Meinung RHEINPFALZ Plus Artikel Böllern zwischen Freiheit und Rücksicht: Der ewige Streit ums Silvesterfeuerwerk

Raketen gehören für viele zu Silvester dazu.
Raketen gehören für viele zu Silvester dazu.

Jedes Jahr verschärft sich die Debatte um das Feuerwerk. Statt Totalverbot oder Freigabe braucht es pragmatische, verbindliche Regeln, findet Claudia Wößner.

Die Silvesternacht ist das eine, tagelanges Geböller etwas anderes. Jedes Jahr derselbe Grundsatzstreit, der sich immer weiter verschärft: Für die einen ist Feuerwerk Tradition, Freiheit und ein paar Minuten Staunen, auch wenn dabei Geld in Rauch aufgeht. Für die anderen sind Böllerer rücksichtslos, und wer dagegenhält, gilt schnell als Spaßbremse. Diese Lagerbildung, die längst Züge eines Kulturkampfs trägt, hilft keine Spur weiter. Es geht nicht um Paragrafen, sondern um ein sicheres und friedliches Zusammenleben: um die Angst vor Böllerunfällen und Bränden sowie um den Stress für Familien und Haustiere.

Enge Zeitfenster und sichere Plätze

Statt alles zu erlauben oder alles zu verbieten, braucht es pragmatische, aber verbindliche Lösungen. Dazu gehören sehr eng begrenzte Zeitfenster von wenigen Stunden, in denen Feuerwerk erlaubt ist, ebenso wie sichere Plätze, an denen es ausdrücklich erwünscht ist – und klar markierte Bereiche, wo es verboten bleibt. Entscheidend ist die Konsequenz: Nicht nur illegale Ware muss aus dem Verkehr gezogen werden, sondern auch diejenigen müssen zur Kasse gebeten werden, die beim Böllern Regeln ignorieren.

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