Donnersbergkreis
Winnweiler: Zum Valentinstag ein Gottesdienst über die Liebe
Gleich hinter der verwunschenen Eingangstür der kleinen Kapelle werden die Paare mit einem Sekt empfangen. Die Stimmung ist von Anfang an ausgelassen. Das Innere der Kirche ist getaucht in ein gedämpftes, stimmungsvolles Licht.
„Habt ihr Schmetterlinge im Bauch?“, fragt der katholische Pfarrer Carsten Leinhäuser die Verliebten und Paare, die sich am Valentinstag zu einem besonderen Gottesdienst in der Kreuzkapelle in Winnweiler treffen. Ein etwas verlegenes Kichern, das durch die voll besetzte Kirche zieht, gibt darauf die Antwort.
Unter den Besuchern waren Franziska Weber aus Langmeil und Moritz Edler aus Katzenbach. „Wir sind seit sieben Jahren ein Paar. Wir freuen uns auf den Gottesdienst“, sagt Weber. Ob sie sich segnen lassen, entscheiden sie, wenn es so weit ist.
Ein Abenteuer, das nie zuende ist
Das Thema des Gottesdienstes „Die Liebe“ beschreibt der Pfarrer als Weg eines Abenteuers, der nie zu Ende ist. Die Bibelstelle, die Gemeindereferentin Gabriele Heinz vorliest, ist aus dem Brief des Paulus an die Korinther: Hohelied der Liebe (1. Korinther 13). So liest sie Zitate wie: „Die Liebe ist langmütig“, und „Die Liebe vergeht niemals“. „Der Brief ist poetisch, er beschreibt die perfekte Liebe“, sagt Pfarrer Leinhäuser. „Die Realität ist oft anders. Sie kann kantig und salzig sein. Es kostet Energie, einen Gipfel zu besteigen. Liebe ist nicht statisch fest. Wir kämpfen und streiten auch mal“.
„Es ist, was es ist, sagt die Liebe“, so ein Zitat aus einem Gedicht von Erich Fried. Anhand einer Landkarte, einer Landschaft lädt Leinhäuser die Paare ein, sich selbst in den Bergen zu suchen und zu erkennen, wo sie stehen. Mit einem Blick auf die Karte beschreibt er, was er sieht: „Dort gibt es ein Jammertal, einen Unterschlupf, Kraftquellen, eine Durststrecke, Weggabelungen, sonnige Lichtungen, einen Ruhefelsen und einen Anfängerhügel.“ Liebe wäre auch etwas Göttliches, Gott gehe mit auf den Gipfel und ins Tal. „Wenn es schwierig wird, auf den Berg zu kommen, dann ist Gott vielleicht auch die Hüttenwirtin, die sagt, dass sie nicht so schnell gehen und eine Pause machen sollen, um etwas zu essen und zu trinken“, feilt der Geistliche weiter an diesem Bild.
Dankbar für Geduld und Verständnis
Im Anschluss gibt der Pfarrer den Paaren die Möglichkeit, Bitten und Danksagungen auf einen Zettel zu schreiben. Die können vor ein Fischernetz gelegt werden, das über den Altar gespannt ist. „Das Netz ist auch ein Symbol. Es ist ein Zeichen dafür, dass man in einer Beziehung mit vielen weiteren Menschen verbunden ist. Auch da hat Gott seine Finger mit im Spiel“, sagt er. Dankbar sind die Paare zum Beispiel für ihre gegenseitige Geduld und ihr Verständnis.
Immer wieder gibt der Pfarrer die Möglichkeit, bei entspannter Musik, die von der Herz-Jesu-Combo gespielt wird, über das Gesagte nachzudenken und mit seinem Partner darüber zu reden. Gemeinsam singen alle dazu Lieder wie „Von allen Seiten umgibst du mich“, „Meine engen Grenzen“, oder „Keinen Tag soll es geben“.
Zum Abschluss des Gottesdienstes laden Pfarrer Leinhäuser und Gemeindereferentin Gabriele Heinz die Paare ein, sich den Segen Gottes bei ihnen abzuholen. „Halten sie sich dabei an den Händen und schauen sie sich in die Augen.“ Segnen haben sich auch Claudia Schneider und Michael Drescher aus Sippersfeld lassen. „Deswegen sind wir hier. Man kann nie genug von Gottes Segen haben“, sagt Schneider.