Frankenthal RHEINPFALZ Plus Artikel Corona: Situation in städtischen Kitas spitzt sich zu

Verantwortliche beobachten steigende Infektionszahlen bei Beschäftigten und Kindern. Nicht überall kann deshalb noch das volle B
Verantwortliche beobachten steigende Infektionszahlen bei Beschäftigten und Kindern. Nicht überall kann deshalb noch das volle Betreuungsangebot geleistet werden.

Immer mehr Mitarbeiter und Kinder in städtischen Betreuungseinrichtungen infizieren sich mit dem Coronavirus. Die Folge: Eine Kindertagesstätte ist diese Woche komplett geschlossen, in fünf weiteren gibt es nur eine Notbetreuung. Bei den Kirchen läuft der Betrieb noch regulär.

Sechs Mitarbeiter und 19 Kinder wurden in der städtischen Kindertagesstätte Jakobsplatz in den zurückliegenden Tagen positiv auf das Coronavirus getestet. Es sei unter diesen Umständen nicht möglich, weiter eine Betreuung aufrecht zu erhalten. Das teilt die Verwaltung am Montagmorgen mit. Die Folge: Die Einrichtung bleibt voraussichtlich bis Freitag, 18. Februar, geschlossen.

Doch die Kita Jakobsplatz ist kein Einzelfall. 22 der 280 Beschäftigten in Betreuungseinrichtungen der Stadt sind derzeit aufgrund nachgewiesener Infektionen in häuslicher Quarantäne. Dazu kommen laut Verwaltung weitere Ausfälle wegen anderer Krankheiten. In fünf Kitas herrscht derzeit Notbetrieb. Betroffen sind die Einrichtungen Fontanesistraße, Haydnstraße, Ziegelhofweg, Carl-Spitzweg-Straße und Hauptstraße im Vorort Mörsch. Vergangene Woche habe man zusätzlich in den Kitas Am Strandbad, Sapperstraße, Hans-Holbein-Straße und Weidstraße das Angebot einschränken müssen. Aufgrund des hohen Krankenstands seien die Öffnungszeiten reduziert worden oder man habe primär Kinder betreut, deren Eltern beide berufstätig sind. In einigen Fällen habe man selbst diesen Familien nicht die reguläre Betreuungszeit anbieten können. Die Situation könne sich täglich ändern, informiert die Verwaltung. Die Leitungskräfte in den Kindertagesstätten müssten derzeit von Tag zu Tag planen.

Eltern: Kritik an Quarantäneregel

In den kirchlichen Kindertagesstätten gibt es aktuell keine Einschränkungen. Der Betrieb laufe regulär, heißt es in den katholischen Kitas Heilig Kreuz in Mörsch und St. Ludwig in der Innenstadt. Grundsätzlich spüre man, dass das Virus sich schneller ausbreite, sagt Gudrun Glaß, Verwaltungsleitung im protestantischen Dekanat. Da es sowohl bei den Erzieherinnen als auch bei den betreuten Kindern immer mehr Infektionsfälle gebe, könne man die gewohnten Öffnungszeiten trotz Personalausfällen aufrecht erhalten. Sollte sich die Lage zuspitzen, gebe es in den drei protestantischen Kitas einen stufenweise abgestimmten Notfallplan.

„Es war abzusehen“, sagt die Vorsitzende des Stadtelternausschusses (Stea), Anna Starzetz. Dem Gremium lägen trotz Schließung und eingeschränkter Öffnungszeiten in den städtischen Einrichtungen nur wenige Beschwerden vor. Familien hätten sich darauf eingerichtet, ist ihre Vermutung. Kritisch sieht Starzetz die aktuelle Quarantäneregelung, nach der sich Kindergartenkinder bei einer Infektion in der Gruppe als Kontaktperson bereits am nächsten Tag freitesten können. Sie fände eine fünftägige Absonderung besser – auch wenn das für berufstätige Eltern schwierig sei. „Besser, als wenn die Kita ganz zu ist“, sagt die Stea-Vorsitzende. Das freiwillige Testangebot, das inzwischen in 15 der 19 städtischen Einrichtungen in Anspruch genommen wird, begrüßt der Stea. „Viele Eltern sind froh, dass getestet wird.“

Bei sechs Mitarbeitern und fast 20 Kindern endete der Corona-Test mit einem positiven Ergebnis (unten).
Bei sechs Mitarbeitern und fast 20 Kindern endete der Corona-Test mit einem positiven Ergebnis (unten).
Mehr zum Thema
x