Fussball RHEINPFALZ Plus Artikel Zwischenbilanz: TuS Rüssingen muss in der Verbandsliga noch abliefern

Geri Hasa (rotes Trikot) hat neun Treffer für Rüssingen erzielt, es ist der Topwert seiner Mannschaft.
Geri Hasa (rotes Trikot) hat neun Treffer für Rüssingen erzielt, es ist der Topwert seiner Mannschaft.

Nach dem Ende der vergangenen Saison stand der TuS Rüssingen quasi vor dem Nichts. Trainer Akgün Yalcin hatte den Verbandsligisten bereits im Frühjahr verlassen, fast die komplette Mannschaft kehrte dem Verein im Sommer den Rücken. Das neue Team erlebt in der Verbandsliga Höhen und Tiefen.

Trainer Yalcin war schon im vergangenen Frühjahr weg und bis auf Cosmin Dragota verließ die komplette Mannschaft, inklusive Interimscoach und Torhüter Evandro Rachoni, der mittlerweile in der ersten angolanischen Liga spielt, im Sommer den Verein. Für die Nordpfälzer nichts neues, denn Umbrüche mussten sie in den vergangenen Jahren immer wieder bewältigen. Doch diesmal war die Zeit äußerst knapp. Als eine seiner letzten Amtshandlungen verpflichtete der Sportliche Leiter Murat Akkaya, der den Klub ebenfalls verließ, Ediz Sari als Trainer. „Er ist der Mann, den der TuS jetzt braucht. Er lebt Fußball, hat ein Meganetzwerk, aber auch die Erfahrung und den Ehrgeiz die Aufgabe zu schaffen“, stellte er ihn damals vor.

Und der neue Coach machte sich unverzüglich an die Arbeit. Aber nicht allein, wie er immer wieder betonte. Mit dem noch spielenden Christian Heil und Dennis Brecht wird er von zwei Co-Trainern unterstützt. Außerdem kann er auf die Erfahrung und die Kontakte des Sportlichen Leiters Osman Boyraz, mit dem er seit Jahren zusammenarbeitet, zurückgreifen. Nicht ohne Stolz berichtete Sari, dass sie es geschafft hatten, innerhalb kürzester fast 30 Spieler zu verpflichten und sich damit quantitativ bestens für die neue Saison aufgestellt sahen.

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„Wir sind keine Söldnertruppe“

Wieder einmal wichen die Rüssinger von den üblichen Vorgehensweisen im Ligabetrieb ab. Da Sari in Ludwigshafen wohnt und sein Team fast nur Spieler aus dem Großraum der Chemiestadt verpflichtete, wurden die Trainingseinheiten kurzerhand nach Ludwigshafen-Pfingstweide verlegt, was den Weg unter der Woche nach Rüssingen ersparte. Bei den Fußballinteressierten im Kreis sorgte das für einigen Diskussionsstoff. Dem ist Sari aber immer wieder entgegengetreten. „Wir sind keine Söldnertruppe. Meine Mannschaft ist mit vollem Engagement bei der Sache und gibt immer alles bei den Spielen. Wir stehen auch dem Verein gegenüber in der Verantwortung die Liga zu halten. Ich denke, die leider nicht allzu vielen Fans, die uns immer unterstützen, haben das auch gemerkt. Bei ihnen möchte ich mich bedanken.“

Dass er die Saison vielleicht etwas zu optimistisch angegangen war, stellte der Trainer schon im Herbst fest. „Aufgrund der guten Vorbereitung und den Ergebnissen habe ich eigentlich mit einem guten Mittelfeldplatz gerechnet“, hatte er da geäußert. Nach drei Niederlagen zum Saisonstart fanden sich die Rüssinger aber zu diesem Zeitpunkt auf dem drittletzten Tabellenplatz wieder und waren in Zugzwang. Unter der Woche gelang dann bei Aufsteiger Hermersberg endlich der erste Saisonsieg. In der Nachspielzeit sicherte Geri Hasa, bislang mit neun Treffern erfolgreichster Torschütze des TuS in der laufenden Saison, mit dem 4:3 die ersten drei Punkte. Allerdings standen nach diesen vier Spielen auch schon zwölf Gegentreffer auf dem Konto der Rüssinger. Eindeutig zu viele, wie Sari schon damals monierte. Es sollte noch schlimmer kommen.

Phase des Aufschwungs

Nur drei Tage später unterlag man beim Spitzenreiter SC Idar-Oberstein mit 0:5. Die sportliche Leitung sah sich zum Handeln gezwungen und verpflichtete kurz vor Ende der Transferperiode mit Tolga Karlidag, Blendoar Kryeziu und Deji Beyreuther noch drei Spieler, die vor allem die Defensive stärken sollten. Das brachte im Kerwespiel gegen Marienborn noch nicht den gewünschten Erfolg: Es setzte eine 1:3-Niederlage. Doch danach folgten drei Siege in Folge und mit Platz acht gelang die bisher beste Saisonplatzierung.

Die restlichen zehn Saisonspiele gestalteten die Nordpfälzer äußerst wechselhaft, verabschiedeten sich aber mit zwei Niederlagen und dem Abrutschen auf einen Abstiegsplatz in die Winterpause. Der TuS Rüssingen ist zurzeit mit 21 Punkten auf Rang 13 notiert, hat zwei Punkte weniger als die TSG Bretzenheim auf dem ersten Nichtabstiegsrang. „Vielleicht gar nicht so schlecht, dann gibt es im neuen Jahr keine Ausreden mehr“, kommentiert Sari diesen Fakt. Auch Osman Boyraz hatte mit einem anderen Saisonverlauf gerechnet: „Die Mannschaft musste sich erst finden und hat dann nicht immer glücklich agiert. Aber die Spieler kommen gut miteinander aus und haben das gleiche Ziel, den Klassenerhalt. Von dem bin ich überzeugt.“

Wie Sari und Boyraz kann sich auch Klaus-Peter Hornung, Vorsitzender und Macher des TuS, die teils haarsträubenden Abwehrfehler, die zu insgesamt 43 Gegentoren geführt haben, bei gleichzeitig 29 selbst erzielten Toren, nicht erklären. „In der Verbandsliga werden solche Sachen eben gnadenlos bestraft. Manchmal hat auch ein bisschen das Glück gefehlt und wir könnten den ein oder anderen Punkt mehr haben. Aber ich bin optimistisch, mit dem Kader müssen wir den Klassenerhalt eigentlich schaffen“, sagt er.

„Dazu müssen wir aber die wichtigen Spiele gewinnen“, weiß Trainer Ediz Sari und setzt seine Mannschaft schon gleich für den Auftakt im neuen Jahr (26. Februar) unter Druck. Da müssen die Rüssinger beim Tabellenletzten FC Speyer antreten, der von seinen zwei Saisonsiegen einen beim TuS geholt hat.

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