Donnersbergkreis Winnweiler behält die Oberhand
Winnweiler. Ein Meilenstein auf dem Weg zum Titel. Von einem der „schwierigsten Spiele“ sprach Carsten Wiegand, Nummer eins des TTC Winnweiler. Sein Team ist Derbysieger und weiter Spitzenreiter: Das Top-Duell gegen den seit acht Partien unbesiegten ASV Höringen entschied der TTC mit 9:6 für sich. Im Endspurt zog er an. Das zweite Derby der Bezirksliga Westpfalz Nord sackten die TTF Rockenhausen ein: 9:2, überraschend deutlich.
6:6. Der ASV witterte seine Chance. Wenigstens ein Remis, wenigstens keine Derbypleite, wenigstens den Anschluss an Platz zwei halten. Am Ende verpufften alle Träume. „Das war schon seltsam“, grübelte Marcel Dohmen. „Ein Punkt hätte für das Schlussdoppel gereicht.“ Da wären er und Florian Haag als klarer Favorit angetreten. Auf der Zielgeraden aber ging den Höringern die Puste aus. Vier Einzel in Serie holte der ausgeglichene TTC. „Ab Position vier sind wir einen Tick besser. Klar war, dass es einige entscheidende Einzel gibt, die wir nicht verlieren dürfen“, sagte Winnweilers Carsten Wiegand. Seines gegen Florian Haag (3:2) zum Beispiel. Oder das von Lars Haag gegen Martin Seib (3:1). Auch Jochen Hemmer, Nachrücker aus der Zweiten, schlug zu. Seine beiden Einzel und das umgestellte Doppel mit Haag waren entscheidend. „Die Leistung hat gestimmt. Man kann nicht sagen, dass wir viel falsch gemacht haben. Bei den wichtigen zwei Bällen hat das Quäntchen Glück gefehlt“, ärgerte sich Dohmen, jetzt mit 24:0-Einzeln. Taktisch wieder brillant: die Doppelaufstellung des TTC. Für ihn war der Sieg ein wichtiger Schritt zur Meisterschaft. Alleine führt der TTC jetzt das Klassement an. „Psychologisch war das hilfreich“, so Wiegand. „Paar Knappe waren dabei, es hätte auch in die andere Richtung laufen können.“ Punkte TTC: Wiegand/Barkowski, Haag/Hemmer, Wiegand, Barkowski (2), Hemmer (2), Haag, Willems – Punkte ASV: Dohmen/Florian Haag, Dohmen (2), Rubel, Seib, Florian Haag. TTF Rockenhausen – TuS Gerbach 9:2. Als das Doppel kam, gab Günther Rutz zu, habe er um dessen Bedeutung gewusst. „Das war der Knackpunkt“, betonte die Spitze der TTF Rockenhausen. Kapitän Michael Nehm schüttelte später nur den Kopf: „Es war ganz sicher, dass das Spiel gar nicht kommen kann!“ Harald Römer, Rockenhausens Ersatz und Punkt sieben der Zweiten, agierte mit Peter-Pascal Portz – ein reines „Opferdoppel“, wie man im Tischtennis sagt, aufgestellt zum Abschuss. Sie siegten. Oliver Koch und Timo Lamb, das starke Gerbacher Duett (zuvor mit 9:4-Bilanz), verloren 1:3. Weil das TTF-Doppel den Kopf einschaltete. Schnell führte Rockenhausen 2:0, auf mehr als ein 2:2 kam Gerbach nicht. Der TuS hatte Pech. „Wenn da zwei, drei enge Dinger für uns kommen, sind wir voll dran“, haderte TuS-Spielführer Swen Weyrauch. Zurecht. „Das Ergebnis ist zu hoch und spiegelt den Verlauf nicht wider. Gerbach war nicht schlecht. Da hätte einiges kippen können“, so Rutz, der seinen Auftakt mit 2:3 gegen Timo Lamb vergeigte. Die TTF holten keinen Punkt glatt in drei Sätzen. Und: Rockenhausen hatte Netz- und Kantendusel. Im fünften Satz zitterte sich Daniel Heintz mit 15:13 gegen Weyrauch durch. Punkt 14 war ein Netzroller, Punkt 15 ein unerreichbarer Kantendopser. Glücklich. „Schön war das von beiden Seiten nicht“, sprach Rutz von einem „dreckigen Sieg“. Eine passable Vorstellung lieferte Portz ab: Nach dem Doppel knackte er erst Koch mit 3:2, am Ende auch Lamb mit 3:1. Kurze Angaben, überlegtes Stellen, Angriff. „Er hat clever gespielt“, meinte Rutz. „Die Luft war einfach raus“, mäkelte dagegen Koch eine Woche nach Platz zwei beim stark besetzten VG-Turnier. Die 2:9-Packung hatte sein TuS nicht verdient… Punkte TTF: Rutz/Bauer, Portz/Römer, Portz (2), Bauer, Nehm, Heintz, Römer, Rutz – Punkte TuS: Weber/Weyrauch, Lamb. (ppp)