einen operativen Gewinn dabei. Das ist doch schon mal ein aussichtsreicher Start.
