Donnersbergkreis Wie die Pfrimm für Wasserbewohner durchlässig wird

Um die Wasserrahmenrichtlinie der Europäischen Union umzusetzen, sind laut Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd für die Pfrimm bereits 2009 Maßnahmenprogramme mit den jeweiligen Gewässerunterhaltspflichtigen vereinbart worden. Ziel ist der in der Richtlinie geforderte gute Zustand (auch) dieses Gewässers. Erstmals bis Ende 2015 sollen die erreichten Ziele überprüft und gegebenenfalls erweitert werden. Dies Prozedere wird anschließend alle sechs Jahre wiederholt, bis der gewünschte Zustand erreicht ist.Wichtiges Anliegen in diesem Prozess ist es, die Pfrimm durchlässig zu machen, das heißt vor allem, Querbauwerke zu entfernen. Sie können die Durchwanderbarkeit gewässerauf- und -abwärts oder beides für bestimmte Fischarten einschränken. Querbauwerke können – wie in Marnheim – Wehre sein, aber auch Abstürze oder Rohrdurchlässe zum Beispiel unterhalb von Straßen, Wegen oder Brücken.Für die Pfrimm in den Verbandsgemeinden Kirchheimbolanden und Göllheim nennt die SGD Süd auf Anfrage der RHEINPFALZ folgende Vorarbeiten und Maßnahmen, unterteilt nach den zum Gewässerunterhalt Verpflichteten: Ende 2009 sind im Zuständigkeitsgebiet der Verbandsgemeinde sieben Querbauwerke aufgenommen worden. Davon ist bereits das wohl höchste Bauwerk, das Wehr in Marnheim, entfernt und umgestaltet worden. Es gehörte zur Mittelmühle (das Wasserrecht wurde bereits 1961 aufgehoben) und stellte laut SGD Süd „ein erhebliches Wanderhindernis für Fische, aber auch für Amphibien und Makrozoobenthos (Wirbellose, die noch mit dem bloßen Auge zu erkennen sind) dar. Die Wehrmauer wurde auf acht Meter Breite entfernt; die Maßnahme hat etwa 65.000 Euro gekostet und wurde aus Mitteln der Wasserwirtschaftsverwaltung mit 90 Prozent gefördert. Ab 2015 ist die Umsetzung weiterer Maßnahmen an der Pfrimm im Bereich der VG Kirchheimbolanden geplant. So sollen kleinere Querbauwerke mit niedrigeren Absturzhöhen bei Marnheim umgestaltet werden. Dazu gehören eine Betonschwelle, die durch den technischen Ausbau der Pfrimm in früherer Zeit verursacht ist, sowie mehrere Sohlrampen. Im Zuständigkeitsgebiet der Kreisverwaltung (ab Zulauf Leiselsbach in Albisheim) ist Ende 2009 ebenfalls ein Maßnahmenprogramm aufgesetzt worden, in das zwei Querbauwerke in Form eines Absturzes und einer Sohlrampe bei Harxheim aufgenommen wurden. Beide sollen zur naturnahen Entwicklung der Pfrimm voraussichtlich im folgenden Bewirtschaftungszyklus nach 2015 beseitigt werden.Im Zuständigkeitsbereich der VG Göllheim wurden sechs Querbauwerke in den Plan aufgenommen. Darunter sind je ein Wehr in Dreisen (Richtung Standenbühl) und beim Münsterhof, ein Absturz an der alten Kläranlage Dreisen sowie kleinere Abstürze bei Albisheim. An diesen Querbauwerken soll voraussichtlich ebenfalls ab 2015 Durchgängigkeit hergestellt werden. (bti)

x