Kirchheimbolanden RHEINPFALZ Plus Artikel Was Schafswolle mit nachhaltigem Gärtnern zu tun hat

Manuela Maskill von der Lebenshilfe fertigt mit ihrer Gruppe aus alten Schafswollresten Dünger für den Garten.
Manuela Maskill von der Lebenshilfe fertigt mit ihrer Gruppe aus alten Schafswollresten Dünger für den Garten.

Die Kirchheimbolandener Lebenshilfe versucht seit einiger Zeit, innovativ und ganz im Zeitgeist ihre Arbeit mit nachhaltigem Gärtnern zu verbinden. Dabei spielt Schafswolle eine besondere Rolle.

„So haben alle Seiten etwas Gutes davon.“ Manuela Maskill zeigt stolz das Ergebnis der täglichen Beschäftigung ihrer Schützlinge in der Kirchheimbolandener Tagesförderstätte der Lebenshilfe Westpfalz. Seit einigen Wochen fertigen sechs Bewohner des örtlichen Wohnheims täglich fleißig Dünger-Pellets für den Garten aus Schafswollresten an. Es ist Teil ihrer ergotherapeutischen Arbeit.

Filzen, also aus Schafswolle mittels einer Kardiermaschine Vliese spinnen, gibt es in der Einrichtung schon seit gut anderthalb Jahren. Manuela Maskill hatte privat einen Spinnkurs besucht, der sie dazu inspiriert hat. Aus den Vliesen fertigt die Gruppe kleine Dekofigürchen sowie Dinge des täglichen Gebrauchs wie Kissen oder wärmende Stulpen an.

Einfach mal ausprobiert

Seit eine Kollegin von Maskill vor wenigen Wochen gelesen hatte, dass Schafswollreste schon seit jeher in der Landwirtschaft als natürlicher Dünger eingesetzt werden, ist die Palette an Verarbeitungsmöglichkeiten für die Wollreste spontan erweitert worden. Schafswolle besitzt aufgrund ihres hohen Keratin- und Stickstoffgehaltes ähnlich gute Düngereigenschaften wie Hornspäne. Und somit alle Eigenschaften eines natürlichen und nachhaltigen Bio-Düngers – ganz im aktuellen Trend ökologischen Gärtnerns. Die Schafswollreste erhält die Einrichtung kostenfrei von einem therapeutischen Bauernhof, mit dem die Lebenshilfe kooperiert.

„Das haben wir einfach ausprobiert – ,learning by doing’ sozusagen“, sagt Manuela Maskill, die seit 2017 als Ergotherapeutin in der Einrichtung tätig ist. Für ihre Gruppe, die sich zum größten Teil aus Menschen mit individuell besonderen Bedürfnissen zusammensetzt, ist sie stets auf der Suche nach neuen Beschäftigungsfeldern. Die vielseitigen Verarbeitungs- und Gestaltungsmöglichkeiten mit dem – auch haptisch in höchstem Maße therapeutisch geeigneten – Rohstoff Schafswolle ist ein wertvoller und beliebter Teil des täglichen Beschäftigungsprogramms. Mit dem Filzen ließen sich sowohl Beschäftigungs- als auch Ergotherapieelemente bei der Arbeit mit den Bewohnern wunderbar vereinen.

Verkauf gegen Spende

Im weiteren Verlauf entstand die Idee, die fertigen Pellets gegen einen Spendenobulus zu verkaufen. Diese werden, in ebenfalls in der Gruppenarbeit selbst gefertigten Tüten, verbrauchsfertig abgepackt und angeboten. Coronabedingt seien die üblichen Vertriebswege, wie Basare und Tage der offenen Tür, weitestgehend weggefallen.

„Ein eigener Lebenshilfe-Stand beispielsweise auf dem Wochenmarkt lässt sich leider nicht realisieren, da hier nur klassische Lebensmittel angeboten werden dürfen“, erklärt Benjamin Heilig, der engagierte Leiter der Förderstätte. Deswegen bietet die Lebenshilfe einen Direktverkauf an.

Info

Am Dienstag, 2. August, zwischen 10 und 12 Uhr, verkauft die Lebenshilfe in der Einrichtung in der Gartenstraße 4a in Kirchheimbolanden ihre Produkte. Der Verkauf ist auch nach telefonischer Voranmeldung unter 06352 7059916 täglich zwischen 10 und 12 Uhr möglich.

Auf der Kiste steht: „Diese Wolle kann als Dünger verwendet werden. Sie kann auch entsorgt werden.“ Die Lebenshilfe hat sich ohn
Auf der Kiste steht: »Diese Wolle kann als Dünger verwendet werden. Sie kann auch entsorgt werden.« Die Lebenshilfe hat sich ohne Zögern für die erste Variante entschieden.
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