Frankenthal Bunter Umzug, lustige Reime

Diese Gruppe brachte italienisches Flair.
Diese Gruppe brachte italienisches Flair.

Erst erschreckte Hagel die Teilnehmer des Flomersheimer Kerweumzugs. Doch nach dem kurzen Schreck schlängelte sich der bunte Zug bei Sonnenschein durch die Straßen. Rainer Hannemann erfüllte mit seiner Kerwerede alle Erwartungen.

Die Zwiwwelböck kamen mit Ortsfahne und Gardemädchen. In einer antiken Kutsche thronte Kerweredner Rainer Hannemann. Ein Fest für die Augen war die große Formation der Familie Enzo Macauda, die zu einem sizilianischen Folklorefestival entführte. Eine Kutsche wurde von einem festlich geschmückten Pferd gezogen. Dahinter kam ein sizilianischer Karren, Carretti genannt, reich verziert mit Schnitzereien, bemalt mit fantastischen Motiven. Mit Grandezza ritten daneben auf zwei herausgeputzten Pferden Signoras in sizilianischer Tracht. Ein Holzschwein auf dem Handwagen der SPD zeigte: Hier wird das traditionelle Wutzefleesch verlost. Die CDU zeigte sich mit Fußgruppe und geschmücktem Pkw. Lebhaft dabei: die Kinder aus dem Kindergarten und der Grundschule. Die „Blumenkinder der Pflanzgärten“ zeigten hübsche Dekorationen auf einem Anhänger, begleitet von Hippies. Die Kampfkunstschule Mertz aus Frankenthal kam mit viel Fußvolk. Chic in Cabrios: Miss Strohhut Emily Matejcek und einige ihrer Vorgängerinnen. Ortsvorsteherin Heike Haselmaier (CDU) hatte einen Pulk von Ortsbeirats-, Stadtrats- und Landtagsmitgliedern sowie Dezernent Bernd Knöppel (CDU) um sich geschart. Die Politiker waren mit großen Schirmen in den Ortsfarben grün-gelb ausgestattet und verteilten Äpfel, Trauben und Wein. Viel Sport-Werbung gab’s vom TuS: Jugendfußballer, Mitglieder vom Eltern-Kind-Turnen, vom Breitensport und die Kerwefußballer „TuS all Stars“ waren dabei. Der Musikzug Nordendsiedler Frankenthal gab den Takt vor, den auch das Fitnessstudio Body-Corner aus Eppstein einhielt. Das Brautpaar 2018, Maria und Florian Edel, grüßte aus einem Cabrio. „Genau vor 33 Jahren sind auch die Eltern Heike und Uwe Edel im Kerweumzug mitgefahren“, sagte Heike Haselmaier bei der Begrüßung im Kerwezelt. Die Oldtimer-Freunde Hambach waren mit Ackerschleppern dabei. Die Arbeitsgemeinschaft bot einen guten Tropfen an. Auf einem Lastenfahrrad kam Familie Schreiner angeradelt. „Wir hatten einen super Kerweumzug“, meinte die Ortsvorsteherin. „Wir haben hier eine Brauchtumsveranstaltung mit langer Tradition. Es ist toll, dass sich immer wieder Leute finden, die dieses Fest stemmen“, lobte Bernd Knöppel. Miss Strohhut Emily Matejcek sprach von einem „schönen Umzug“, bekam vom Kerweredner Blumen und von Haselmaier eine Dose Tennisbälle für ein Einlagespiel beim Zwiwwelcup des Tennisclubs (31. August bis 2. September). Rainer Hannemann erfüllte mit lustigen Reimen bei seiner Kerwerede alle Erwartungen. „Schon in Urzeite hat man festgestellt, hier ist der Nabel von der Welt. Hier wäre, des hab ich mal gelese, das Vorbild fürs Paradies gewese. (...) Wir sind, Miss Strohhut, do kommen sie leicht dehinner, dem liewe Gott soi Lieblingskinner. Deshalb, sie können es mir wirklich glaabe, Flomerschummer sein ist eine Gottesgabe.“ Doch Hannemann bedauerte auch, dass die Vorort-Kerwen „scheinbar langsam aussterben“. Zwiwwelböck-Vorsitzender Sven Reutter bedankte sich bei allen Unterstützern und den Schaustellern. Mit dem Anstich des Bierfasses hatte Bernd Knöppel keine Probleme.

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