Donnersberger Echo
Weihnachten wird ... anders: Der Zwang zum Sparen und seine Chancen
Haben Sie, liebe Leserinnen und Leser, schon alle Ihre Geschenke zusammen, die unterm Weihnachtsbaum liegen sollen? Gibt’s überhaupt so viele Päckchen, wie das noch bis vor kurzer Zeit der Fall war? Oder, noch viel elementarer: Gibt es überhaupt einen Weihnachtsbaum? Mit Lichterketten, die teuren Strom verbrauchen?
Preiserhöhung? Wird nur noch hingenommen
Unser Leben ist teuer geworden. Wie schnell es wie teuer werden könnte, das hat sich noch vor Jahresfrist wohl kaum jemand ausmalen können. In der zurückliegenden Woche haben wir über die Müllgebühren und den Wasserpreis berichtet. Die Müllabfuhr wird teurer für die Menschen im Donnersbergkreis. Bis zu 70 Euro pro Jahr für einen Fünf-Personen-Haushalt. Ähnlich viel mehr müssen Familien in der Verbandsgemeinde Kibo fürs Trinkwasser jährlich hinlegen, war festzustellen, nachdem Versorger WVR die Preise für 2023 festgelegt hatte.
Hätten diese Verlautbarungen in früheren Jahren zu lauten Aufschreien geführt und uns Leserbriefe noch und nöcher beschert, so nehmen die Menschen solche Zahlen Ende 2022 nur noch zur Kenntnis. Klingt ja auch gar nicht nach so viel – im Vergleich zu den Mehrkosten, die der Gang in den Supermarkt oder der Halt an der Tankstelle mittlerweile verursachen. Oder noch viel schlimmer: die vorausstehenden Zahlungen an den Gasversorger.
Wie unpassend: Es ist Weihnachten
Da scheint es fast ein wenig unpassend, dass jetzt Weihnachten ansteht. Das Fest, bei dem stets groß aufgetafelt wird, um im Familien- und Freundeskreis zu schlemmen. Bei dem jeder mit möglichst teuren, möglichst ausgefallenen Geschenken die Herzen seiner Liebsten höher schlagen lassen möchte. Ganz zu schweigen von den strahlenden Kinderaugen. Wie bitteschön soll das funktionieren in Zeiten allenthalben knapper Kassen?
Vielleicht lässt sich ja aus der Not eine Tugend machen. Vielleicht ist es ja gerade das Weihnachtsfest, das uns Möglichkeiten bietet, im Vergleich zu den Vorjahren etwas zu sparen. Denn dass es an Weihnachten fast nur noch um die größten Geschenke, den größten Tannenbaum und das opulenteste Mahl gehe, das kritisiert doch nun wirklich jeder seit Jahren. Dass den Grundzutaten des Festes – Liebe, Familie, Frieden, Hoffnung, Innehalten – kaum noch jemand eine Bedeutung beimisst, das finden wir alle doch Jahr für Jahr so unendlich schade. Nur um dann ein Jahr später das Geschenk unseres Gegenübers doch wieder übertrumpfen zu wollen und um für unsere Kinder der Einfachheit halber noch größeren Plastikramsch unter den Baum zu zwängen.
Wir sind bescheidener geworden
Trotz aller hehren Vorsätze: Den meisten von uns ist es noch nicht wieder gelungen, ein Weihnachtsfest zu schaffen, wie wir es uns tief in unserem Inneren eigentlich zurückwünschen. In diesem Jahr aber wird es vielen Menschen aufgezwungen. Die viel kritisierte Kommerzialisierung des Weihnachtsfestes scheitert diesmal an unseren finanziellen Möglichkeiten und an der Notwendigkeit, Geld zur Seite zu legen für das, was noch kommen mag.
Wir sind in den vergangenen Monaten bei vielem bescheidener geworden. Bei der Vielzahl der Menschen wird dies auch auf Weihnachten zutreffen. Versuchen wir, das Beste daraus zu machen, uns vom einen oder anderen Ansatz zu lösen, der uns am modernen Weihnachtsfest seit längerem stört. Womöglich können wir so manche Erkenntnis retten in die nächsten Weihnachtszeiten, wenn sich hoffentlich alles wieder ein wenig entspannt haben wird.