Donnersbergkreis Zwei Powerfrauen unter einem Dach
Das Mieterensemble im renovierten, ehemaligen Mühlengebäude ist komplett. Seit Anfang Oktober gibt es auch in den letzten zu belegenden Räumen in der Mühlstraße 4 in Kirchheimbolanden reges Leben: Bärbel Fuhrmann aus Jakobsweiler hat mit ihrer Floristik im Erdgeschoss Eröffnung gefeiert.
Rückblick, Frühjahr 2016: Da sah es im Gebäude selbst und um das weitläufige Anwesen herum deutlich anders aus. Für Kunden gab es noch nichts Interessantes zu entdecken, nichts zu kaufen; allenfalls zu beobachten waren unterschiedlich große Trupps von Handwerkern, die sich um den angestrebten neuen „industrial look“ der Räume bemühten. Mitten hinein in dieses bauliche Gewusel und mutig akustische und optische Beeinträchtigungen in Kauf nehmend bezog Sabine Steinhauer am 25. April 2016 als erste Mieterin 280 Quadratmeter auf zwei Etagen der alten Mühle. Im ersten Stock kann man sich bei drei Mitarbeitern physiotherapeutische Unterstützung holen, im zweiten bietet Steinhauer, die seit zehn Jahren in Kirchheimbolanden als Trainerin arbeitet, Pilateskurse an. „Meinen Kunden bin ich sehr dankbar, dass sie sich am Anfang nicht von der Baustellenatmosphäre haben abschrecken lassen. Und ich habe es nicht bereut, hierher gewechselt zu haben. Es ist optimal, wenn man sich mitplanend die Bedingungen so einrichten kann, wie sie am besten für unsere Tätigkeiten sind“, erzählt Steinhauer. „Besonders wichtig für mich war die Herstellung von zwei großen Räumen: Einer für die Gruppenübungen und der zweite für die Pilatesgeräte, die viel Platz brauchen. Beide sind vorhanden.“ Es gebe – so Steinhauer weiter – insgesamt nur ungefähr 80 Pilatesgerätestudios in ganz Deutschland, deswegen sei sie über die räumlichen Gegebenheiten besonders glücklich. Mit Nachdruck betont sie: „Alles kommt meinem Ziel, mit Menschen ganzheitlich zu arbeiten, sehr entgegen.“ Auch Bärbel Fuhrmann strahlt: „Ja, mein Laden ist genau so geworden, wie ich mir das immer gewünscht habe. Hier habe ich die Möglichkeiten zu zeigen, was ich kann.“ Seit 30 Jahren ist Fuhrmann blumig unterwegs und sich im Klaren darüber, was es bedeutet, in diesen Dimensionen ein eigenes Geschäft zu führen. „Ich bin Metzgerstochter, weiß, wie bereichernd, aber auch belastend es sein kann, selbstständig zu sein. Um heute bestehen zu können, muss man etwas Besonderes bieten.“ Und gerade bei Floralem sei die Konkurrenz groß, erläutert Fuhrmann weiter. „Aber ich mache nicht das, was andere machen. Die, die zu mir kommen, spüren, dass ich mit meiner Seele bei der Arbeit bin. Die Natur ist für mich das Wichtigste: Sie leitet mich, regt mich an, gibt mir Ideen. Und wenn ich dazu noch lächle, ist alles gut.“ Tatsächlich fällt es schwer, sich nur zum Gucken im Fuhrmannschen Geschäft aufzuhalten. Zu verführerisch sind das geschmackvolle Ambiente, die außergewöhnlichen Arrangements, die ansprechenden Dekoartikel. Und das Lächeln von Bärbel Fuhrmann. Zwei interessante, durchaus unterschiedliche Angebote kombiniert unter einem tragfähigen Dach. Der schöne Gedanke der Ganzheitlichkeit von Sabine Steinhauer fällt einem wieder ein. Eine runde Sache jedenfalls. Es scheint, als würde sich das Mühlrad wieder drehen. |uhi