Frankenthal RHEINPFALZ Plus Artikel Ausgangssperre und Maskenpflicht: Frankenthal lässt nicht locker

Nicht nur an Markttagen: Bis Mitte Februar müssen Passanten in der Frankenthaler Innenstadt mit Maske unterwegs sein.
Nicht nur an Markttagen: Bis Mitte Februar müssen Passanten in der Frankenthaler Innenstadt mit Maske unterwegs sein.

Die hohe Sieben-Tages-Inzidenz und ein Krankenhaus an der Kapazitätsgrenze – damit begründet die Stadt, dass die im Grunde seit Anfang Dezember für Frankenthal gültige Allgemeinverfügung bis zum 14. Februar verlängert wird. Unverändert in Kraft bleiben damit die nächtliche Ausgangssperre und die Maskenpflicht in der Innenstadt.

Dass es weitere zwei Wochen bei verschärften Regeln bleibt, mit denen die Stadt – ergänzend zur Corona-Bekämpfungsverordnung des Landes – das lokale Infektionsgeschehen in den Griff bekommen will, das hat sich schon am Mittwoch abgezeichnet. Oberbürgermeister Martin Hebich (CDU) sagte da schon nach einem Treffen mit den Verwaltungschefs benachbarter Kommunen, dass er eine Verlängerung insbesondere der zwischen 21 Uhr abends und 5 Uhr morgens bestehenden Ausgangssperre für „angemessen und notwendig“ halte.

Deren Fortsetzung ist nun beschlossene Sache: Am Montag tritt die neue Allgemeinverfügung in Kraft, zeitgleich und auch inhaltlich auf einer Linie mit den in Ludwigshafen und im Rhein-Pfalz-Kreis erlassenen Regelwerken. Lediglich Speyer geht mit Hinweis auf seine zuletzt stabil niedrigeren Ansteckungszahlen einen Sonderweg und verzichtet unter anderem auf das nächtliche Aufenthaltsverbot für öffentlichen Raum.

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Pfalzweit höchster Wert

Dass es in Frankenthal vorerst unverändert durch die Corona-Pandemie geht, begründet die Verwaltung in ihrer am Freitag dazu veröffentlichten Pressemitteilung vor allem mit dem auf 100.000 Einwohner hochgerechneten Inzidenzwert für die vergangenen sieben Tage. Stand Freitag steht er nach 21 neu gemeldeten Infektionen bei 145,6. Landesweit ist das der zweithöchste, pfalzweit sogar der höchste Wert. Er liegt um nahezu das Dreifache über jenen 50, die der Corona-Warn- und Aktionsplan für Rheinland-Pfalz als Schwelle zur Alarmstufe Rot vorsieht, und fast doppelt so hoch wie der Landesdurchschnitt von 84,7.

Wo die Ansteckungen stattfinden, obwohl die Schulen dicht sind und es zuletzt auch keine Ausbrüche in Altenheimen mehr gab, darüber rätseln die Verantwortlichen im Rathaus. Weil es keine klar erkennbaren „Hotspots“ im Stadtgebiet gebe, schätze man das Infektionsgeschehen weiterhin als diffus ein.

Intensivstation voll

Die Verwaltung betont einen weiteren Aspekt besonders: „Die Stadtklinik arbeitet bereits an der Kapazitätsgrenze.“ Die Intensivstation des Krankenhauses sei am Donnerstag voll belegt gewesen; auf der Covid-19-Station würden derzeit keine neuen Patienten aufgenommen. Auch elektive Eingriffe – also geplante Operationen – seien „bis auf Weiteres“ ausgesetzt. Das Bild in anderen Krankenhäusern der Region sei ähnlich; es gebe Engpässe in der medizinischen Versorgung. Die Stadtklinik und das Gesundheitswesen weiter zu überfordern, das müsse deshalb „unbedingt vermieden“ werden. Als zusätzlichen Risikofaktor betrachtet die Stadt die in Baden-Württemberg und seit Freitag auch in Rheinland-Pfalz nachgewiesene „britische“ Mutante des Virus.

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