Rückblick 2023
CDU: Niederlage, Debatten und Rücktritte
Schon bei der Analyse, was zur Niederlage im Rennen ums höchste Amt der Stadt geführt hat, wird deutlich: Es rumort in den Reihen der erfolgsverwöhnten Schwarzen. Die einen führen die Schwäche des von der CDU nominierten Kandidaten – Bürgermeister Bernd Knöppel – als Grund an. Andere arbeiten sich an Parteifreund und Amtsinhaber Martin Hebich ab, der pro forma noch einmal angetreten war, um den andernfalls drohenden Verlust von Versorgungsansprüchen zu vermeiden.
Mitten in den Sommerferien schmeißt die bisherige Fraktionsvorsitzende Gabriele Bindert das Handtuch – offiziell um einen Generationswechsel zu ermöglichen. Der findet dann allerdings nicht statt: Drei Sitzungen braucht die Fraktion, um ein neues Führungsteam mit fünf Stellvertretern zu formieren, an dessen Spitze ein alter Bekannter steht: Landtagsabgeordneter Christian Baldauf übernimmt vorerst bis zur Kommunalwahl die Chefrolle.
Tatsächlich ist die Ruhe damit nicht wieder hergestellt: Stephan Finke und Stefan Krantz kehren der Fraktion den Rücken, bleiben aber als Parteilose im Stadtrat. Kurz darauf wirft Nachrücker Jonas Breßler die Brocken hin und stellt auch sein Amt als Vorsitzender der Jungen Union zur Verfügung, weil er sich bei der Neuwahl des CDU-Kreisvorstands ausgebootet fühlt. Sein Fazit bei der JU-Versammlung Ende November: „Ich kann die Intrigen, das Mobbing, die Lästereien und das schlechte Klima in der CDU nicht mehr tolerieren.“