Kommentar
Besucherstopp in Klinik: SPD-Vorstoß kommt zur falschen Zeit
Manchmal entscheidet nicht nur der Inhalt eines Antrags darüber, wie ihn andere Fraktionen aufnehmen. Manchmal hat die Reaktion darauf mit dem Gefühl für den richtigen Zeitpunkt zu tun. Oder dem Gegenteil davon. Letzteres ist der Fall beim Vorstoß der SPD, die am Mittwoch im Stadtrat einen Stopp des Besuchsverbots in der Stadtklinik und stattdessen ein neues Konzept mit 2G-plus-Regel gefordert hat. Mitten in der aktuellen Omikron-Welle – so viel zum Timing – ist das nicht gut angekommen. Die Vorstellung, dass wieder eine größere Anzahl von Menschen zu Besuchen ins Krankenhaus kommen könnte, hat bei den dort Verantwortlichen vor allem eins ausgelöst: Fassungslosigkeit. Angesichts der Infektionslage geht es derzeit primär um den Schutz von Patienten und Mitarbeitern vor einer möglichen Ansteckung – ohne dabei das Fingerspitzengefühl zu verlieren, wann kranke Menschen den Beistand von Angehörigen und Freunden brauchen.
