Donnersbergkreis
Winnweiler: Chöre aus Ort und VG verdienen sich großen Beifall mit stimmungsvollem Adventssingen
Über 200 Mitwirkende aus den Chören der Orts- und Verbandsgemeinde Winnweiler stimmten am Sonntag die Besucher in der voll besetzten Herz-Jesu-Kirche auf die Adventszeit ein. Das Adventsingen der Chöre, seit mehr als 30 Jahren fester Bestandteil im Terminkalender, wurde begeistert aufgenommen.
Diesmal war das Team des protestantischen Kirchenchors mit der Vorbereitung beauftragt. Weihnachtliche Chormusik in ihrer Vielfalt immer wieder neu zu entdecken und zu interpretieren, nehmen Choristen gerne wahr und sehen darin auch eine kulturelle Aufgabe. Die zahlreichen musik-begeisterten Besucher durften sich am zweiten Adventsonntag somit einstimmen lassen auf eine besinnliche Advents- und Weihnachtszeit.
Fulminant und mit temporeichem Spiel eröffneten die Nachwuchskünstler Florian Jurzitza (Orgel) und Sebastian Galwas (Violine) das Programm mit der Sinfonia in D-Dur von Carl Philipp E. Bach. Anschließend folgte zum Einstieg das Gemeindelied „Wie soll ich dich empfangen…“ Stimmungsvoll ließ der Kinderchor „Hast du Töne“ Hochstein (Leitung: Nicolas Geminn) die Lieder „Wir wünschen frohe Weihnacht“ – eher bekannt als Te-Deum-Melodie von Charpentier – erklingen. Sauber artikuliert erfreute die junge Sängerschar die Zuhörer auch mit „Wir sagen euch an den lieben Advent“.
Der 16-köpfige Mädchenchor „DivaCanto“ vom Gesangverein Hochstein (Leitung: Fabian Zewinger) brillierte mit modernen Songs wie „Do they know it’s Christmas“ des zeitgenössischen Komponisten Bob Geldof und „Wunder gescheh’n“ der Hitsängerin Nena Kemer. Unter gleicher Chorleitung präsentierte die Traditionschorgemeinschaft Münchweiler-Hochstein das immer wieder gern gehörte „Ave-Glöcklein“ sowie „Singen wir im Schein der Kerzen“ und verströmte spürbare Weihnachtsfreude.
Bewegende Lichterschau
Geige und Harfe waren bei den Darbietungen vom protestantischen Kirchen-Projektchor Winnweiler (Leitung Gudrun Scherrer) einfühlsame Begleiter, so „Der Gesang der Engel“ nach einer spanischen Melodie. Auszüge aus Humperdincks Märchen-Oper „Hänsel und Gretel“ setzten in der Folge Akzente. Fast in die Kirche hineinschwebend, zogen der Kinderchor Hochstein sowie weitere fünf weiß gekleidete Engel-Kinder mit Lichterkerzen in den Händen und die Märchen-Darsteller „Hänsel“(Leander Möser) und „Gretel“ (Marlene Glanz) in das Gotteshaus ein. Das „Sandmännchen-Lied“ der kleinen Sängerschar (Leitung: Nicolas Geminn) berührte viele Herzen der anwesenden Zuhörer. Beim anschließenden „Abendsegen“ der Kirchenchor-Aktiven setzten die Lichter-Engel im Rhythmus der Melodie in einer bewegenden Lichterschau ihre Choreografie (Leitung: Natascha Kirch) um, und ließen „Hänsel- und Gretel“ buchstäblich träumend in den Schlaf sinken.
Die Sängervereinigung Winnweiler mit ihren Chorgruppen, Gemischter Chor Tonika, Frauenchor und Männerchor (Leitung: Petra Lieberich) brachte ein vielseitiges Liedrepertoire zu Gehör. Der Gemischte Chor sang moderne zeitgenössische Weisen wie „Folgen wir den Hirten“ und „Hört der Engel Lieder“ im Satz von R. J. Autenrieth. Der Frauenchor wusste mit dem viel beachteten Spiritual „Gesang der Engel“ des vorderpfälzischen Komponisten Hermann J. Settelmeyer zu gefallen. Swingend und klatschend stimmten die Sängerinnen den Afrika-Song „Siyahamba“ mit Trommelbegleitung von Werner Lacmann an.
Eingehende Chormusik bot der Männerchor an, wie „Ich hör die Stimme“ und den beliebten Chorsatz „Sancta Maria“. Alle drei Chorgruppen der Sängervereinigung Winnweiler fanden klangreich zusammen beim jubelnden Silcher-Lied „In Dulci Jubilo“.
Erfrischende Natürlichkeit
Der Gemischte Chor „Vielharmonie“ (Leitung: Sonja Knobloch) begeisterte mit seinen gesanglichen Darbietungen. Klangschön und homogen ausgewogen, präsentierte der gut disponierte Chor die zwei variationsreichen Kompositionen „Maria durch ein’ Dornwald ging“ (Satz: Hugo Distler) und „Was soll das bedeuten“ in der Bearbeitung des jungen Komponisten Oliver Gies.
Herausragende, solistische Höhepunkte präsentierten die Instrumentalisten Florian Jurzitza (Harfe) und der 17-jährige Gymnasiast Sebastian Galwas (Violine). Mit anspruchsvoller Musik aus der Renaissance, der Sonata V in e-Moll von Joh. Melchior Molter, brillierten sie eine außergewöhnliche Aufführungspraxis in feinster Nuancierung. Dass die zwei Künstler in hervorragender Weise auf ihren Saiten-Instrumenten auch im modernen Genre zu verstehen spielen, zeigten sie im Musikstück „In Dreams“ von Komponist Howard Shore. Erfrischende Natürlichkeit, optimale Klangverschmelzung der Instrumente, in die man buchstäblich eintauchen möchte, gepaart mit einer unendlichen Wärme im künstlerischen Ausdruck, dazu eine lupenreine Wiedergabe, das war Musik zum Träumen.
Schriftlesung, Vaterunser- und Segensgebet übernahm in diesem Jahr Pfarrer Friedrich Schmidt von der protestantischen Kirchengemeinde mit dem wichtigen Satz aus dem Matthäus-Evangelium: „Siehe dein König kommt, Hosianna in der Höhe!“ Als Hausherr hatte eingangs der neue katholische Pfarrer Carsten Leinhäuser die Besucher gegrüßt.
Großes Lob für alle Mitwirkenden kam im langanhaltenden Beifall zum Ausdruck. Für die Hilfsprojekte „Adveniat“ und „Brot für die Welt“ kam die Rekordsumme von über 1100 Euro zusammen.