Donnersberger Echo RHEINPFALZ Plus Artikel Wochenende Nummer eins: Die Straßen füllen sich wieder

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Das Wochenende läuft. Für viele Menschen ist es eines der langen Sorte, dank Feiertag am Donnerstag und dem – für alle, deren Job es hergibt – fast schon obligatorischen folgenden Brückentag. Aber dieses Wochenende ist noch viel mehr: Es ist vor allem eines, das endlich, endlich wieder so richtig mit Leben gefüllt ist auf den Straßen.

Schon am Mittwoch, als Gäste erstmals wieder in den Innenräumen von Restaurants und Kneipen Platz nehmen durften, sei er für den Abend fast vollständig ausgebucht, hatte mir ein Gastronom in Kibo zur Mittagszeit erzählt. Klar, irgendwie lechzen wir doch alle nach der so oft angeführten Normalität.

Aber wollen wir wirklich nur deshalb so unbedingt ausgehen, uns einfinden, ausschweifen, einkaufen, uns auspowern und einkehren, weil es halt normal ist? Beziehungsweise: irgendwann mal war? Na ja, dass der Mensch ein Gewohnheitstier ist, das weiß ja schon der Volksmund. Aber es ist nicht nur das. Wir haben nicht nur deshalb so sehnsüchtig gewartet. Sondern auch, weil all das eben nicht nur normal ist, sondern richtig schön.

Die kleinen Dinge sind die ganz großen

Sich im Restaurant seiner Wahl hervorragend bekochen und bewirten lassen. In der Stammkneipe mit Bekannten den gesamten Abend lang erzählen, lachen, diskutieren. Beim Schlendern durch die Geschäfte auf Produkte stoßen, nach denen man beim Online-Shopping nie und nimmer gesucht hätte, und nebenbei noch mehr bekannte Gesichter treffen als nur den unter Zeitdruck stehenden Paketlieferanten. All diese Möglichkeiten, die wir bis vor noch gar nicht all zu langer Zeit als ... ja, genau, eben völlig normal hingenommen haben, sind in Wirklichkeit nämlich richtig, richtig großartig.

Mit dieser Erkenntnis können wir uns nun unnachgiebig selbst geißeln, uns vorwerfen, dass wir bis vor 15 Monaten anscheinend dazu neigten, auf echt hohem Niveau zu jammern. Oder uns ganz einfach für die Zukunft vornehmen, all diese Möglichkeiten, die uns tagtäglich offenstehen, auch tatsächlich zu genießen.

So lange wir dürfen. Denn eines ist auch klar: Noch ist die ganze Nummer mit der Pandemie nicht durch. Es scheint – mal ganz unwissenschaftlich und laienhaft bewertet –, als seien wir auf einem ganz guten Weg, Lockerungen hatten wir zwar 2020 auch schon mal, aber damals waren diese noch nicht mit Impfstoff unterlegt. Also: Könnte funktionieren, wenn wir es nicht auf die leichte Schulter nehmen.

Rausgehen und genießen – mit Abstand

Die (mittlerweile) altbekannten Hygiene- und Abstandsregeln gelten nach wie vor. Halten wir uns doch einfach weiter daran, um das, was wir nun erreicht haben, nicht zu gefährden. Ganz ehrlich: Als so schlimm, wie es uns vor gut einem Jahr vorgekommen ist, hat sich die Sache mit dem Abstand, dem regelmäßigen Händewaschen und den Masken ja gar nicht herausgestellt, oder? Da haben wir in der Zwischenzeit ganz andere Restriktionen erlebt, die jetzt – zu einem großen Teil und fürs Erste auch nur vorläufig – abgeschafft worden sind.

Für vieles braucht man derzeit nicht mal mehr einen Test (zum Beispiel Außengastronomie). Und die konstant niedrigen Inzidenzen im Donnersbergkreis machen Hoffnung, dass wir jetzt erstmal eine Zeit lang gar nicht mehr in Versuchung geraten, die Landesregeln zu studieren, was sich denn ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von mehr als 50 oder gar mehr als 100 eigentlich ändern würde. Begreifen wir diesen – hoffentlich lange währenden – Zeitraum als ein Geschenk an uns selbst, das wir uns (fast) alle mit Disziplin erarbeitet haben.

Zeigen wir den Ladenbesitzern, den Dienstleistern und Gastronomen in unserer Umgebung, dass wir sie nicht vergessen haben und sie wieder auf uns als Kunden bauen können. Begegnen wir wieder Menschen – Freunden, Bekannten und Unsympathen – in den Gassen. Und genießen wir das Ganze vor allem selbst. Nicht nur weil es ein Schritt in Richtung Normalität ist. Sondern ein Schritt hin zu etwas, was wir uns so dringend ersehnt haben.

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