Donnersbergkreis Zur Person: Musikliebhaber, Fußball-Fan und kirchlicher Teamspieler

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Für die Otterbacher ist es der alte, für die Protestanten der bisherigen Dekanate Rockenhausen, Winnweiler und Lauterecken der neue Dekan. Matthias Schwarz führt in den kommenden zehn Jahren den Kirchenbezirk „An Alsenz und Lauter“. Er betont, dass die Aufgabe auch für ihn Neuland ist. „Das Zusammenwachsen kann dauern“, sagt der 51-Jährige, der in diesem Prozess zu Experimenten bereit ist. Ab Juni will sich der kirchliche „Teamspieler“ auf den Weg machen. Dann leitet Schwarz das mit knapp 53.000 Kirchenmitgliedern größte von 16 Dekanaten der Landeskirche. Auf seinen Führungsstil angesprochen, sieht er sich eher als Moderator. „Ich möchte kein Alleinherrscher sein“, stellt er klar. Vielmehr will er die Kirchenmitglieder am Zusammenwachsen beteiligen, „dann empfinden sie es auch als ihre Kirche“. Nach seiner Wiederwahl 2014, bei der die Synode geschlossen für Schwarz votiert hatte, sowie der großen Zustimmung am Samstag beginnt der Dekan seine neue Aufgabe mit einem starken Amtsbonus und großem Rückhalt. Dies hilft ihm, denn er weiß: „Es riecht nach Arbeit.“ Um die Menschen im Dekanat kennenzulernen, wird er nun viel unterwegs sein. War er bisher zur Hälfte Gemeindepfarrer, hat er nun vor allem mit Verwaltung zu tun. Seine Stelle umfasst nur noch zu 20 Prozent den Gemeindedienst. In Speyer geboren, wuchs Matthias Schwarz in Böhl-Iggelheim auf. Neben der landeskirchlichen Tradition – der Großvater war Presbyter – wurde er auch durch die pietistische Gemeinschaft geprägt, sagt er in seiner Vorstellung vor der Synode. Als sein Zwillingsbruder an Leukämie erkrankt war, hat die Familie Unterstützung von zwei dem Evangelischen Gemeinschaftsverband verbundenen Diakonissen erhalten. Die Schwestern begleiteten sie in der schweren Zeit. „Da entstand eine tiefe Verbundenheit“, schildert Schwarz. Seine Geschwister und er wurden im christlichen Glauben erzogen. Als Jugendlicher engagierte er sich in der Kirche – die spätere Berufswahl kam nicht überraschend. Zum Theologie-Studium hat ihn dann sein Religionslehrer ermutigt. Studienorte waren Heidelberg und Tübingen, das Vikariat in Dahn und beim Missionarisch Ökumenischen Dienst (Landau). Im November 2004 wurde der verheiratete Vater dreier Kinder zum Dekan des Kirchenbezirks Otterbach gewählt. Zuvor war er zehn Jahre Pfarrer in Jettenbach. In dem Musikantendorf gründete der musikbegeisterte Theologe die Singgruppe „Himmel und Erde“. Denn Musik hat laut Schwarz großes Potenzial, Menschen zu erreichen. Die Formation wird auch den Festgottesdienst zu seiner Einführung am 5. Juni, 14 Uhr, in der Otterberger Abteikirche begleiten. Neben der Musik – Schwarz spielt Klavier und Gitarre – gehört Fußball zu seinen Hobbys. „Wir sind eine fußball-verrückte Familie“, verrät der Pfarrer, der als Jugendleiter bei FC Phönix Otterbach aktiv ist. Den demografischen Wandel sieht Schwarz, der auch Mitglied der Landessynode und deren Vizepräsident ist, als große Herausforderung: Weniger Geld, weniger Kirchenmitglieder, weniger Pfarrer und größere Strukturen – dies alles verlange viel Engagement. Doch „gelingende Integration gibt es nicht zum Nulltarif“, weiß Schwarz. „Menschenfreundlich und offen“ möchte er Kirche gestalten. Zugute kommt ihm dabei seine „frische, lebendige Art sowie Humor und Freundlichkeit“, wie das Presbyterium seinen Pfarrer charakterisiert. (suca)

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