Donnersbergkreis Zwei Probleme suchen Lösung
Strengere Brandschutznormen und stark gewachsene Kinderzahl summieren sich für die Gemeinde Morschheim zu einem Problem: Sie muss sich nach einer Brandschutzüberprüfung für den Kindergarten eine neue Lösung einfallen lassen.
Vorab: Dass im Ernstfall der Brandschutz in der Kita nicht gewährleistet ist, müssen Eltern nicht befürchten. Alle Räume, so Ortschef Joachim Fister, seien mit Rauchmeldern ausgestattet, eine Fluchttreppe hat die Kita natürlich auch. Aber manches, erläutert Fister bei RHEINPFALZ-Nachfrage, passe eben nicht mehr zusammen. Als die ersten „Frechdachse“ 1998 in das zum Kindergarten umgebaute denkmalgeschützte Haus einzogen, war der für 25 Mädchen und Jungen zwischen drei und sechs Jahren ausgelegt. „Wir hatten damals viel Platz für die eine Gruppe“, sagt der Ortsbürgermeister. Mittlerweile nähere man sich jedoch 40 Kindern. Einerseits, weil der Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz heute auch für unter Zweijährige gilt, zweitens, weil in Morschheim – was Fister eigentlich sehr freut – die Kinderzahl noch im Wachsen ist. Man rechne daher auch weiter mit 40 nötigen Plätzen. Es ist also eng geworden. Als ein Beispiel des Zusammenhangs von Räumlichkeiten und Brandschutz greift Fister den Flur heraus. Dort stehen seit 1998 Garderoben und Sitzbänke, für 25 Kinder ausgelegt. Für 40 Kinder reichen sie heute nicht mehr aus. Und im Ernstfall wäre hier ein Fluchtweg „verbaut“. Fister hat dem Gemeinderat am Montagabend über die Brandschutzüberprüfung des Kindergartens berichtet. Bei einem Ortstermin mit zuständigen Behörden seien Mitte Juni mögliche Konsequenzen daraus für die Gemeinde diskutiert worden. Ohne dass er dem offiziellen Bericht vorgreifen wolle, sagte Fister der RHEINPFALZ, sei wohl absehbar, dass das Gebäude zumindest in jetziger Form kaum zu halten sein werde, „es sei denn, wir finden noch das Ei des Kolumbus für die Raumaufteilung“. Für Morschheim, so Fister, müsse es jetzt „unaufgeregt“ um eine längerfristig tragende Lösung gehen. Denn kein Kind, so das erklärte Ratsziel, solle lange auf einen freien Platz im Morschheimer Kindergarten warten müssen, und die künftige Lösung müsse bezahlbar sein. Wo und wie man sie findet, ist allerdings noch offen. Fister selbst würde sie am liebsten in einer Erweiterung des jetzigen Domizils sehen, denn es liege ideal mit seinem Zugang zum Bürgergarten und dem recht kurzen Weg zur Halle, wo die Kinder turnen. Doch nach kurzem Anskizzieren von Ersatzmöglichkeiten in der jüngsten Ratssitzung war man sich schnell einig, dass man kaum ohne ein Planungsbüro weiterkommt. Sobald das offizielle Gesprächsergebnis vorliege, soll der Rat zu einer neuen Sitzung eingeladen werden, die mit einem Treffen vor der Kita beginnt. (dgw/bti)