Donnersbergkreis Wenn der Mist an den Tretern klebt

Dielkirchen. Zum Weinen, zum Fluchen, zum Resignieren ist es. Oder anders: Dem SV Dielkirchen klebt der Mist förmlich an den Tretern. Am zweiten Spieltag der C-Klasse Kaiserslautern-Donnersberg Nord siegte die ambitionierte Köhler-Elf 2:1 gegen die TSG Kerzenheim. Der letzte Dreier, ehe das Team einbrach. Es regnete Nullrunden, sieben an der Zahl – dank denen der SVD abgeschlagen in der unteren Etage hängt. Nüchterne vier Punkte und ein Liga-Tiefwert von 33 Gegentoren sprechen Bände.
Das kann doch gar nicht sein, mag man sich einbilden. Wahrhaben auf alle Fälle will man es nicht. Eine seltsame Chose ist das, nur schwer begreifbar: Der SV Dielkirchen vermittelte lange Zeit das Image des zielgerichteten, ehrgeizigen C-Ligisten. Dazu trug besonders Sven Köhler bei – ein Trainer, der immer an seine Mannschaft glaubt, selbst in den dunkelsten Tagen nicht müde wird, den Aufwärtstrend anzukündigen. „Wir brauchen eben wieder Zeit für einen Neuanfang. Wir müssen uns sammeln“, beschrieb Köhler dann. Bald, betonte der Coach oft, werde es in Dielkirchen wieder. Dann könne der SV auch mal vorne angreifen. Verschiedene Miseren machten ihm jedoch einen Strich durch die Rechnung. Der jetzige Stand: nichts mit Lorbeeren, nichts mit Ruhm, nichts mit Erfolgen. Nach bodenständigen Abschlussplatzierungen in den zurückliegenden drei Saisons (Fünfter, Vierter und Sechster) ist Sven Köhlers Elf derzeit Vorletzter. Sie hat mit zehn Partien die meiste Einsatzzeit, aber die wenigsten Punkte. Nur vier sind es. Doch woran liegt das? Schließlich waren die Gelb-Schwarzen aus Dielkirchen stets ordentlich aufgestellt. „Das ging schon im Sommer los“, verrät Sven Köhler. „Wir hatten die zwei Abgänge nach Dörnbach. Danach haben noch mal zwei Spieler die Lust verloren, insgesamt vier absolute Leistungsträger. Das merken wir jetzt.“ Ein bisschen dringt da auch der Frust durch. Dass Spieler wegen Lustlosigkeit hinschmeißen oder den Kopf hängen lassen, wenn es mal nicht geradlinig läuft, das ärgert Trainer Sven Köhler. Anspruchsvoll startete er in die Runde – trotz eines relativ dünnen 14-Mann-Kaders. Danach fielen ihm so viele Leute weg, dass er sechs Kräfte aus der Zweiten hat aufbauen müssen. „Wir stehen unter unseren Möglichkeiten, das war so nicht zu erwarten“, weiß er. „Aber ich bin eine Kämpfernatur. Mich hängen lassen, das geht nicht. Wenn es läuft, ist es für jeden leicht. Gerade jetzt zeigt sich aber Charakter“, appelliert Köhler an die „schwachen Personen“, dank denen der SVD im Liga-Keller stecke. Kampf, Leidenschaft, Wille – das seien die Tugenden, die seine Dielkirchener wieder finden müssten. So kompliziert sei es ja gar nicht, hinten raus zu kommen. Einen Klassenunterschied zwischen den Plätzen vier und 13, wie es ihn vor ein, zwei Jahren in dieser Liga noch gab, herrsche in dieser Saison nicht mehr. „Vielleicht stehen wir an einem Tag kompakter oder machen mal zum richtigen Zeitpunkt das Tor. Wir nehmen keinen Gegner locker. Natürlich ist was drin, wir wollen zuhause immer punkten“, manifestiert Köhler vor dem Heimspiel morgen, 15 Uhr, gegen den TuS Dannenfels. Er hofft auf die Tagesform. Seit dem zweiten Spieltag, dem einzigen Saisonsieg gegen Kerzenheim, habe die nicht mehr gestimmt. Sieben Niederlagen bekam der SVD danach verpasst (ppp)