Frankenthal
Frankenthal: OB Hebich nennt Eckdaten zu Plänen der Baugesellschaft im Pilgerpfad
Zumindest ein paar Eckdaten zu dem Projekt hatte Oberbürgermeister Martin Hebich (CDU) zur Anfrage seiner Parteifreunde im Stadtrat am vergangenen Donnerstag parat. Demnach gehen die Erweiterungspläne für die der Baugesellschaft Frankenthal gehörenden Wohnimmobilien im Albrecht-Dürer-Ring auf die Jahre 2015 beziehungsweise 2016 zurück. In beiden Fällen war und ist ein Anbau am Ostende der bestehenden Gebäuderiegel vorgesehen. Direkter Nachbar ist das am Jakobsplatz gelegene Ökumenische Gemeindezentrum.
Hebich schilderte für die Vorhaben der Baugesellschaft die jeweilige Entwicklung, die schließlich nach diversen Umplanungen in der Erteilung von Baugenehmigungen im vergangenen Jahr gemündet sei. Detaillierter habe man bisher nicht informieren können, weil es um ein „privates Bauvorhaben“ gehe. Zur Erinnerung: Mitte Februar – beim zweiten Treffen zwischen Bewohnern des Pilgerpfads, der Verwaltung und dem Investor, der an der Nordseite des Jakobsplatzes bauen möchte – hatte die Chefin des städtischen Fachbereichs Planen und Bauen mit derselben Argumentation nähere Angaben zum Projekt der Baugesellschaft abgelehnt.
Anbauten sollen schrumpfen
Der OB gab sich im Stadtrat in seiner Antwort auf die CDU-Anfrage nun etwas verbindlicher: Er kündigte an, die Stadt werde Kontakt mit der Baugesellschaft aufnehmen, damit diese beim nächsten Treffen innerhalb des Bürgerbeteiligungsprozesses ihre Pläne vorstelle. Er wolle vor diesem Hintergrund größtmögliche Transparenz hinbekommen; dies gehe aber nur mit Einwilligung des Eigentümers, betonte Hebich.
Nach seiner Darstellung seien die Pläne seit den ersten Überlegungen vor knapp fünf Jahren inzwischen geschrumpft. Ein Anbau falle knapp sieben Meter kürzer aus, beide Erweiterungen sollen statt rund zwölf Meter Firsthöhe inklusive Flachdach nur noch etwa neun Meter hoch werden. Der Abstand zum benachbarten Gemeindezentrum wachse um etwa fünfeinhalb Meter, erklärte Oberbürgermeister Hebich.
Bindert: Vorstellung wichtig
CDU-Fraktionssprecherin Gabriele Bindert hatte die Anfrage ihrer Partei mit der Forderung nach Transparenz von Vertretern der inzwischen im Pilgerpfad gegründeten Bürgerinitiative und der Nähe zum Ökumenischen Gemeindezentrum begründet. Sie wisse, Bauanträge seien laufendes Geschäft der Verwaltung. „Im vorliegenden Fall scheint es uns aber doch wichtig, diese Pläne einmal vorzustellen“, sagte Bindert. Die wichtigsten Fragen dabei aus ihrer Sicht: „Was für ein Baukörper ist geplant, wie fügt er sich ein?“
Der Hintergrund: Ende November hatte der Mannheimer Investor Pro Concept im Planungs- und Umweltausschuss Pläne für einen erweiterten Einkaufsmarkt an der Nordseite des Jakobsplatzes vorgestellt, die auch den Bau eines Hochhauses mit 22 und eines weiteren Komplexes mit acht Stockwerken vorgesehen hatten. Diese Variante hat der Projektentwickler bei dem bereits erwähnten Treffen im Februar erst einmal zurückgezogen. Nach großem Widerstand aus dem Wohnviertel hatte die Stadtverwaltung im Dezember entschieden, die Zukunft des Jakobsplatzes im Rahmen eines Beteiligungsprozesses mit den Bürgern gemeinsam zu besprechen. Das Ziel: Bis zum Sommer soll ein von allen Beteiligten akzeptierter Bebauungsvorschlag vorliegen.
FWG-Fraktionssprecher Jesko Piana merkte mit Blick auf das Vorhaben der Baugesellschaft an, dass eine offensivere Art der Öffentlichkeitsarbeit Missverständnisse vermeiden könne. Die Diskussion wäre vielleicht nicht aufgekommen, „wenn man nicht so ein Mysterium daraus gemacht hätte“.
Einwurf: Das reicht nicht
Dass er vorerst nicht mehr Informationen preisgeben könne, hat laut Oberbürgermeister Martin Hebich vor allem einen Grund: Die Pläne der Baugesellschaft Frankenthal westlich des Jakobsplatzes seien das Projekt eines privaten Bauherrn. Richtig ist: Die Baugesellschaft hat die Rechtsform einer GmbH. Richtig ist aber auch: Die Baugesellschaft gehört zu einem guten Viertel der Stadt und darüber hinaus den Stadtwerken Heidenheim – sie ist also öffentlich dominiert. Insofern dürfen die Bürger mit Bezug auf Vorhaben dieses Unternehmens mehr Transparenz erwarten als bei anderen Investoren. Ein paar dürre Rahmendaten reichen leider nicht.