Frankenthal
FDP zum Ziegelhof-Projekt: Ganz schön frech
Es gibt nicht viele Themen, die im Frankenthaler Stadtrat eine derart emotionale Debatte auslösen. Insofern rührt die Frage, ob im Ziegelhofgebiet zwei Mehrfamilienhäuser mit knapp 30 Wohnungen entstehen sollen oder nicht, offenbar an etwas Grundsätzliches. Es geht im Kern darum, ob Wohnraum (und vor allem solcher für weniger betuchte Menschen) überall in der Stadt und ihren Vororten geschaffen wird. Oder eben nur dort gebaut werden kann, wo alteingesessene Anwohner nichts dagegen haben. Eins vorab: Es ist legitim, wenn Bürger vor möglichen Fehlentwicklungen warnen und gut informiert sein wollen über Projekte vor ihrer Haustür. Wer sich aber, wie die FDP, so offensichtlich für den Verzicht auf ein bestimmtes Projekt einsetzt, sollte in der politischen Auseinandersetzung darum ehrlich bleiben und seine Motivation nicht verschweigen. Der Protest im Ziegelhofgebiet ist von Anfang an maßgeblich von Karin Huth geprägt, die für die Liberalen immerhin mal in den Landtag einziehen wollte. Dass Fraktionssprecher Thomas Börstler bei der Wiese an Mannheimer und Ludwigshafener Straße sein ökologisches Bewusstsein entdeckt, kann man glauben oder nicht. Beim energieintensiven Betrieb einer Eisbahn in der Erkenbert-Ruine hatte er es jedenfalls schon wieder vergessen.
