Donnersbergkreis Willkommene Team-Verstärkung

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Der Markt an Pflegekräften in Deutschland ist abgegrast. Deshalb geht das Westpfalz-Klinikum in die Offensive. Fünf italienische Pflegekräfte wurden eingestellt: Vorstellungsgespräch in Genua, Arbeitsort Kaiserslautern. Eine der Schwestern heißt Diana Hiuojosa Guillen. Ursprünglich kommt sie aus Peru.

Sie wollte immer nach Europa. Davon träumte sie schon als Mädchen. Krankenschwester wollte sie nicht werden, denn ihre Mutter hat diesen Beruf ausgeübt und sie sah, wie anstrengend die Arbeit ist. Geändert hat Diana Hiuojosa Guillen ihre Meinung, als ihre Mutter an Krebs erkrankte und die 28-Jährige sie pflegte. Vor sechs Jahren machte sie sich aus der peruanischen Hauptstadt Lima nach Europa auf und landete im italienischen Genua, denn dort wohnt ihre Tante. Diana Hiuojosa Guillen lernte Italienisch und absolvierte ein dreijähriges Krankenpflege-Studium. Arbeit fand sie nicht. Deshalb meldete sie sich bei einer italienischen Vermittlungsstelle, die Arbeitssuchende in Sozialberufen nach Deutschland vermittelt. Nun kommt das Westpfalz-Klinikum ins Spiel, das über den Internationalen Bund (IB) mit dem italienischen Vermittler in Kontakt kam. Der IB ist ein Verein, der gemeinnützige und gewerbliche Gesellschaften betreibt und Beteiligungen unterhält sowie als großer deutscher Dienstleister in der Jugend-, Sozial- und Bildungsarbeit tätig ist – so auch in Kusel, wo die Organisation Räume in der Fußgängerzone angemietet hat. Voraussetzung für die Vermittlung sind das italienische Krankenpflege-Diplom und gute Deutschkenntnisse. Deutsch hat Diana Hiuojosa Guillen in Pirmasens gelernt, wo der IB mehrere Einrichtungen − unter anderem ein Bildungszentrum − betreibt. Fünf Tage die Woche, acht Stunden täglich dauerte der Deutsch-Kurs, um das B1-Zertifikat zu erhalten. Es bescheinigt die selbstständige Sprachverwendung in Alltagsgesprächen und Situationen im Beruf, das Augenmerk liegt auf der Kommunikation. Darin ist die 28-Jährige schon sehr fit. „Das Problem ist nicht Deutsch“, sagt Pflegedirektorin Andrea Bergsträßer. „Es ist das Pfälzische.“ Kollegen aber helfen dabei. Bergsträßer gibt eine Anekdote zum Besten. Als die 28-Jährige einen älteren Patienten freundlich bat: „Bitte heben sie ihr Bein an“, geschah gar nichts. Auch das Wiederholen fruchtete nicht. Erst als die pfälzische Kollegin „Allahopp, jetzt mo das Bää hoch“ rief, ging das Bein in die Höhe. Guillen darf noch nicht als Schwester arbeiten, muss erst die weitergehende B2-Sprachprüfung ablegen. Seit Mai arbeitet sie daher vorläufig als Krankenpflegehelferin in der Neurologie. Mit ihr kamen vier weitere Italiener nach Kaiserslautern, die den Pflegeberuf ausüben wollen. „Sie sind total motiviert, jammern nicht und freuen sich, dass sie hier arbeiten dürfen“, so Bergsträßer. Sie reiste zu den Vorstellungsgesprächen nach Genua. „Da werden dreimal so viele Bewerber vorgestellt, wie wir mitnehmen wollen“, schildert sie das Verfahren. Pro vermittelten Kopf muss das Klinikum 6300 Euro für Sprachkurs und Vermittlung zahlen. Die Hälfte müssen die Vermittelten zurückzahlen: „Das wird vom Gehalt abgezogen.“ Im September kommen zwölf weitere italienische Pflegekräfte, die momentan in Pirmasens Deutsch lernen und auf den drei Intensivstationen des Klinikums eingesetzt werden. Das italienische Studium ist „qualifizierter als unsere Ausbildung“, erläutert Bergsträßer, denn die medizinische Ausbildung der Krankenpfleger geht weiter als in deutschen Pflegeschulen. Zur Unterstützung der Neuen hat das Klinikum dennoch eine Pflegedienstleiterin abgestellt, die einen Vorbereitungstag mit ihnen gemacht hat, die schaut, was sie können und wo es noch fehlt. Das Klinikum hilft bei der Wohnungssuche und schickt die jungen Leute auch mal ins Sozialkaufhaus zum Möbelkauf. „Die haben ja gar nichts, wenn sie hierher kommen“, sagt die Pflegedirektorin. Bergsträßer spricht nicht von Pflegenotstand, doch bei etwa 900 Pflegekräften am Lauterer Standort seien immer fünf bis sieben Stellen offen. Zudem steige der Bedarf . Nicht alle deutschen Bewerber seien geeignet: „Man kann nicht jeden einstellen.“ Mit ein Grund, den Blick über die Grenze zu richten. Hiuojosa Guillen wohnt mitten in Kaiserslautern. Sie lebt mit zwei Studentinnen zusammen, spricht immer Deutsch. Nur mit ihren vier italienischen Kollegen − zwei Männern, zwei Frauen − wird italienisch parliert. |ita

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