WINNWEILER
WEG-Abiturienten sind gleich mehrfach ein besonderer Jahrgang
Denn gleich in mehrfacher Hinsicht wird der 2020er Abitur-Jahrgang am WEG nachhaltig in Erinnerung bleiben. Allem voran natürlich wegen Covid-19: Sind die schriftlichen Arbeiten im Januar noch relativ unspektakulär über die Bühne gegangen, so hat kurz vor dem „Mündlichen“ die Corona-Pandemie Deutschland mit voller Wucht erreicht. Kurzzeitig stand sogar im Raum, die Prüfungen auf Anweisung des Landes um eine Woche zu verschieben, dann ist es doch bei den ursprünglichen Terminen am 16. und 17. März geblieben.
Wenn auch unter ganz besonderen Bedingungen, wie Oberstufenleiter Peter Ramroth der RHEINPFALZ berichtet: „Maximal vier Personen waren im Raum: Prüfling, Prüfer(in), Protokollführer(in) und Vorsitzende(r).“ Wenn der jeweilige Abiturient den Raum verlassen hatte, sei Lehrer und „Hygienebeauftragter“ Christian Becker „mit einer großen Flasche Alkohol aus der Chemie herumgegangen und hat Tischflächen, Türklinken und anderes mehr großzügig desinfiziert“, so Ramroth. Im Handel seien zu diesem Zeitpunkt schon keine Desinfektionsmittel mehr zu kaufen gewesen. Es war sicher das erste und hoffentlich auch das letzte Mal, dass am WEG während des Abiturs offiziell Alkohol erlaubt gewesen ist ...
Zeugnisübergabe mit Abstand
Die Zeugnisse – auch das ein der Ausnahme-Situation geschuldetes Novum – haben Ramroth und Schulleiter Ralf Schäfer direkt nach Abschluss der Prüfungen den Schülerinnen und Schülern im Festhaus überreicht – natürlich „unter Wahrung der Sicherheitsabstände“, betont der MSS-Leiter. Von 62 Absolventen haben 58 bestanden, vier haben immerhin den schulischen Teil der Fachhochschulreife erlangt. Außergewöhnlich ist ferner das Leistungsniveau des Jahrgangs: 13 Abiturienten haben einen Durchschnitt besser als 2,0 erreicht, zwei sogar mit der Traumnote 1,0 abgeschlossen: Selina Feth aus Rockenhausen und Kancho Petrov Kavardzhikov aus Winnweiler. Dessen Geschichte wiederum verdient laut Ramroth besonderer Erwähnung: Erst in der 9. Klasse durch Familiennachzug aus Rumänien nach Deutschland gekommen, habe der junge Mann damals kein einziges Wort Deutsch gesprochen – „und dann dieses Ergebnis!“.
Kann Feier nachgeholt werden?
Normalerweise werden diese und weitere herausragende Abitur-Leistungen am WEG wie an vielen anderen Schulen mit Preisen belohnt – übergeben an der Abschlussfeier, die aber aus den bekannten Gründen nicht stattfinden konnte. Bislang jedenfalls – denn weder Ramroth noch die inzwischen ehemaligen Schüler haben einen Abschied in würdigem Rahmen schon ganz abgehakt. „Leider kann unser Abi-Ball ja nicht stattfinden, aber wir machen das Beste daraus und setzen uns fest dafür ein, dass dieser – sobald es möglich ist – nachgeholt werden kann“, schreibt Melissa Horn vom Organisations-Team der Feier in einer E-Mail an die RHEINPFALZ. Den Kontakt hatte – in Corona-Zeiten alles nicht so einfach – Ramroth unserer Redaktion vermittelt.
Ein neuer Termin nach Ende der Corona-Krise wäre laut Horn alleine deshalb wünschenswert, weil der Jahrgang schon eine Menge Zeit und Geld in die Vorbereitung investiert hat. „Die goldenen 20er – ein Abgang mit Glanz und Stil“ lautete das kreative Motto, das die 13er in Anlehnung an den Aufschwung der Weimarer Republik vor 100 Jahren gewählt hatten. „Ein Großteil der Stufe war davon begeistert“, so Horn. Ein „edler“ Abi-Ball, geprägt von den Farben Grau, Schwarz und Gold hätte es werden sollen, auch die passenden T-Shirts waren schon gedruckt – aufgeschoben ist in diesem Fall vielleicht tatsächlich nicht aufgehoben.
Auf Brunnen verewigt
Das gilt auch für den Abi-Streich – jedenfalls für den ausgefallenen zweiten Teil. Denn die erste Hälfte ihrer Pläne haben die Abgänger gerade noch so ausführen können: Drei Tage lang haben fünf bis acht Abiturienten den Brunnen im Schulhof blau gestrichen, mit dem weißen Schriftzug „ABI 2020“ versehen sowie alle Vornamen der Jahrgangsstufe darauf verewigt. Als „kleines Herzensprojekt“ bezeichnet Horn die Aktion, zumal das Bauwerk letztmals vor 15 Jahren frische Farbe erhalten hatte. Und eine „Erinnerung von uns“ hätten sie und ihre Kollegen hinterlassen wollen – erst recht, als sie erfahren haben, dass ihre Feier abgesagt werden muss. „Unbedingt“ sollte deshalb die Mission Brunnen zu Ende gebracht werden. „Vor allem auch, damit wir gemeinsam noch etwas Schönes gemacht haben“, betont Horn. Wenigstens das hat die heimtückische Infektionskrankheit den WEG-Abiturienten nicht nehmen können. Ein ganz besonderer Jahrgang eben ...
Die WEG-Abiturienten 2020
Mariia Sergeevna Pazina, Kaiserslautern; Selina Heinen, Mehlingen; Anne Kathrin Schreyer, Mehlingen; Justin Rombs, Neuhemsbach; Helen Victoria Steiner, Sembach; Paula Franziska Steiner, Sembach; Luisa Ziepser, Otterberg; Sara Abdullah, Winnweiler; Hanna Erb, Hochstein; Tobias Hippel, Winnweiler; Tizian Paul Hoffmann, Winnweiler; Kancho Petrov Kavardzhikov, Winnweiler; Ilja Kratschmer, Winnweiler; Kathrin Lieser, Winnweiler; Babette Simone Mang, Winnweiler; Max Pfundstein, Winnweiler; Anna-Sophia Emilie Stahlschmitt, Alsenbrück-Langmeil; Kim Luisa Stephan, Potzbach; Alicia Johanna Ströhla, Winnweiler; Moritz Noel Brutschek, Höringen; Nils Gesmann, Höringen; Simon Scheu, Gundersweiler; Benjamin Tirbach, Höringen; Alina Chiara Peisch, Lohnsfeld; Melissa Maria Horn, Münchweiler; Cem Aydin, Dörnbach; Julia Marie Blümmert, Rockenhausen; Nicki Leon Broichhausen, Katzenbach; Berkay Ahmet Cal, Rockenhausen; Jakob Maximilian Edler, Katzenbach; Selina Feth, Rockenhausen; David Peter Gabelmann, Rockenhausen; Paul Gabelmann, Rockenhausen; Felix Garbe, Dörnbach; Tim Geib, Rockenhausen; Nils Lahr, Rockenhausen; Leonie Lembach, Rockenhausen; Jan-Benedict Mai, Bisterschied; Magdalena Mai, Bisterschied; Sophie-Madeleine Meinert, Bisterschied; Dilara Sayar, Rockenhausen; Paul Phillipp Schwehm, Rockenhausen; Isabell Caroline Sundheimer, Rockenhausen; Esra Ülkü, Rockenhausen; Johannes Weber, Bisterschied; Jakob Theodor Will, Rockenhausen; Laura Willenbacher, Katzenbach; Milena Cheyenne Ziegler, Katzenbach; Antonia Maria Krennerich, Imsweiler; Maximilian Schreiber, Ransweiler; Philip Lukas Renner, Dielkirchen; Simon Scheib, Imsbach; Hannah Zöller, Imsbach; Lucas Feier, Alsenz; Jana Jaschinski, Alsenz; Florian Vogt, Alsenz; Johannes Vogt, Oberndorf; Michelle Birrenbach, Niedermoschel; Oliver Udo Feickert, Gaugrehweiler; Julian Herrgen, Hengstbacherhof; Luisa Rhein, Münsterappel; Samira Sittel, Gaugrehweiler.