KIRCHHEIMBOLANDEN RHEINPFALZ Plus Artikel Wegen explodierender Nachfrage: Mengenbegrenzung beim Brennholz

Begehrtes Gut: Brennholz.
Begehrtes Gut: Brennholz.

Brennholz ist beim Forstamt Donnersberg ausverkauft. Während es üblicherweise zu dieser Zeit, in der der Einschlag ausläuft und die Wälder wieder im Saft stehen, kaum Nachfrage gibt, stehen nun bei den Revierförstern die Telefone nicht mehr still. Für die Saison 2022/23 wird es eine Mengenbegrenzung pro Haushalt geben.

Lothar Runge, der Leiter des Forstamtes Donnersberg, spricht von 30 bis 40 Anrufen täglich bei jedem seiner Revierleiter, die sich alle um Brennholz drehten. „Überall gibt es diese Nachfrage, das ist ein landesweites Problem“, sagt Runge.

Als Auslöser nennt Runge den Krieg in der Ukraine. „Wir hatten beim Brennholz eine kontinuierliche Marktentwicklung, die von 2017 bis 2021 sogar leicht rückläufig war. Das hat sich jetzt mit dem Krieg total verändert. Viele haben angefangen, fast panikartig nachzufragen, ob Brennholz verfügbar ist“, berichtet der Forstamtschef. Die Angst, dass der Gashahn abgedreht werden könnte, führe viele auf Holz und Öfen als Heizalternativen, und es werde versucht, sich Vorräte anzulegen. Die Nachfrage nach Kaminöfen steige ebenfalls stark an. Ob das angstgetriebene Hamsterkäufe seien, die sich wieder legten, oder ein dauerhafter Trend, sei noch abzuwarten.

Als Auslöser nennt Runge den Krieg in der Ukraine. „Wir hatten beim Brennholz eine kontinuierliche Marktentwicklung, die von 2017 bis 2021 sogar leicht rückläufig war. Das hat sich jetzt mit dem Krieg total verändert. Viele haben angefangen, fast panikartig nachzufragen, ob Brennholz verfügbar ist“, berichtet der Forstamtschef. Die Angst, dass der Gashahn abgedreht werden könnte, führe viele auf Holz und Öfen als Heizalternativen, und es werde versucht, sich Vorräte anzulegen. Ob das angstgetriebene Hamsterkäufe seien, die sich wieder legten, oder ein dauerhafter Trend, sei noch abzuwarten.

Bis 2017 „Welt noch in Ordnung“

Das Phänomen trifft den Wald und das Forstamt in einem schwierigen Moment. „Bis 2017 war die Welt noch in Ordnung“, resümiert Runge. Dann aber kamen die extremen Trockenjahre, von denen sich der Wald auch durch das feuchtere Jahr 2021 nicht wirklich erholt habe. „Die Absterbeprozesse laufen weiter“, sagt Runge und hat dabei besonders die Buche im Blick. Das Forstamt hat auf diese schwierige Lage hin den Holzeinschlag drastisch reduziert, von vormals 60.000 auf nun noch etwa 33.000 Festmeter pro Jahr – der Wald soll Zeit erhalten, sich zu regenerieren, und es sei auch nicht sinnvoll, bei einer solchen Entwicklung gesunde Bäume einzuschlagen.

Auch die Anteile von Laub- und Nadelholz haben sich verschoben. Entfiel vor dieser Krise nur ein Drittel des Einschlags auf Nadelhölzer, ihrem deutlich geringeren Anteil am Baumartenmix im Donnersbergkreis geschuldet, so liegt heute der Einschlag mit 15.000 Festmetern bei nahezu der Hälfte des Gesamteinschlags – was natürlich auf das Konto der Schädigung vor allem der Fichten etwa durch Borkenkäfer und Wassermangel geht.

Bestellung bis Oktober notwendig

All das macht sich beim Brennholz bemerkbar. Die Menge, die das Forstamt bereitgestellt hat, ging von 12.000 Festmetern im Jahr 2017 auf 8000 Festmeter im Jahr 2021 zurück, wobei die Nachfrage immer befriedigt werden konnte. „Wir haben uns immer bemüht, die örtliche Bevölkerung zu beliefern, und das ist auch gelungen“, so Runge, wobei nicht nur einzelne Haushalte, sondern auch Holzhändler mit der Hälfte der verkauften Holzmenge zu den Kunden gehören. Auf eine explodierende Nachfrage, wie sie sich jetzt abzeichne, müsse das Forstamt aber mit einer Mengenbegrenzung reagieren. „Die Versorgung der Sägewerke und der Industrie muss sichergestellt werden“, stellt Runge die Prioritäten klar, auch aus ökologischen Gründe müsse die stoffliche Verwertung vor der energetischen Vorrang haben.

Für die Saison 2022/23 werde es nun so sein, dass pro Haushalt maximal 20 Festmeter abgegeben werden, „das schafft Versorgungssicherheit“. Das gehe aber nur unter der Voraussetzung, dass das Holz frühzeitig, spätestens bis Oktober, bestellt werde, ein Formblatt dafür finde sich auf der Homepage des Amtes. „Wer bis dahin nicht bestellt hat, muss damit rechnen, nichts zu bekommen“, so Runge. Zudem müssten sich Holzkäufer auf höhere Preise einstellen, die sich orientieren werden an den im Sommer sich einstellenden Marktpreisen. Mehr Flexibilität wünscht sich Runge auch bei den Holzarten, viele kaprizierten sich auf Buchenholz, man sollte aber auch Eiche und Nadelholz in Erwägung ziehen.

Dass die Lage vermehrt zu Holzdiebstählen führen könne, davon sei auszugehen. Die Polter seien allerdings mittlerweile mit Trackern gesichert, wodurch schon Holzdiebe ermittelt werden konnten.

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