FRANKENTHAL Haller: Stadt und Kreis sollten zusammenarbeiten

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Frankenthal und der nördliche Rhein-Pfalz-Kreis sollten mit Unterstützung des Landes einen gemeinsamen Kinderschutzdienst aufbauen. Das hat der SPD-Landtagsabgeordnete und parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Landtagsfraktion Martin Haller (Lambsheim) gefordert.

„Die Corona-Pandemie trifft vor allem auch die Kleinsten und Schwächsten in unserer Gesellschaft – unsere Kinder“, begründet der Sozialdemokrat seine Initiative. So habe eine Studie der Technischen Universität (TU) München im Sommer 2020 zu Folgen der strengen Kontaktbeschränkungen gezeigt, dass dann, wenn Familien akute finanzielle Sorgen hatten oder sich in Quarantäne befanden, etwa zehn Prozent der Kinder „körperliche Gewalt“ erlebten. Die Studie beruht nach Angaben der TU auf einer repräsentativen Befragung von rund 3800 Frauen im Alter zwischen 18 und 65 Jahren.

„Die Zahlen sind erschreckend und alarmierend“, erklärt Haller dazu. Auch wenn die Lage in Rheinland-Pfalz besser sei als im bundesweiten Durchschnitt, müsse man „überlegen, was wir zusätzlich gegen die Gewalt machen können“. Insofern biete es sich an, die Strukturen des Kinderschutzdienstes zu verbessern.

Im Nordkreis kooperieren

Bisher ist die Caritas mit Kinderschutzdiensten in Speyer und Frankenthal für die jeweiligen Stadtgebiete aktiv; für den Rhein-Pfalz-Kreis gibt es nur eine Beratungsstelle in Limburgerhof. Sinnvoll wäre nach Hallers Ansicht eine Zusammenarbeit zwischen Frankenthal, dem Rhein-Pfalz-Kreis und den Kommunen im nördlichen Kreisgebiet, sprich: Verbandsgemeinde (VG) Maxdorf, VG Lambsheim-Heßheim und Bobenheim-Roxheim. Das wäre dann „ein Gebiet mit 80- bis 90.000 Einwohnern“, das künftig koordiniert bearbeitet werden könnte.

Haller möchte mit den angesprochenen Kommunen Gespräche führen und bei den kommunalen Ratsgremien für seine Initiative werben. „Zuschüsse für bis zu zwei Fachkräfte sowie Zuschüsse für entsprechende Fortbildungsangebote“ wären vom Land Rheinland-Pfalz zu erwarten, erklärt der Sozialdemokrat. Mit Staatssekretärin Christiane Rohleder vom Ministerium für Familie, Frauen, Jugend, Integration und Verbraucherschutz in Mainz habe er bereits gesprochen, berichtet Haller. Sein Fazit: „Bei entsprechenden Signalen vor Ort kann man sich eine Förderung vorstellen.“ Da bei entsprechender Bereitschaft der Kommunen dann noch einiges vorzubereiten wäre, könnte man für die Umsetzung „perspektivisch das Jahr 2022 in den Blick nehmen“.

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