Falkenstein RHEINPFALZ Plus Artikel Wasserversorgung: Neuer Hochbehälter an neuem Standort

Fügt sich optisch gut in das Landschaftsbild: der im Auftrag des Zweckverbands Wasserversorgung Westpfalz errichtete Hochbehälte
Fügt sich optisch gut in das Landschaftsbild: der im Auftrag des Zweckverbands Wasserversorgung Westpfalz errichtete Hochbehälter für Falkenstein. Der Standort ist zudem an den Rand des Naturschutzgebiets gerückt.

Ein neuer Hochbehälter soll künftig eine qualitativ hochwertige Wasserversorgung von Falkenstein sicherstellen. Träger des rund eine Million teuren Bauprojekts ist der Zweckverband Wasserversorgung Westpfalz (ZWW). Dieser hatte im Vorfeld der inzwischen abgeschlossenen Arbeiten gleich zwei grundsätzliche Fragen zu klären.

Zum einen musste geprüft werden, ob eine Sanierung des bisherigen, im Jahr 1998 errichten Hochbehälter ausreichend wäre. Diese Möglichkeit ist auf der Basis eines 2016 erstellten Gutachtens zum Zustand des Bauwerks als nicht wirtschaftlich verworfen worden. „Deshalb wurde ein Standort für einen neuen Hochbehälter gesucht“, teilen die Stadtwerke Kaiserslautern Versorgungs-Aktiengesellschaft mit, die im Auftrag des Zweckverbands für die kaufmännische und technische Betriebsführung zuständig sind.

Was zur zweiten Frage führte: Wo soll der neue Hochbehälter gebaut werden? Der Standort neben dem alten Hochbehälter war nach kurzer Zeit vom Tisch: Das Grundstück liegt in einem naturschutzrechtlich sensiblen Bereich des Naturschutzgebietes Schelmenkopf Falkenstein sowie des Flora-Fauna-Gebiets Donnersberg. Deshalb hat man sich in Abstimmung mit der oberen Naturschutzbehörde auf die Suche nach einer geeigneten Fläche am Rande des Naturschutzgebiets gemacht – und ist bald fündig geworden: Der Zweckverband hat von einem Falkensteiner Bürger einen Teil seines Grundstücks erworben, wofür sich die Verantwortlichen dankbar zeigten.

Nach Genehmigung der Planung durch die Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Süd in Neustadt sind die Arbeiten im Herbst des vorigen Jahres vergeben worden. Die baulichen Maßnahmen begannen mit dem Bau einer neuen, 320 Meter langen Versorgungsleitung, die in einem Wirtschaftsweg zwischen dem Falkensteiner Ortsnetz und dem neuen Standort verlegt worden ist.

150 Kubikmeter Speicher

Das Bauwerk selbst hat ein Speichervolumen von 150 Kubikmeter. Es wurde nicht auf konventionelle Art aus Ortbeton, sondern als Fertigteil-Behälter aus glasfaserverstärktem Kunststoff errichtet. Dabei hat die ausführende Firma die Wasserkammern und die Vorkammer aus vorgefertigten Rohren mit einem Durchmesser von rund drei Metern vor Ort auf der Baustelle zusammengefügt.

Neben der rationellen Bauweise sei ein weiterer Vorteil, dass sich das Bauwerk samt Gelände relativ niedrig ins Landschaftsbild einfüge. Im Außenbereich des neuen Bauwerkes werden auf Grundlage des landespflegerischen Begleitplans noch verschiedene Ausgleichsmaßnahmen wie Baum- und Strauchpflanzungen durchgeführt. Besondere Pläne gibt es mit dem bisherigen Hochbehälter: Er soll zum Fledermaushotel umgenutzt werden.

Mittlerweile ist das neue Bauwerk in Betrieb genommen. Die Finanzierung mit einem Volumen von rund einer Million Euro erfolgte über ein Programm zur Sanierung und Erneuerung von Wasserversorgungsanlagen im Versorgungsgebiet des Zweckverbands. Fördermittel gewährt das Land Rheinland-Pfalz nach den Richtlinien der Wasserwirtschaftsverwaltung. „Wir begrüßen die Entscheidung des Zweckverbands, die uns einen neuen Hochbehälter verschafft hat. Für unsere Infrastruktur und hauptsächlich für die Sicherstellung der Wasserversorgung war dies ein bedeutsamer Schritt“, freut sich der Falkensteiner Ortsbürgermeister Volker Demmerle.

Ähnlich sieht das Manfred Kauer, Leiter der Verbandsgemeindewerke Winnweiler. „Auch wir begrüßen den Neubau des Hochbehälters, der die Versorgungssicherheit erhöht. Der Neubau war wirtschaftlicher als eine Sanierung des bestehenden Hochbehälters“, so Kauer. Eine vergleichbare Situation gebe es in Wartenberg-Rohrbach: Auch hier stehe der Neubau eines Hochbehälters an, die Planungen liefen bereits, so Kauer.

Zur Sache: Zweckverband versorgt sechs Verbandsgemeinden

Der Zweckverband Wasserversorgung Westpfalz betreibt und organisiert die Wasserversorgung für ihre sieben Verbandsmitglieder. Dies sind die Verbandsgemeinden Kusel-Altenglan, Lauterecken-Wolfstein, Nahe-Glan, Nordpfälzer Land, Otterbach-Otterberg und Winnweiler sowie den Wasserzweckverband Weihergruppe. Das Leitungsnetz ist 495 Kilometer lang und bestückt 106 Hochbehälter. Diese sind zugleich die Übergabestationen an die örtlichen Wasserwerke. Auf das Wasserwerk der Verbandsgemeinde Winnweiler entfallen zehn Hochbehälter und 32 weitere Übergabebauwerke sowie 109 Hoch- und Tiefpunkte. Rund 5000 Hausanschlüsse werden durch ein 130 Kilometer langes Leitungsnetz versorgt. Die jährlich abgesetzte Wassermenge stieg über Jahre stetig an: von 603.528 Kubikmeter im Jahr 2013 auf 646.568 Kubikmeter (2014), 668.991 Kubikmeter (2015), 717.863 Kubikmeter (2016), 723.367 Kubikmeter (2017) und 740.917 Kubikmeter im Jahr 2018. Im Jahr 2019 gab es dann erstmals wieder einen Rückgang auf 725.268 Kubikmeter.

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