Frankenthal RHEINPFALZ Plus Artikel Ferienfreizeiten: Betreuer gesucht

Als Koordinator kümmert sich Sebastian Horn – hier bei der Pfingstfreizeit mit den Teilnehmerinnen Tamina (links) und Sofia – um
Als Koordinator kümmert sich Sebastian Horn – hier bei der Pfingstfreizeit mit den Teilnehmerinnen Tamina (links) und Sofia – um das Ferienangebot der Stadt.

Fröhlicher Kinderlärm im Kindertreff St. Ludwig – die Ferienfreizeit ist ein Volltreffer. Doch die begehrten Angebote des Kinder- und Jugendbüros sind in Gefahr. Es fehlt an Betreuern. Eine von fünf Frankenthaler Freizeiten in den Pfingstferien musste komplett gestrichen werden.

An Teamern, so werden die Betreuer im Kinder- und Jugendbüro genannt, habe es bislang nicht gemangelt. So die Erfahrung von Sebastian Horn, der bei der Stadt Freizeitkoordinator ist und den Kindertreff St. Ludwig leitet. Der Nebenjob sei eine attraktive Chance für junge Erwachsene, ihr Taschengeld aufzubessern. Doch jetzt mangele es an Bewerbern, obwohl in sozialen Netzwerken die Werbetrommel gerührt werde. Über die Ursachen kann Horn nur spekulieren. Möglicherweise finde aktuell ein Generationenwechsel statt, und der Nachwuchs mit pädagogischen Ambitionen gehe in Ausbildung und Studium. Oder das bisherige Stammpersonal sei in der Pandemie abgewandert. Möglicherweise sei auch das Aus des Strandbadlagers, das seit 2020 in veränderter Form unter dem Namen „Super-Sommer-Sause“ weitergeführt wird, ein Aspekt.

Die Ferienangebote der Stadt sind für Frankenthaler Familien eine gute und günstige Möglichkeit, ihren Nachwuchs in den Schulferien sinnvoll zu beschäftigen. Laut Horn sind die Sommerferien bereits fast ausgebucht. Auch die Plätze bei den fünf Freizeiten in den Pfingstferien waren voll. Wegen fehlender Betreuer musste allerdings die Waldfreizeit ausfallen. Zwar konnten die dort angemeldeten Kinder in den anderen Angeboten untergebracht werden. Doch das sei nur eine Notlösung. Mit einem Bericht über das Ferienangebot in St. Ludwig hofft das Kinder- und Jugendbüro, Nachwuchs für den Ferienjob des Teamers zu finden.

Chance für angehende Pädagogen

Hamza Aslan gehört zu den fünf Mitarbeitern, die im Kindertreff in der Wormser Straße eine Woche der Pfingstferien zu einer „Reise in sieben Tagen um die Welt“ gestaltet haben. Jeder Kontinent wurde an einem Tag spielerisch behandelt. Am letzten Tag stehen Süd- und Nordamerika im Mittelpunkt – mit Burgern, wie es sich die 20 Teilnehmer gewünscht haben. Aslan ist mitten in der Ausbildung zum Erzieher. Er ist Teamer aus Überzeugung, „weil man dabei freie Gestaltungsräume hat. Und jeden Tag lerne ich von den Kindern“.

Und wie bewerten Aslans Schützlinge die Weltreise? Sie berichten, was sie alles erlebt haben – vom Besuch bei Bewohnern vieler Kontinente im Wormser Tiergarten über Spiele rund um antarktische Pinguine bis hin zu italienischer Pasta. Gebastelt wurden asiatische Laternen und es wurde auch geschrieben: Das Motto der Woche in chinesischen Schriftzeichen. „Ich kenne jetzt alle Kontinente“, sagt die neunjährige Tamina stolz. Der sieben Jahre alte Niklas lobt, „dass es hier überhaupt keine Hausaufgaben gibt wie in der Schule“. Und Sofia im selben Alter hat ihren Lieblingssport gefunden – Badminton. Sie trägt im Arm ein Kuscheltier, das sie in echt im Tiergarten gesehen hat. „Das ist ein Lemur, den gibt es nur in Madagaskar“, erklärt das Mädchen.

Streitschlichten und Party machen

Der Abschlusstag im Kindertreff ist eine wilde Party: Während im Spielzimmer die Burger zubereitet werden, wird im Hof bei fetziger Musik getobt. Wer müde ist, darf auf die Couch und plaudert mit den Teamern. Esther ist als frisch gebackene Sozialassistentin durchaus in der Lage, Konflikte zu klären. Niklas will allein mit dem Badmintonschläger spielen. Sam ist traurig. „Schau, der Sam würde gern mitmachen“, meint Esther. Und schnell bilden die beiden Jungen ein Team, während Esther ein Mädchen tröstet, das sich den Finger angestoßen hat. Als Aslan die Kinder ins Spielzimmer ruft, sind alle begeistert: Bei Discolicht und geschlossenen Vorhängen wird abgerockt – mit den Betreuern.

Info

Teamer kann jeder ab 18 Jahren werden. Nötig ist die Vorlage eines erweiterten Führungszeugnisses. Vergütet wird der Job mit Mindestlohn zwölf Euro pro Stunde. Interessierte können sich im Frankenthaler Kinder- und Jugendbüro am Stephan-Cosacchi-Platz 3 melden und ein Bewerbungsgespräch führen. Telefon: 06233 89489, Mailadresse: kijub@frankenthal.de.

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