Tennis RHEINPFALZ Plus Artikel Wie die Herren 30 des TC Gundersweiler die Jüngeren aufmischen

Das Meisterteam der Herren 30 des TC Gundersweiler: Dirk Kolter, Kai Schilling, Mario Leppla, Axel Leppla, Jens Grimm, Jörg Enge
Das Meisterteam der Herren 30 des TC Gundersweiler: Dirk Kolter, Kai Schilling, Mario Leppla, Axel Leppla, Jens Grimm, Jörg Engel und Oliver Theis (von links).

Die Herren-30er-Mannschaft des TC 1990 Gundersweiler hat die A-Klasse ungeschlagen als Erster beendet und steigt in die Pfalzliga auf. Der Erfolg kam eher überraschend – auch für die Beteiligten. Aus einem besonderen Grund.

Vier Spiele, vier Siege. Das klingt nach einem lockeren Durchmarsch, den die Herren 30 des TC 1990 Gundersweiler in der A-Klasse mit ihrer Vierer-Mannschaft auf ihrem Weg zu Platz eins und dem Aufstieg in die Pfalzliga hingelegt haben. Aber ganz so locker war es dann doch nicht, wie Mannschaftsführer Dirk Kolter, zugleich stellvertretender Vorsitzender des TC, berichtet: „Die Spiele waren oft auch eng. Mehrmals hat das letzte Doppel entschieden.“

Und was noch hinzukommt: Die Herren 30 des TC Gundersweiler sind vom Alter her eher eine 50er-Mannschaft. „Wir spielen bei den 30ern mit, haben aber sehr viele, die Ü50 sind – und älter“, berichtet Kolter, der selbst 57 Jahre alt ist. „Insofern war das schon ein unverhoffter Erfolg.“ Das Team mit Dirk Kolter (57 Jahre), Kai Schilling (61), Mario Leppla (55), Axel Leppla (57), Jens Grimm (47), Jörg Engel (52) und Oliver Theis (46) kommt tatsächlich auf einen Altersschnitt von 53,6 Jahren. Umso bemerkenswerter ist der Erfolg gegen Teams mit teils deutlich jüngeren Spielern.

„Das Highlight war am vorletzten Spieltag, als der TC Landstuhl hierherkam, zu dem Zeitpunkt Tabellenführer“, erzählt Kolter und muss lachen: „Das waren lauter junge Leute, knapp über 30. Und die waren sich schon vorab anscheinend sehr sicher, dass sie uns wegputzen. Die haben nämlich gleich mal fünf Bier um 10 Uhr morgens bestellt. Aber wir hatten was dagegen, dass sie uns wegputzen. Wir haben gekämpft – wie die alten Männer so sind. Und haben dann im letzten Doppel das Ding heimgefahren.“

Die Notnägel

Die Spieler der Mannschaft kommen aus Gundersweiler, aber auch aus umliegenden Orten wie zum Beispiel Winnweiler. Gemeldet hatte Dirk Kolter für das Team elf Spieler, fügt aber lachend hinzu: „Aber da standen auch welche drauf, die haben schon 20 Jahre nicht mehr gespielt. Die waren der Not-, Not-, Notnagel, falls alle Stricke reißen.“ Der Fall trat aber nicht ein.

Vier Einzel und zwei Doppel werden bei den Vierer-Mannschaften gespielt. Wobei im Doppel vier andere Spieler eingesetzt werden können als im Einzel. „Wenn jemand da war, haben wir da auch durchgetauscht, also nicht nur mit vier Leuten gespielt, sondern mindestens mit sechs“, berichtet Kolter. In der Saison davor hatten er und seine Kollegen sogar noch bei den Aktiven mitgespielt. „Da hatte ich das Highlight, dass ich gegen einen 17-Jährigen spielen musste, der 2,05 Meter groß war – der hat mich dann 6:0, 6:0 vom Platz geschossen“, erzählt Kolter. Doch solche Ergebnisse seien nicht der Hauptgrund dafür gewesen, dass Gundersweiler dann eine Ü30-Mannschaft meldete. „Damit kann man noch leben“, so Kolter. „Aber wenn man sich dann auch mal unterhalten will mit den jungen Leuten, kommt da wenig. Die sitzen in den Pausen mit dem Handy da. Und da habe ich mir gesagt, das tue ich mir nicht mehr an. Und so haben wir dann bei den 30ern gemeldet.“

Die Kameradschaft war der Schlüssel

Denn die Kameradschaft, das Gesellige gehört für Kolter, der mit einigen Kollegen auch noch beim TC Rot-Weiß Kaiserslautern bei den 55ern in der Verbandsliga mitspielt („samstags in Kaiserslautern, sonntags mit Gundersweiler“), einfach dazu. Und ist auch ein Grund, dass sein Team erfolgreich war: „Die Kameradschaft war schon ein Schlüssel“, sagt er. „Und dass alle zuverlässig waren und gekommen sind, dass wir immer vollzählig waren. Die Kameradschaft überträgt sich dann natürlich auch auf das Spiel. Wenn dann mal einer verliert, sind die anderen da und helfen. Es spielt zwar im Tennis jeder sein Spiel, aber trotzdem zählt die Mannschaft. Wir kämpfen zusammen und halten zusammen.“

Nun wartet also die Pfalzliga in der neuen Saison – eine Premiere für den TC 1990: „So hoch haben wir mit Gundersweiler noch nicht gespielt. A-Klasse war bislang das Höchste“, weiß Kolter. Insofern könne das Ziel nur lauten, „in der Klasse zu bleiben“. Wobei aber Verstärkung in Aussicht ist: „Aus dem Nachbardorf Heiligenmoschel sind Anfragen gekommen“, so Kolter. „Die mussten ihre Mannschaft während der Runde abmelden. Da wollen vielleicht drei Spieler zu uns kommen. Da hätten wir dann einen größeren Kader.“ Seine Hoffnung ist, „dass wir dann vielleicht sogar zwei Mannschaften melden können. Eine 30er und eine 40er“.

Denn eine Sechser-Mannschaft komme eigentlich nicht infrage: „Wir haben nur zwei Plätze. Eine Sechser-Mannschaft ist quasi nicht möglich, das dauert zu lange. Vielleicht können wir einen Spieltag samstags und einen sonntags machen, wenn wir zwei Mannschaften haben.“

Neues Mixed-Team

Ansonsten hat der TC Gundersweiler auch mit Rockenhausen eine Spielgemeinschaft. „Dort ist unser Vorsitzender Gerd Grimm sehr aktiv“, berichtet Kolter. „Er managt die 55er und die 60er. Wir fördern da den Tennissport auch übergreifend. Auch im Nachwuchs haben wir ein paar Spieler, die spielen jetzt in Rockenhausen.“

Mit Rockenhausen wird aktuell auch ein neues Projekt in Angriff genommen: Gundersweiler bildet mit Rockenhausen eine Mixed-Mannschaft. „Sie bringen die Damen, wir die Herren“, merkt Kolter mit einem Lachen an. Damen soll es aber in der Zukunft auch wieder beim TC Gundersweiler geben: „Wir sind da auch bei uns in Gundersweiler dran. Wir hatten früher Herren- und Damenmannschaft. Die Frauen sehen jetzt, da tut sich wieder was im Verein – und die ein oder andere trainiert schon mal wieder.“ Seine Hoffnung: „Vielleicht können wir nächstes Jahr noch eine zweite Mixed-Mannschaft machen. Oder vielleicht sogar eine Damenmannschaft. Das wäre so das Ziel. Wir sind jedenfalls dabei, den Verein wieder etwas zu beleben.“

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