Donnersbergkreis RHEINPFALZ Plus Artikel Zellertalbahn vor Reaktivierung: Zementwerk Dyckerhoff mischt mit

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Die Sanierungsarbeiten auf der Strecke der Zellertalbahn sind fast abgeschlossen. Jetzt müssten noch Details zur Sicherung an den Bahnübergängen geklärt werden.

Die Zellertalbahn zwischen Langmeil und Monsheim steht vor einem Revival. Doch nicht nur Ausflügler könnten profitieren. Das Zementwerk Dyckerhoff hat einen konkreten Plan.

Es kommt Bewegung in die Reaktivierung der Zellertalbahn im Donnersbergkreis – und das nicht nur in Sachen Freizeitverkehr. Wie Michael Heilmann, Verbandsdirektor der Zweckverbands Öffentlicher Personennahverkehr Rheinland-Pfalz Süd, am Montag bei einer Verbandsversammlung im Kirchheimbolander Kreishaus mitteilt, gibt es durchaus Interesse eines Nordpfälzer Unternehmens an einem eigenen Werksanschluss.

Das Göllheimer Zementwerk Dyckerhoff strebe den Anschluss an die 28 Kilometer lange Bahnstrecke zwischen Langmeil und Monsheim an. Der Zementproduzent spiele mit dem Gedanken, die Gleisstrecke nach ihrer derzeitigen Sanierung alternativ zu nutzen. Große Lieferungen von Material und Zusatzstoffe, die zur Herstellung von Klinkern benötigt werden, könnten so vom Straßen- auf das Gleisnetz verlagert und ins Göllheimer Werk geliefert werden – ohne Umwege und Staus. Damit entwickele die Region einen wichtigen weiteren Standortfaktor für Unternehmen, „der ohne die Reaktivierung der Zellertalbahn nicht möglich wäre“, so Heilmann weiter.

Ziel: Strecke in Rheinland-Pfalz-Takt integrieren

Auch Staatssekretär Michael Hauer aus dem Klimaschutz- und Mobilitätsministerium plädiert weiterhin dafür, die richtige Entscheidung bei der Auswahl der zu ertüchtigenden Strecken getroffen zu haben: „Wir wollen Chancen eröffnen.“ Dyckerhoff und die Zellertalbahn seien ein gutes Beispiel dafür, dass jede reaktivierte Strecke die Möglichkeit habe, sich zu etablieren und weiterzuentwickeln. Diese Chance sei allemal lohnenswert, auch in Hinblick auf regionale Faktoren, sagt Hauer.

Abgesehen davon rückt die langersehnte Wiederinbetriebnahme der Strecke zwischen Langmeil und Monsheim der Zellertalbahn in greifbare Nähe. Die Sanierungsarbeiten am Schienennetz kämen gut voran, fasst Verbandsvorsteher Dietmar Seefeldt den bisherigen Fortschritt zusammen. Heilmann ergänzt: Jetzt müssten noch letzte Details bei den Anlagen für die Bahnübergangssicherung geklärt werden. Deren Neubau hatte sich in der jüngsten Vergangenheit mehrfach verzögert, weil ein behördliches Genehmigungsverfahren – ein sogenanntes Planfeststellungsverfahren – vom zuständigen Landesbetrieb Mobilität bislang fehlte. Er ist optimistisch: „Die 28 Kilometer lange Strecke kann voraussichtlich im kommenden Jahr wieder in Betrieb genommen werden.“ Ziel sei es, die Verbindung als die kürzeste Strecke zwischen Kaiserslautern und Worms in den Rheinland-Pfalz-Takt zu integrieren.

Guth: Dringender Bedarf zur Reaktivierung

Ursprünglich war die Zellertalbahn bis 1983 für den Personenverkehr in Betrieb und bis 1998 für den Güterverkehr. Zwischen 2001 und 2017 war die Strecke nur noch zwischen Mai und Oktober an Sonn- und Feiertagen befahren worden, ehe der Ausflugsverkehr wegen dringend nötiger Sanierungsarbeiten an den Gleisen eingestellt werden musste.

Auch Landrat Rainer Guth freut sich darauf, dass der Ausflugsverkehr voraussichtlich ab 2026 wieder läuft. Jahrelang hatte sich der Kreis für die Reaktivierung eingesetzt, konnte die veranschlagten 8,3 Millionen Euro aber nicht alleine stemmen. Daher bat der Kreis um finanzielle Unterstützung vom Land. „Ich freue mich darauf. Was lange währt, wird endlich gut“, sagt Guth. Besonders freue er sich darüber, dass das Göllheimer Unternehmen Dyckerhoff die Reaktivierung der Bahnstrecke für sich als wichtigen Standortfaktor wahrnehme: „Hieran sieht man den dringenden Bedarf der Inbetriebnahme der Zellertalbahn. Sie wird zusätzlich zum Personen- und Ausflugsverkehr auch zentrale Bedeutung für unsere Arbeitgeber und ihre Betriebe haben.“

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