Nils erklärt
Zauberhafte Winterschönheiten
Das sieht ja aus wie ein eisiger Wasserfall! Wäre jetzt Sommer, würde das erstarrte Wasser rinnen und tropfen. Aber dort oben im Wildensteiner Tal oder im Winterthal (der Name passt super, nicht wahr?) bei Falkenstein war es in den letzten Tagen so kalt, dass es gefror und wunderschöne Eiszapfen entstanden. Aber wie funktioniert das eigentlich?
Wasser folgt der Schwerkraft
Um das zu erklären, beschreibt Rolf Diller, Physik-Professor an der Uni Kaiserslautern, zuerst eine typische Eigenschaft von Wasser: „Es fließt immer nach unten, weil es der Schwerkraft folgt. An den flachen Felsen rinnt geschmolzenes Wasser entlang, bis es an einen Überhang kommt.“ Geschmolzen? Ach so, von der Sonne, die tagsüber auf die vereisten Stellen des Felsens scheint. Dadurch wird das Eis teilweise zu Wasser, und das fließt bis an die vorstehende Felskante. Ab hier erklärt Rolf Diller den weiteren Weg so: „Nun hat das Wasser keinen Untergrund mehr, an dem es entlang fließen kann. Also tropft es herab.“ Wenn es mit den Temperaturen unter Null geht, gefriert das tropfende Wasser: Der erste Tropfen wird zu Eis. Ein neuer Tropfen rinnt an ihm hinunter und friert unten an. Und so geht das weiter: „Wenn immer mehr Wassertropfen am tiefsten Punkt gefrieren, wächst der Zapfen in die Länge“, erklärt der Physiker.
Nicht zu warm, nicht zu kalt
Dafür müssen aber die richtigen Mengen von fließendem und gefrierendem Wasser zusammenkommen, betont er. Damit Schmelzwasser überhaupt fließen kann, darf es nicht zu kalt sein. Und es darf nicht zu warm sein, sonst schmilzt das ganze Eis. .... “ Ähnlich entstehen übrigens die Eisbuckel, die du auf dem Foto unten links siehst: Schmelzwasser fließt über sie und gefriert bei Minusgraden. Der Rest tropft auf die nächste Steinstufe.
Das Bild links oben hat unser Mitarbeiter Andras Fischer im Winterthal bei Falkenstein aufgenommen. Nur mit äußerster Vorsicht konnte er sich dort am Wegrand vorbeihangeln. Dieser Weg verläuft übrigens parallel zur steilen Hauptstraße um Falkenstein herum. Die beiden Bilder oben rechts und unten links sind unserem Fotografen Helmut Dell im Wildensteiner Tal geglückt. Und unten links hat unsere Fotografin Julia Hoffmann einige Zapfen im Bild eingefangen, die in der Sonne schon langsam zu schmelzen anfingen.