Frankenthal RHEINPFALZ Plus Artikel Frankenthal: Investor zieht seine Pläne für den Pilgerpfad vorerst zurück

Von diesem Entwurf hat sich Pro Concept verabschiedet, bauen will der Investor nach eigenen Angaben trotzdem – auch in die Höhe.
Von diesem Entwurf hat sich Pro Concept verabschiedet, bauen will der Investor nach eigenen Angaben trotzdem – auch in die Höhe.

Der Mannheimer Investor Pro Concept hat seine ursprünglichen Pläne für den Bau zweier Hochhäuser nördlich des Jakobsplatzes zurückgezogen. Darüber informierte Marika Denzer, Leiterin des städtischen Fachbereichs Bauen und Wohnen, nach dem zweiten Treffen zwischen Vertretern der Bürgerinitiative, des Projektentwicklers und der Verwaltung am Dienstag.

Der Beschluss zur Aufstellung eines Bebauungsplans, der den Bau zweier Hochhäuser, eins davon mit mehr als 20 Stockwerken, am Nordrand des Jakobsplatzes ermöglichen sollte, war nach den massiven Protesten vor der dafür vorgesehenen Stadtratssitzung im Dezember zurückgestellt worden. Die damit verknüpften Pläne hat Pro Concept nun zurückgezogen – vorerst. Denn bauen will der Projektentwickler auf dem Areal nach wie vor, auch in die Höhe, wie der Vertreter von Pro Concept, Awes Khan, am Dienstag betonte. Zusätzliche Wohnbebauung lehnten die anwesenden Vertreter der Ende Januar gegründeten Bürgerinitiative aber weiter komplett ab. Trotz unterschiedlicher Ansichten bei diesem Kernpunkt zeigten sich alle Parteien im Anschluss an die Sitzung am Dienstag im Ökumenischen Gemeindezentrum optimistisch, Lösungen finden zu können.

Weitere Genehmigung erteilt

Fachbereichsleiterin Marika Denzer räumte auf Nachfrage ein, dass die Baugenehmigung für ein weiteres Projekt erteilt sei, das die Baugesellschaft Frankenthal direkt an der Westseite der Jakobuskirche errichten will. Es seien in diesem Bereich weitere private Bauprojekte geplant. Welche Dimension das Vorhaben der Baugesellschaft hat, darüber wollte Denzer nicht sprechen, sondern zuerst den Kontakt mit dem Investor suchen. Eine Baugenehmigung lasse sich ja unter Umständen zurückziehen, reagierte sie auf die Nachfrage von Pfarrer Carsten Schulze, ob dann nicht alles schon klar sei. Ein solcher Rückzug könnte laut Denzer aber Kosten für die Stadt verursachen. Die Kirchengemeinde fürchtet, dass ihr Gebäude durch Großprojekte im wahrsten Wortsinn in den Schatten gestellt werden könnte.

Denzer stellte für den Pilgerpfad, ähnlich wie kürzlich für die Innenstadt vorgestellt, die Möglichkeit eines städtebaulichen Förderprogramms in den Raum. Damit könnte dann das gesamte Umfeld unter besonderen Bedingungen und mit finanziellen Anreizen verbessert werden. Allerdings seien, um ein solches Programm genehmigt zu bekommen, das Zusammentragen ganz vieler Aspekte und eine Prüfung des Bedarfs nötig.

Einstieg in Konzeptarbeit

Beim zweiten Treffen innerhalb des von der Stadt organisierten Bürgerbeteiligungsprozesses für den Jakobsplatz ist die Gruppe mit dem externen Moderator Sven Fries in die Konzeptarbeit eingestiegen, in die Breite gegangen. Es sollten Wünsche und Vorstellungen für verschiedene Bereiche ermittelt werden und in weiteren Gesprächen verschiedene Aspekte mit Fachleuten diskutiert werden. Dabei hätten Teilnehmer soziale Aspekte ebenso angesprochen wie das Einzelhandelskonzept. Auch ans Überarbeiten der Grünanlagen könne gedacht werden, sagte Denzer.

Bei einem Gespräch am Ende der Sitzung dankte Oberbürgermeister Martin Hebich (CDU) den Bürgern und Pro-Concept-Vertreter Khan für das bisher gezeigte Engagement. Es sei sehr erfreulich, dass die Bürger ihre Erfahrungen in die Planungen einbrächten, um eine ganzheitliche Betrachtung des Pilgerpfads in Angriff nehmen zu können. „Wir haben erkannt, wir müssen mehr in die Breite und Tiefe gehen, wenn es um ihr Wohnumfeld geht“, so der OB. Die Stadt müsse besser kommunizieren; dies passiere schon und werde auch in Zukunft beachtet. „Wichtig ist, dass wir bei den Gesprächen auf Augenhöhe Verständnis für die jeweilige Gegenseite entwickeln. Auch wenn wir unterschiedlicher Meinung sind.“

Investor räumt Fehler ein

Awes Khan räumte ein, dass man sich vor der Präsentation des ersten, nur als Vorschlag gedachten Entwurfs Ende November zu wenig Gedanken gemacht habe, was man damit auslösen könne. Er resümierte, dass es zwei Strömungen unter den Bürgern gebe: eine, die gegen den Bau der Hochhäuser und eine weitere Wohnbebauung sei. „Der gehöre ich nicht an“, stellte Khan schmunzelnd klar. Die zweite Gruppe versuche, das Umfeld neu zu gestalten. Darüber freue er sich sehr. „Wir wollen alles etwas Schönes machen. Deshalb denken wir auch über unsere Planung nach.“ Eine eventuell neue Planung wolle sein Unternehmen erst vorstellen, wenn die Gespräche weiter gediehen seien. „Es darf hier aber keine Gewinner oder Verlierer geben“, betonte Khan.

Das nächste Gespräch in der bisherigen Konstellation soll am 17. März stattfinden. Das erste Informationstreffen mit allen interessierten Bürgern ist am 28. April bei schönem Wetter auf dem Jakobsplatz geplant. Bei schlechtem Wetter im großen Saal des ÖGZ geplant.

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