Frankenthal
Edeka Stiegler: Was der Lebensmittelhändler in Frankenthal plant
Mehr Platz für Obst und Gemüse, vier zusätzliche, moderne Selbstbedienungskassen und im letzten Schritt ein neu gestalteter Backstand: Im vorderen Bereich des Edekamarkts im Foltzring soll sich bis Herbst einiges ändern. Der Eingang soll weiter nach vorne versetzt werden, um damit etwa 60 Quadratmeter mehr zu gewinnen. „Das hört sich nicht viel an, aber für uns ist das viel für diesen Standort“, unterstreicht Sven Stiegler. Die Verkaufsfläche steige damit von derzeit 1650 auf etwa 1710 Quadratmeter. Auch der Getränkemarkt soll im Zuge des Umbaus erweitert werden, Büroräume werden verlegt.
1500 Kunden kaufen täglich bei Edeka-Stiegler im Foltzring in Frankenthal ein. Sie sollen von den Bauarbeiten in den kommenden Monaten so wenig wie möglich mitbekommen, sagt Sven Stiegler. „Der Verkauf läuft ohne große Einschränkungen weiter.“ Teilweise werde auch nachts gearbeitet, um den Betrieb nicht zu stören. Einzig bei der Neugestaltung des Backbereichs, die für Herbst geplant ist, müsse man während der Arbeiten mit dem Verkauf in einen provisorischen Stand auf dem Parkplatz ausweichen.
Bekenntnis zum Standort
Gemeinsam mit seinem Bruder Benjamin betreibt der 42-Jährige neun Edeka-Filialen in der Vorderpfalz, die Zentrale des Familienunternehmens ist in Speyer. 82 Mitarbeiter beschäftigt Stiegler, der als selbstständiger Kaufmann seine Waren von der Regionalgesellschaft Edeka Südwest mit Sitz in Offenburg sowie von zahlreichen lokalen Produzenten bezieht, allein in der Niederlassung am Rande der Frankenthaler Innenstadt. Der Einkaufsmarkt auf dem ehemaligen Gelände des Feierabendhauses sei ein „tolles, gutes Gebäude“, sagt Sven Stiegler. Die Investition ist für ihn auch ein Bekenntnis zu Frankenthal.
Der 2015 eröffnete Markt ist einer von zwei Standorten in der Stadt. Während hier im zehnten Jahr des Bestehens die Weichen für die Zukunft gestellt werden, ist die Zukunft der zweiten Filiale am Jakobsplatz offen. Wie es weitergeht, hängt auch von den Plänen des Eigentümers Pro Concept ab. Der Investor aus Mannheim will anstelle des bisherigen Gebäudes einen Neubau mit rund 72 Wohneinheiten und Gewerbefläche im Erdgeschoss errichten. Grünes Licht für die Planung des Projekts gab der Stadtrat bereits im Sommer 2023. Damals war von einer möglichen Einweihung 2028 die Rede.
Wie geht es weiter am Jakobsplatz?
Seither es in der Öffentlichkeit still um das Vorhaben geworden. „Wir hören nichts von Pro Concept“, sagt Sven Stiegler, der sich wegen der Nahversorgung im Pilgerpfad nach eigener Darstellung bereits mit der Stadt in Verbindung gesetzt hat. Sein Unternehmen würde gerne mit der Edeka-Filiale im Pilgerpfad in den Neubau gehen, unterstreicht der Lebensmittelkaufmann auf Nachfrage. Allerdings brauche man zügig einen Zeitplan von Pro Concept mit Blick auf die Phase von Abriss und Neubau. Angesichts der aktuellen Unsicherheit und dem absehbaren Ende der Immobilie sehe man derzeit von eigentlichen notwendigen Investitionen in dem gut vier Jahrzehnte alten Wohnblock ab. So lasse sich das Geschäft aber nicht dauerhaft führen. „Irgendwann wird dann Schluss sein“, macht Stiegler deutlich. Und schiebt hinterher: „An uns liegt es nicht.“
„Die Menschen im Pilgerpfad müssen sich keine Sorgen machen, wo sie künftig einkaufen werden“, sagt Awes Khan, Projektleiter Immobilien bei Pro Concept, auf Anfrage. Die geplante Verkaufsfläche im Erdgeschoss des Neubaus am Jakobsplatz sei eigens auf die Belange des Lebensmitteleinzelhandels zugeschnitten. Es gebe bereits zahlreiche Anfragen von Interessenten. Ein mit Edeka Südwest bestehender Mietvertrag im alten Bestandsgebäude, der Ende des Jahres ausgelaufen wäre, sei mittlerweile „optional um mehrere Jahre verlängert“ worden. Auch für den Neubau sei Edeka der Wunschpartner, unterstreicht Khan.
Ziel: Baugenehmigung im Frühjahr 2026
Im Hintergrund sei man bei dem anfänglich wegen seiner ursprünglichen Größe umstrittenen Projekt „heftig zugange“, berichtet Khan. Zuletzt habe es Anfang Juni einen Austausch mit dem Frankenthaler Oberbürgermeister Nicolas Meyer (FWG) und der Bauaufsicht gegeben. Man werde von OB und Verwaltung sehr unterstützt, das Vorhaben genieße nach seiner Wahrnehmung eine hohe Priorität. Die für das Bebauungsplanverfahren notwendigen Gutachten, etwa zu Verkehr, Lärm und Artenschutz, lägen größtenteils vor und würden nun der Stadt zur Prüfung übergeben. Ziel sei eine Baugenehmigung im ersten Quartal 2026. Wie schnell dann Abriss und Neubau folgen, hänge auch von der Situation am Markt ab, sagt der Projektleiter. „Ich bin guter Dinge.“