Fussball RHEINPFALZ Plus Artikel Zwischenbilanz: Winnweiler nimmt weiter Kurs auf die Bezirksliga

Ricki Schander (weißes Trikot) ist mit dem ASV Winnweiler kaum zu bremsen. Vor allem die Offensive ist das Prunkstück des A-Klas
Ricki Schander (weißes Trikot) ist mit dem ASV Winnweiler kaum zu bremsen. Vor allem die Offensive ist das Prunkstück des A-Klasse-Ersten.

Auch in der Winterpause beschäftigen wir uns mit dem Amateurfußball im Donnersbergkreis. Die interessantesten Daten und Fakten zur Hinrunde haben wir zusammengetragen. Dieses Mal: die A-Klasse.

Nein, die aktuelle A-Klassen-Saison läuft für die Vertreter des Donnersbergkreises, mit Ausnahme des Tabellenführers ASV Winnweiler, nicht wirklich deren Vorstellungen entsprechend. Mit eben jenem starken Tabellenführer aus der viertgrößten Ortsgemeinde des Donnersbergkreises und den Fünftplatzierten und Sechstplatzierten, dem SV Gundersweiler und dem TuS Göllheim, finden sich lediglich drei der sieben Donnersberger Teams in der oberen Tabellenhälfte wieder. Doch auch die beiden letztgenannten dürften mit dem bisherigen Abschneiden nicht wirklich zufrieden sein. Das Ziel der Göllheimer, am Ende unter den ersten Drei zu landen, ist aufgrund sehr schwankender Leistungen in weite Ferne gerückt. Der TuS Ramsen befindet sich im gesicherten Mittelfeld. Der Abstand nach vorne ist zu groß, um noch einmal angreifen zu können. Andererseits ist die Mannschaft auch zu gut, um nochmal in den Abstiegskampf hineingezogen zu werden – es geht also um die berühmte „Goldene Ananas“. Der TuS Steinbach II/SV Börrstadt, die SpVgg Gauersheim und die SG Sippersfeld/Lohnsfeld/Neuhemsbach hingegen sind akut vom Abstieg bedroht. Letztere, vor der Runde neugegründete Spielgemeinschaft, hat mit dem aktuell letzten Tabellenplatz und erst sechs Punkten auf dem Konto die geringsten Aussichten auf den Klassenerhalt. 32 erzielten Toren stehen 70 Gegentreffer entgegen, was den ligaweit schlechtesten Wert darstellt. Mehr als vier Gegentreffer pro Spiel: Ein Wert, den Neucoach Frank Kolling dringend verbessern muss, soll bei den Kombinierten auch nächste Saison A-Klasse gespielt werden.

Über fünf Tore pro Partie

Die beste Defensive stellt bislang der Vizemeister der Vorsaison, der TuS Göllheim. 24 Gegentreffer in 17 Spielen, also 1,4 pro Spiel, ist der Bestwert. Auch der punktgleiche SV Gundersweiler (beide 35 Punkte) stellt eine starke Defensive, kassierte lediglich zwei Gegentreffer mehr als der TuS. Deutlich mehr Gegentore (34) kassierte der souveräne Tabellenführer aus Winnweiler. Die Truppe um Spielertrainer Waldemar Schneider, der mit 26 Treffern selbst die Torjägerliste anführt, stellt mit 98 Toren in 18 Spielen allerdings eine solch übermächtige Offensive, dass die teilweise vorhandenen Defizite im Defensivbereich nicht ins Gewicht fallen.

An den durchschnittlich 5,33 Toren, die pro A-Klassen-Partie bislang im Schnitt fielen (725 Treffer in 136 Spielen), hat der ehemalige Verbandsligist nämlich einen großen Anteil. Auffällig war, dass neben überdeutlichen Siegen gegen tabellarisch schwache Teams (11:1 gegen Sippersfeld, 10:0 gegen Steinbach II, 7:1 gegen TSG Kaiserslautern) vor allem auch die Comebackqualitäten der Schneider-Truppe ausschlaggebend für die gute Vorrunde waren. „Den Grundstein dafür legen wir im Training. Alle haben richtig gut mitgezogen, sodass wir alle fit waren. In den letzten 15 Minuten, wenn anderen Teams die Puste ausgegangen ist, konnten wir noch mal eine Schippe drauflegen“, findet der Spielertrainer auch direkt die Ursache für die teils späten Erfolge seiner Mannschaft.

Die Comebacker der Liga

Beispiele gefällig? Ein 4:2-Rückstand beim TuS Ramsen wurde in den Schlussminuten noch zu einem Remis gewandelt. Gegen den TuS Göllheim ging der ASV trotz 1:3-Rückstandes in der 55. Spielminute noch als Sieger vom Platz. Die wohl kurioseste Aufholjagd starteten Schneider und sein Co-Trainer Christoph Scharfenberger aber gegen den SV Otterberg: In der 52. Minute dieser denkwürdigen Partie führten die Otterberger mit 6:2. Ein echter Sturmlauf der Offensive des ASV reichte am Ende noch zu einem 6:6-Unentschieden, weil Srdjan Savic in der 86. Minute zum umjubelten Ausgleich traf. Am abschließenden Spieltag des Jahres 2022 drehten die Jungs in den roten Trikots trotz Unterzahl einen 1:2-Rückstand gegen die Verbandsligareserve des TuS Steinbach noch zu einem 3:2-Erfolg.

Für Spielertrainer Schneider gibt es einen ausschlaggebenden Grund für diese starken Comebacks: „Ohne Fitness ist so etwas nicht möglich. Wir sind im Schnitt 15, 16 Mann im Training. Das ist aber auch nötig, um erfolgreich zu sein.“ Schneider mit 26 Treffern, Lewin Heimsoeth mit 20, Ricki Schander mit 19 und Srdjan Savic mit 9 Treffern erzielten mit 74 der in Summe 98 Treffer übrigens mehr Tore als fast alle anderen Mannschaften insgesamt. Lediglich die FCK-Portugiesen überbieten diesen starken Wert mit 78 geschossenen Toren minimal.

Sturmflaute, aber sportliche Fairness

Die schwächste Torausbeute wies bislang die SpVgg Gauersheim auf. Lediglich 19 Treffer in 16 Spielen gelang dem Team um Führungsspieler Niko Rusterholz. Der vielseitig einsetzbare, höherklassig erfahrene Spieler, sieht vor allem die Verletztenmisere als ausschlaggebend für die Flaute vor dem gegnerischen Gehäuse: „Andy Schröder musste zu Beginn der Runde aufhören, das hat uns natürlich enorm geschwächt. Außerdem ist mit Nico Schulz fast die ganze Runde ein Spieler ausgefallen, der immer für 10 bis 15 Tore gut ist. In der Defensive ist uns Flo Debus ausgefallen. Wir mussten in vielen Spielen personell improvisieren und konnten nie mit voller Kapelle auflaufen.“

Stolz zeigt sich der Allrounder vor allem im Hinblick auf das Verhalten seiner Truppe, die sich dabei sicherlich auch an ihm selbst sowie ihrem erfahrenen Coach Kai Steuerwald orientierte: „Wir haben kein Spiel kampflos abgeschenkt oder abgesagt. Wir haben immer alles versucht, auch wenn wir nur elf Spieler waren.“ Belohnt wird dieses sportliche Verhalten, das mittlerweile an der ein oder anderen Stelle zu kurz kommt, mit dem ersten Platz in der Fairnesstabelle unter den Teams des Donnersbergkreises. Lediglich 26 Gelbe und eine Gelb-Rote Karte kassieren die Jungs in den grünen Jerseys. Das macht Rang drei in der Fairnesstabelle hinter dem SV Otterberg und SV Katzweiler. Und auch sportlich sollte die Rückserie besser laufen, wenn es nach Rusterholz geht: „Wie es aussieht, werden wir offensiv noch einige Verstärkungen bekommen. Außerdem werden Flo Debus und Nico Schulz wieder voll mit in die Vorbereitung einsteigen. Wenn wir komplett stehen, haben wir sicherlich eine Mannschaft, die in der A-Klasse bestehen kann!“ Das schlechteste Bild in der Fairnesstabelle unter den Donnersberger Mannschaften gibt bislang der TuS Ramsen mit 41 Gelben und fünf Gelb-Roten Karten ab.

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