Donnersbergkreis Zwerchfell-Attacken im Festhaus

WINNWEILER. Comedian Peter Beck alias Begge Peder sorgte am Freitagabend im Winnweilerer Festhaus, wo er vor knapp drei Jahren zuletzt auftrat, über zwei Stunden hinweg für pure Unterhaltung. In seiner unvergleichlichen Art präsentierte er den rund 300 Gästen sein aktuelles Programm „Kommer nitt so!“ mit haar- und zwerchfellsträubenden Geschichten aus dem alltäglichen Leben.
„Seid ihr groß geworde“, freute sich der Künstler, nach knapp dreijähriger Abstinenz wieder in Winnweiler auftreten zu dürfen. Die Parkmöglichkeiten vorm Festhaus waren am Freitagabend ob des Tages der offenen Tür am gegenüberliegenden Wilhelm-Erb-Gymnasium völlig ausgeschöpft. Becks Beobachtungen: „Es is immer wieder interessant zu sehn, wie Mütter mit großen Autos in viel zu kleine Parklücke wollen.“ Dann ging es los: Grauer Arbeitskittel, helle Cordhose mit Träger, Rasierpinselhut, Hornbrille, ein paar schiefe, verfaulte Schneidezähne. Es waren wieder die greifbaren Geschichten aus dem Leben – einige schon bekannte, aber auch viele neue -, die der „hessischste“ aller Hausmeister gekonnt übertrieben darstellte. Fehlen durfte da selbstverständlich nicht sein langjähriger Freund „Wertstoff“-Günther, gegen dessen adipöse Frau Marlies er immer wieder stichelte. „Die hat 140 Kilo. Do hasch du a halbie Stunn zu schaun und warsch noch lang net in alle Falte drin.“ Auf dem Kreuzfahrtschiff durfte sie auf Anordnung des wieder freigelassenen Kapitäns Schettino nur in der Mitte laufen. Gleich 25 Liter Öl musste Günther während der zwei Wochen auf den „2000 Quadratmeter Rücken“ seiner Frau verstreichen. Wieder in die Heimat zurückgekehrt, hatt Marlies für ein Oktoberfest in ein Dirndl gezwängt, in dem sie gut und gern „vier Festmeter Holz vor de Hütte“ hatte. „Antonov“, eine schmal und groß gewachsene weitere Bekannte, hatte dagegen „noch net mol Anmachholz zu biete.“ Neu mit ins Boot holte der Künstler seinen jüngeren Bruder Albert, der schlecht hört, aber dafür nicht gut sieht und mit 58 immer noch bei der Mutter wohnt. Albert sammelt Nasensekret und bekam auf eigenen Wunsch von Peter „ein Amulett in die Hand gerotzt.“ Echauffiert hat sich der Hausmeister auch über seinen Friseur Edgar, ein richtiger „Johnny Däpp.“ Auf die lästige Frage: „Wie sollmerse schneide?“ antwortete er mit „Ab!“. Und als Edgar nach seinem Tun den Spiegel um Begge Peders Haupt hielt, kam nur ein genervtes: „Jo. Wachsen jo widder“ zurück. Ob die volle Breitseite gegen den „Vegan-Trend“, Freund und Schwimmmeister „Titanic“, der zwar eine 300 Meter tief reichende Taucheruhr besitzt, aber nur das Kinderbecken überwacht, oder den Roboterstaugsauber von Günther und Marlies: Der Kabarettist hatte noch einiges mehr zu bieten und griff immer wieder auf bewährte Szenen und Witze aus der Vergangenheit zurück. Zu erkennen gab sich Peter Beck vor und nach seiner Show. Der 62-Jährige Sympathieträger, aufgewachsen in Bad Schwalbach und seit über 40 Jahren wohnhaft in Taunusstein, ist Vorsitzender der Stiftung krebskranke Kinder. Bei jedem seiner Auftritte, mit denen er im Jahr 2001 angefangen hat, stellt er eine Spendendose auf. „250.000 Euro sind bis heute zusammengekommen“, bedankte sich Beck und strahlte über beide Ohren.