Rhein-Pfalz Kreis Haus der kleinen Füße

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„Haus der kleinen Füße“ heißt der neue Gemeindekindergarten in Bobenheim-Roxheim, dessen Eröffnung am Freitag gefeiert wurde. Doch bis das Domizil der Einrichtung in der Ernst-Roth-Straße gebaut ist, werden die Kinder in zwölf Containermodulen auf der Festwiese am Rathaus betreut. Ein Provisorium, das den Familien und Erzieherinnen nach anfänglichen Vorbehalten sehr gut gefällt.

Emma, Milena, Aliyah, Quentin und Florian sind die ersten, die vor einer Woche in die Kita einzogen und mit ihren fünf Erzieherinnen die vier Aufenthaltsräume so geschmückt haben, wie es Kinder mögen, zum Beispiel mit selbst gemalten Bildern. Weil die Container aus Metall sind, haften die bunte Magnete an allen Wänden, und das ist nicht der einzige Vorteil der Container-Kita. „Hier sind wir mitten im Leben“, sagt die Leiterin Sabine Graupner und lobt die kurzen Wege zu Bücherei, Altenheim, Vogelpark und Altrhein. Sie plant für die Glühwürmchen- und Seepferdchen-Gruppe Ausflüge und Kooperationen mit den umliegenden Einrichtungen und hat bereits vor der Eröffnung aus der Not eine Tugend gemacht: „Bevor ein Kind aufgenommen wird, gibt es Anmeldegespräche mit den Eltern. Diese fanden bei den Familien daheim statt, weil die Container noch nicht bezugsfertig waren.“ Die Gespräche daheim kamen auf beiden Seiten so gut an, dass Graupner das beibehalten möchte. „Es war prima, beim ersten Treffen nicht der Besucher, sondern der Gastgeber zu sein“, berichtet Pia Merz, Mutter der dreijährigen Emma. „Als ich erfuhr, dass die Kinder in Containern untergebracht werden, war ich skeptisch“, bekannt sie. Doch bereits am ersten Tag habe sie festgestellt, dass die Räume durchaus groß und kindgerecht seien. Schrittweise werden nun weitere Kinder eingewöhnt, bis im Mai das Haus der kleinen Füße mit zwei zehnköpfigen Kleinkindgruppen gefüllt sein wird. Bis Jahresende wird die Einrichtung am Rathausplatz bleiben, dann soll der Umzug in die Ernst-Roth-Straße erfolgen. Der Erste Beigeordnete, Frank Peter (CDU), erläuterte beim Eröffnungsfest am Freitag, warum die Gemeinde sich für einen Neubau entschieden hat: „Die Prognosen der Kreisverwaltung zur Bevölkerungsentwicklung haben gezeigt, dass die bisher fünf Kitas im Ort nicht ausreichen.“ Um schon den aktuellen Bedarf decken zu können, habe man durch die Firma Cramo Adapteo aus Frankfurt am Main die Containeranlage am Rathaus aufstellen lassen. Das neue Haus der kleinen Füße soll insgesamt 45 Kinder in drei altersgemischten Gruppen beherbergen. Da der prognostizierte Bedarf an Kindergartenplätzen jedoch weit höher ist, wird die protestantische Kindertagesstätte Löwenzahn von zwei auf vier Gruppen aufgestockt. Das Gebäude im Raiffeisenring wird abgerissen und bis Anfang 2019 durch einen größeren Neubau ersetzt (wir berichteten). Deshalb werden auch die bestehenden beiden Löwenzahn-Gruppen die etwa 300 Quadratmeter große Containeranlage nutzen. Für die beiden neuen Gebäude sowie die zweijährige Miete der Container hat der Gemeinderat laut Frank Peter im Haushaltsplan rund fünf Millionen Euro vorgesehen.

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