Donnersbergkreis Wasserverluste nicht erklärbar

Die Wasserverluste in der Verbandsgemeinde Göllheim haben im vergangenen Jahr sprunghaft zugenommen. Die Wassermenge, die in die Ortsnetze eingespeist wurde, lag 2014 erstmals mehr als acht Prozent über der Wassermenge, die sich aus den Wasserabrechnungen ergibt. Das entspricht einem Wasserverlust von rund 50.000 Kubikmetern.
Bei der Werkausschusssitzung am Dienstag verwies Werkleiter Walter Fromkorth dazu auf die drastische Zunahme der Wasserrohrbrüche: 15 in 2014, sechs in 2013. Hinzu kämen die umfangreichen Arbeiten an den Wasserleitungen im Zuge der Straßenbaumaßnahmen in Bubenheim und Göllheim. Die allgemeinen Gründe für Wasserverluste reichen von den routinemäßigen Spülungen des Leitungssystems über Feuerwehrübungen und Löscheinsätze bis hin zu illegalen Wasserentnahmen. Die Grenze zwischen einem „geringen“ und einem „mittleren“ Wasserverlust liegt bei acht Prozent. 2013 blieb man mit 7,12 Prozent noch deutlich unter dieser Marke. 2014 folgte dann ein Anstieg auf 8,65 Prozent. Kai Weigel (CDU) äußerte sein Unverständnis darüber, dass trotz der effektiven Überwachungstechnik des Wassertransports durch die moderne Netzleittechnik im vergangenen Jahr der höchste Wasserverlust angefallen sei. Die Systemüberwachung, hielt Bürgermeister Klaus-Dieter Magsig entgegen, bedeute ja keine automatische Reduzierung der Wasserverluste. Die Überprüfung der gemessenen Unregelmäßigkeiten sei sehr personal- und zeitintensiv. Wenn Weigel meine, dass man es sich damit „zu einfach mache“, sei diese Kritik „sehr pointiert“. Aber man sei schon sensibilisiert, alle Anstrengungen zu unternehmen, um die Wasserverluste wieder „auf eine erklärbare Größe zurückzuführen“, betonte Magsig. Mit dem Ausbau der Abbiegespur der B 47 in die Hauptstraße von Albisheim beim Obsthof Enders soll im Juli begonnen werden. Der Kostenanteil der Verbandsgemeinde Göllheim für die Entwässerungsmaßnahmen beträgt rund 37.000 Euro. Der Ausschuss vergab den Bauauftrag für die Kanalisation und die Wasserversorgung im Neubaugebiet Kästenwiese (Erweiterung) in Einselthum an die Firma Knebel aus Bingen (rund 202.000 Euro). Die Erneuerung von drei Übergabeschächten für die Wasserversorgung durch die Firma Baumgarten aus Enkenbach-Alsenborn kostet rund 28.000 Euro. Der Bericht über die laufenden Maßnahmen umfasst zwölf Positionen. In der Hauptsache handelt es sich um Arbeiten zur Wasserversorgung oder Abwasserentsorgung. Aber auch um den Bau einer Flächenphotovoltaikanlage bei den Wasserwerken Göllheim und um den Umbau des Kellergeschosses der Verbandsgemeindewerke. Die erwarteten Kosten der zum Teil jahresübergreifenden Maßnahmen belaufen sich auf insgesamt 4,06 Millionen Euro. (til)