Frankenthal
Auto in Brand gesetzt und mehr: Warum ein 14-Jähriger im Gefängnis sitzt
Ein einziger 14-Jähriger hat der Polizei Frankenthal in den vergangenen Wochen viel Arbeit gemacht. „Polizei schnappt 14-jährigen Rollerdieb und findet gestohlene Gegenstände bei ihm“, „Versuchter Raub: 14-Jähriger will 15-Jährigem im Metznerpark den Geldbeutel entreißen“ und „Frauen bedroht: 14-Jähriger landet in Jugendstrafanstalt“ titelte die RHEINPFALZ im Laufe des Monats die Fälle, die von der Polizei öffentlich gemacht wurden. Eine Anfrage bei den Ermittlern ergab: Hinter all diesen Fällen steckt ein und dieselbe Person.
Parallel zu diesen Vergehen war da noch die Geschichte eines bewaffneten Raubüberfalls nahe des Frankenthaler Hauptbahnhofs – ebenfalls ausgeführt von einem 14-Jährigen. Diese Straftat aber, so bestätigt es die Polizei gegenüber der RHEINPFALZ, geht auf das Konto eines irakischen Jungen, der nach seiner Festnahme nicht im Gefängnis landete, sondern bei seinen Eltern abgegeben wurde.
Pressemitteilung nach RHEINPFALZ-Anfrage
Warum aber landete der andere Junge, obwohl er erst 14 Jahre alt ist, nach den öffentlich gewordenen Straftaten direkt in der Jugendstrafanstalt Schifferstadt? In der Pressemitteilung vom 21. Februar hieß es lediglich, es habe ein Haftbefehl gegen ihn vorgelegen. Die RHEINPFALZ wollte wissen, wofür genau es den Haftbefehl gab und welche Art von Straftaten dazu führen, dass ein Teenager direkt ins Gefängnis muss.
Die Antwort darauf lieferte eine am Mittwoch gemeinsam von der Staatsanwaltschaft Frankenthal und dem Polizeipräsidium RHEINPFALZ veröffentlichte Pressemitteilung. Der 14-Jährige steht demnach „im Verdacht, zwischen Dezember 2025 und Februar 2026 mehrere Eigentumsdelikte“ begangen zu haben – einige davon in Frankenthal, aber nicht alle.
Auto gestohlen und in Brand gesetzt
Am 17. Dezember des Vorjahres soll er in der Schraderstraße erfolglos versucht haben ein geparktes Auto aufzubrechen. Am 6. Januar soll er den Türrahmen eines Ladengeschäfts in der Bahnhofstraße aufgehebelt haben, aber ohne Beute vom Tatort geflohen sein. Am 14. Januar soll er sich gleich mehrerer Delikte schuldig gemacht haben: ein versuchter, aber erfolgloser Autoaufbruch in der Lorscher Straße, ein gestohlener E-Scooter in der Heinrich-Lanz-Straße, ein gestohlener Geldbeutel aus einem geparkten Auto in der Richard-Wagner-Straße.
Die Liste geht weiter: In der Nacht auf den 12. Februar soll der Jugendliche das Gelände einer Auto-Werkstatt im Neumayerring betreten haben und dort mit einem abgestellten, unverschlossenen Wagen samt steckendem Schlüssel weggefahren sein. Am Folgetag habe er mit dem Fahrzeug auf einem Feldweg zwischen dem Frankenthaler Vorort Mörsch und Bobenheim-Roxheim einen Unfall mit einem Metallpfeiler verursacht. Danach soll er das Fahrzeug in Brand gesetzt haben, das dabei vollständig ausgebrannt ist.
Persönlicher Hintergrund unklar
Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Frankenthal wurde daraufhin ein Untersuchungshaftbefehl wegen „des dringenden Verdachts des besonders schweren Falls des Diebstahls in mehreren Fällen und der Brandstiftung“ erlassen. Begründet wurde die Haft mit Wiederholungsgefahr.
Verhaftet wurde der Junge am 20. Februar, nach dem er zwei Frauen bedroht und getreten hatte. Noch am selben Tag wurde er dem Haftrichter vorgeführt. Seitdem sitzt er in der Jugendstrafanstalt Schifferstadt. Angaben zu seiner Person oder den möglichen Gründen für all diese Taten haben Staatsanwaltschaft und Polizei nicht gemacht. Unklar ist, ob der Jugendliche in Frankenthal wohnt. Für eine Antwort auf die Frage, wann es zu einer Verhandlung kommt, dürfte es noch zu früh sein.
