Donnersbergkreis Wohnprojekt könnte noch größer werden
Es ist ein Konzept, das für Aufsehen gesorgt hat: Die Rede ist vom Wohn- und Betreuungsprojekt „Haus Donnersberg“, das die Ortsgemeinde Steinbach gerne umsetzen möchte. Das könnte nun noch größer werden als ursprünglich angedacht. Vor allen Dingen deswegen, weil derzeit Gespräche mit einem möglichen Partner laufen – dem Evangelischen Diakoniewerk Zoar.
„Mit der Leitungsebene haben wir sehr konstruktive Gespräche geführt“, sagt der Steinbacher Ortsbürgermeister Reiner Bauer der RHEINPFALZ. So sei denkbar, dass Zoar das Projekt als Dienstleister für den Bereich Pflege, aber auch im Gebäudemanagement begleitet. „Das wäre eine Ideallösung“, sagt Bauer. Beim „Haus Donnersberg“ handelt es sich, wie am 27. April 2018 berichtet, um ein Konzept für ältere Menschen. Die Ortsgemeinde würde hierfür ein 1100 Quadratmeter großes Grundstück einbringen. Durch das Ministerium für Soziales, Familie und Gesundheit gab es eine Anerkennung als „innovatives Wohn- und Quartiersprojekt“ – verbunden mit einer Zuwendung für die Gründungsberatung. Vorgesehen waren bislang zehn rollstuhlfreundliche Wohneinheiten mit kleiner Küche und eigenem Bad. Wichtig ist dem Ortschef, dass man hier ein selbstständiges Leben – falls gewünscht mit Unterstützung – führen kann. Im Erdgeschoss sind Gemeinschaftsräume für Betreuungs- und Begegnungsangebote vorgesehen. „Mittlerweile gibt es aber Überlegungen, die Pläne auszuweiten“, sagt Reiner Bauer, der beim Donnersbergkreis als Standortentwickler und Wirtschaftsförderer tätig ist, zuvor Abteilungsleiter Soziales in der Kirchheimbolander Kreisverwaltung war. Die Idee ist, ein Nachbargrundstück hinzu zu nehmen. „So könnten wir die Fläche attraktiver anordnen.“ Mit einem Partner Zoar seien auch Wohnplätze für jüngere beeinträchtigte Menschen denkbar – somit dann ein Inklusionsprojekt. Dann könnte auch das Gebäude auf 17 bis 18 Wohneinheiten wachsen. Allerdings betont Bauer, dass hier noch einiges mit dem Evangelischen Diakoniewerk, das seinen Sitz auf dem Inkelthalerhof in Rockenhausen hat, zu klären sei. Weiter im Gespräch sei zudem auch das Kaiserslauterer Bauunternehmen F.K. Horn – bei der Planung und beim Bau. Was die Rechtsform betrifft, so wird nach wie vor an eine Genossenschaft gedacht. „Das wäre auch eine gute Form, um bürgerschaftliches Engagement und die Beteiligung von Zoar oder auch F.K. Horn zu koordinieren“, berichtet Bauer. Ziel sei es, dass diejenigen, die eine Wohnung möchten, auch Genossenschaftsmitglied werden. Das können aber auch weitere Bürger sein. In der Ortsgemeinde gebe es für das Projekt viel Zustimmung – und bereits erste Interessenten für Wohnungen, aber auch als Mitglied in der Genossenschaft. Bislang wurden die Baukosten auf 1,5 Millionen Euro geschätzt. Neben dem Gebäude selbst sollen in dessen Umfeld auch Grünflächen entstehen. So soll ein Gelände mit dem Bereich an der Kirche verbunden werden. Auch ein Spielplatz befindet sich dort. Reiner Bauer wünscht sich einen Begegnungsort für jüngere und ältere Menschen. Zudem sieht er die zentrale Lage des Grundstückes im Ort als weiteren Vorteil. Kirche, Café, Einkaufsladen, Friseur sind in unmittelbarer Umgebung. Dazu gibt es das Sportheim oder die Hütte des Pfälzerwaldvereins mit kulinarischen Angeboten. Einen Zeitplan für das Projekt kann der Ortsbürgermeister derzeit noch nicht nennen: „Wir haben ein großes Arbeitspaket, das vor uns liegt. Das muss gründlich abgearbeitet werden.“ Von Seiten des Evangelischen Diakoniewerks Zoar will man sich in einer der nächsten Verwaltungsratssitzungen intensiver mit diesem Thema beschäftigen.