Frankenthal RHEINPFALZ Plus Artikel Dritte Dosis: Seniorenheime stehen in den Startlöchern

Nach der Spritze ist vor der Spritze: Schon im September könnte in den Pflegeheimen der Stadt eine neue Runde Impfungen anstehen
Nach der Spritze ist vor der Spritze: Schon im September könnte in den Pflegeheimen der Stadt eine neue Runde Impfungen anstehen.

Voraussichtlich im September soll in Deutschland eine dritte Corona-Schutzimpfung für Risikogruppen angeboten werden. Dann können sich vornehmlich die hochbetagten, pflegebedürftigen und immungeschwächten Menschen das „Booster-Vakzin“ spritzen lassen. In den Frankenthaler Senioren- und Pflegeheimen steht man so gut wie in den Startlöchern.

Grundsätzlich positiv bewertet Hans-Georg Pompe, Leiter des Altera-Senioren-Domizils, eine Auffrischungsimpfung und sprach sich für eine „proaktive Lösung“ aus. Vieles sei freilich derzeit noch in der Schwebe. „Und von Schnellschüssen halte ich nichts“, betont er gegenüber der RHEINPFALZ. Ohne konkrete Zahlen nennen zu wollen, sei er mit der Impfquote der Bewohner und des Personals seiner Einrichtung zufrieden. „Nach wie vor gibt es allerdings Verweigerer“, bedauert Pompe. Daher wünsche er persönlich sich eine Impfpflicht. In seinem Haus würden Bewohner und Mitarbeiter – auch die Geimpften – regelmäßig getestet. Sein Eindruck von der aktuellen Lage: „Es besteht kein Grund zur Hysterie.“

Noch viele offene Fragen

Auf die Entscheidungskompetenz des Bundes – auch hinsichtlich der Zulassung des Impfstoffs für eine dritte Auffrischungsdosis – verweist Bastian Schwalb, Chef des Senioren-Zentrums Haus Edelberg. „Wir sind gewappnet und machen alles mit“, betont er. Schließlich seien die Bewohner seines Hauses die Ersten gewesen, die in Frankenthal bereits am 29. Dezember einen Piks bekommen hätten. Bei der praktischen Umsetzung der Drittimpfung gibt es allerdings aus seiner Sicht derzeit noch viele offene Fragen. Die Impfquote in der Einrichtung sei zufriedenstellend, sagt Schwalb. Für seine Mitarbeiter vermittle er auf Wunsch Termine. Was die Besuchsregelung angehe, halte man sich strikt an die Vorgaben des Landes.

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Relativ entspannt sieht Marion Bäcker, Pflegedienstleiterin des Caritas-Altenzentrums Heilig Geist, die Situation. „Unsere Bewohner haben ihre zweite Impfung im Februar bekommen, sodass für eine Auffrischung noch etwas Zeit ist.“ Daher seien in ihrem Haus auch noch keine konkreten Vorbereitungen für die Drittimpfung getroffen worden. Mit Entscheidungen sei frühestens Anfang September zu rechnen. Die Impfquote in der Einrichtung liege sowohl bei den Bewohnern als auch bei den Beschäftigten bei über 80 Prozent, informiert Bäcker.

Logistische Herausforderung

Christian Stalla, Leiter der Pro-Seniore-Residenz „Frankenthaler Sonne“, geht davon aus, dass mit der Drittimpfung im September gestartet werden könne. „Die Verantwortung liegt bei den Hausärzten, sie sollen das übernehmen“, unterstreicht er. Die vorangegangenen Impfungen hätten seine Einrichtung vor eine große logistische Herausforderung gestellt. Eigentlich sei er nicht bereit, noch einmal 3000 Seiten Formulare für die 240 Bewohner auszufüllen. Die Impfquote in seinem Haus gibt Stalla mit 85 bis 91 Prozent an. Der Besucherverkehr laufe derzeit mit den üblichen Auflagen in normalen Bahnen. Mit einem Aushang informiere er jeden Tag über die aktuellen Inzidenzwerte für Frankenthal.

In allen Seniorenzentren der Diakonissen Speyer – auch im Hieronymus-Hofer-Haus in Frankenthal – seien ab Herbst Auffrischimpfungen für berechtigte Personengruppen geplant, informiert Pressereferentin Corinna Müller-Erb. „Aktuell warten wir noch auf Vorgaben der zuständigen Ministerien zur Organisation und Durchführung der Auffrischimpfungen in den Einrichtungen.“

Hausärzte gefordert

Die Impfquote der Mitarbeiter im Hieronymus-Hofer-Haus liege derzeit bei über 80 Prozent, die Impfquote der Bewohnerinnen und Bewohner bei 94 Prozent. Für Besucher gebe es keine Einschränkungen, auch die hauseigene Cafeteria sei für die breite Öffentlichkeit zugänglich. Weiterhin notwendig bleibe das Tragen eines medizinischen Mund-Nasen-Schutzes, das Einhalten der Abstands- und Hygieneregeln sowie die Registrierung. Diese könne jedoch dank der Luca-App schnell und unkompliziert erfolgen, so die Sprecherin des Trägers.

Ist im Hinblick auf die bevorstehende Drittimpfung eine Schließung des Frankenthaler Impfzentrums im Petersgartenweg zum 30. September realistisch? Gegenwärtig gebe es seitens des Landes keine Informationen für eine Verlängerung des Betriebs, erklärt Impfkoordinator Frank Rickert auf Anfrage. Die Kassenärztliche Vereinigung habe mitgeteilt, dass die Auffrischungen von den Hausärzten übernommen werden sollen.

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