Donnersbergkreis „Wichtige Pionierarbeit geleistet“

Zwölftklässler des Winnweilerer Wilhelm-Erb-Gymnasium hatten ein „Selbsterkundungstool“ der Agentur für Arbeit besonders intensi
Zwölftklässler des Winnweilerer Wilhelm-Erb-Gymnasium hatten ein »Selbsterkundungstool« der Agentur für Arbeit besonders intensiv getestet und durften sich nun über einen Scheck für die Abi-Kasse freuen.

„Abi – und nun?“ Diese Frage stellt sich jährlich für Tausende junger Menschen. Nun soll ein neues Computer-Programm der Agentur für Arbeit Abhilfe schaffen. Bei dem sogenannten „Selbsterkundungstool“ können Schüler durch Beantwortung von Fragen genaue Studienempfehlungen erhalten. Das Programm wurde bundesweit an 3000 Schülern getestet. Dabei kamen die besten und aufschlussreichsten Rückmeldungen von Schülern des Wilhelm-Erb-Gymnasium in Winnweiler. Am Freitag belohnten Vertreter der Agentur für Arbeit die „Test-Testsieger“ aus der zwölften Jahrgangsstufe mit einem Scheck von 250 Euro.

Trotz jahrelanger Büffelei haben junge Menschen nach dem Abitur oftmals keine genauen Vorstellungen, welches Studium am besten zu ihnen passt oder welchen Beruf sie später einmal ausüben wollen. Die Agentur für Arbeit hat nun ein „Selbsterkundungstool“ entwickelt – eine Art Computerprogramm zur Studienberatung – und dieses an den Standorten Berlin, Leipzig und Kaiserslautern sowie deren Umgebung getestet. Auch die zwölfte Jahrgangsstufe des Wilhelm-Erb-Gymnasium hat an dem Pilotprojekt teilgenommen. Dabei haben die Schüler das Programm auf Herz und Nieren geprüft – schließlich war genau dies der Sinn des Projektes der Arbeitsagentur. Denn die Teilnehmer sollten das Tool auf Alltagstauglichkeit testen und mögliche Schwächen melden. Um später eine möglichst genaue Studienempfehlung zu erhalten, müssen die Schüler im „Selbsterkundungstool“ Angaben zu Interessen und beruflichen Vorlieben machen. Aber auch zahlreiche Fragen zu verschiedenen Themengebieten sollen die Schüler beantworten. Getestet werden beispielsweise räumliches Denken und Textverständnis, aber auch Kommunikationsfähigkeit, Stressresistenz und Organisationsfähigkeit. Die Beantwortung aller Fragen dauert dabei bis zu zwei Stunden – was den Test genauer machen soll als viele andere Kurzversionen. Abschließend gibt das Tool den Teilnehmern Empfehlungen für passende Studienfelder. Dabei ist das Programm „sehr vielfältig“, lobt Laura Armbrüster, Schülerin der zwölften Jahrgangsstufe des WEG. „Ich wusste gar nicht, dass es so viele Studiengänge gibt“, ergänzt ihre Mitschülerin Sarah Humbert. Die Testergebnisse und Rückmeldungen der bundesweit über 3000 Teilnehmer wurden im Zentrum der Agentur für Arbeit in Nürnberg ausgewertet. „Mit dem Feedback der Schüler hier konnten die am meisten anfangen“, erklärt Martina Sarter, operative Geschäftsführerin der Agentur für Arbeit Kaiserslautern-Pirmasens. Denn die Antworten der Winnweilerer waren nicht nur besonders gut und hilfreich, sondern auch wichtig, um finale Verbesserungen vorzunehmen. „Da konnte in der Programmierung noch mal was getestet werden“, erklärt Sarter. Kerstin Schmidt, als Studienberaterin für die Schule in Winnweiler zuständig, hat die angehenden Abiturienten bei dem Pilot-Projekt betreut. Für sie ist das neue Studienberatungsprogramm ein Gewinn: „Wer noch keine Vorstellung vom Studium hat, und sich orientieren möchte, der kann das gut nutzen.“ Für sie hat das Wilhelm-Erb-Gymnasium bei der Entwicklung „wichtige Pionierarbeit geleistet“. Schmidt will in ihrer beratenden Tätigkeit für die Agentur für Arbeit den Schülern auch in Zukunft helfen, bei Abschluss des Selbsttests auch die „Ergebnisse richtig zu interpretieren“. Catharina Kuhn, Lehrerin und Berufswahlkoordinatorin am WEG, zeigt sich über das gute Abschneiden ihrer Schüler erfreut: „Ihre Arbeit hat das Projekt wesentlich vorangetrieben.“ Vor allem die Tatsache, dass die Zwölftklässler des WEG wegen ihrer qualitativ hochwertigen Antworten herausstachen, findet Kuhn bemerkenswert und lobt, dass das „Selbsterkundungstool“ Schülern in Zukunft kostenlos zur Verfügung stehen soll. Für Schulleiter Ralf Schäfer hat „die Berufsorientierung einen ganz großen Stellenwert“. Er freue sich einerseits darüber, dass ein Pilot-Projekt zur Studienberatung am WEG stattgefunden hat, zum anderen sehe er auch die Notwendigkeit für ein solches in seinem Berufsalltag. Martina Sarter überreichte den Schülern der zwölften Jahrgangsstufe einen Scheck in Höhe von 250 Euro – ein willkommener Bonus für die Abi-Kasse. Info Der kostenfreie Studienberatungstest ist für Schüler ab dem heutigen Montag über die Online-Präsenz der Agentur für Arbeit zugänglich.

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