Donnersbergkreis Wiedergutmachung mit Zugpferd Pfannenstein

Winnweiler. Abmeldung, Neuversuch, Aufstieg. Eineinhalb Jahre benötigte der TTC Winnweiler II, um sich aufzurappeln. Ergebnis ist die Wiedergutmachung einer verunglückten Saison: Als Vize-Meister der Kreisklasse A (Westpfalz Nord) rückt der Unterbau des Bezirksligisten hoch in die Kreisliga – nachdem er dort sein bröckelndes Sextett letzte Runde noch abmeldete. Zugpferd Thomas Pfannenstein lieferte einen traumhaften Lauf ab: Er verlor kein einziges Einzel.
Endlich mal eine Spielzeit ohne Personalsorgen. Ohne Woche für Woche am Rand der Kampflos-Aufgabe zu stehen, ohne jeden Spieltag dezimiert antreten, ohne immer wieder einen deprimierenden Abschuss kassieren zu müssen. Einfach mal Ruhe. Das, blickt Alexander Geißler zurück, sei eigentlich das einzige gewesen, was ihm vor der Saison 2013/14 vorschwebte. Vom Aufstieg war da überhaupt keine Rede. Wie auch, wenn die Besetzung ständig wackelt? Es gar keine Stammmannschaft gibt? „Wir wollten eigentlich die Runde nur sauber rüberbringen. Letzte Saison sind wir ja oft nur mit fünf Mann angetreten“, verweist Geißler, auf dem Spielbogen die Nummer acht des TTC Winnweiler II, auf das schwere Vorjahr. Damals druckste sich die Zweite des Bezirksligisten in der Kreisliga am Existenzminimum herum. Selten bekam sie sechs Mann zusammen, in der Winterpause war sie Letzter. Der Schlussstrich: Winnweiler meldete ab. Und stand Monate vor Saisonende als erster Absteiger fest. Als der TTC im letzten Sommer wieder eine Mannschaft in die Kreisklasse A schickte, habe sie eigentlich nur durchhalten wollen, sagt Geißler. Zwar treten hier statt der sechs lediglich vier Spieler an. Aber die schwankenden Formationen blieben. Neun verschiedene Akteure bot der Kreisklasse-Neuling auf. Kontinuität gab es keine – und trotzdem wurde der TTC Vize-Champion hinter der SG Gehrweiler, ist wieder zurück in der Kreisliga. Ein wichtiger Schritt, um auch die Leistungslücke zur Ersten wenigstens etwas zu schmälern. „Wenn wir einen Ersatz brauchen, müssen die Leute auch in der Lage sein, Bezirksliga spielen zu können. In der Kreisliga sind die Gegner besser, dadurch wird man stärker. Es ist wichtig, dass der Abstand nicht zu groß ist“, verrät Gunter Franck, TTC-Vorstand und Kapitän der Ersten. Die Kluft wird er nicht nur verkleinern, sondern schließen können: Von unten rückt Thomas Pfannenstein, stärkster Spieler der Kreisklasse A, nach oben. Jochen Hemmer und Christof Brunn, beide mit Pfalzliga-Erfahrung, verstärken dafür die Kreisliga-Equipe. Egal, wer aushilft – geschwächt ist der TTC nicht, die Zweite aber weitaus stärker als letzte Runde. Nur Position sechs ist bis dato noch unklar. „Neues Spiel, neues Glück. Wenn wir so stehen, können wir aber unter die ersten Fünf kommen“, ist sich Geißler sicher. Der Erfolg seiner Mannschaft ruht vor allem auf den bärenstarken Leistungen zweier Spieler. Thomas Pfannenstein und Geißler selbst gaben dem TTC ihre Handschrift. Ohne Einzelniederlage überrollte Pfannenstein die Liga, Geißler steht mit 27:5-Spielen auf Zwei. „Wenn Thomas und ich gemeinsam gespielt haben, haben wir immer gewonnen. Mit Thomas hatten wir den überragenden Mann, der uns fast im Alleingang nach oben gebracht hat“, weiß Geißler. „Ohne so einen Spieler wäre der Aufstieg nicht möglich gewesen.“ Nachwuchs-Ass Ilia Kratschmer war außer den beiden der einzige, der noch eine Serie ablieferte. Die restlichen Einzel-Bilanzen fielen eher mäßig aus. Eine seltsame Runde. Auch, weil der TTC mit nur einem Sieg aus den ersten drei Spielen schwach startete. Weil er immer wieder hauchdünne Resultate erzielte. Das 8:1 über den TV Alsenborn IV am vorletzten Spieltag bedeutete den Aufstieg. Die Kreisliga wartet. Nur so viel: Abmelden wird der TTC II dieses Mal nicht. Dafür steht er zu gut. Dafür steht er – dank einer neuen Dritten – auch zu breit