Kirchheimbolanden RHEINPFALZ Plus Artikel Was Schülersprecher von den wechselnden Unterrichtsformen halten

Bunt ist in dieser Schule momentan wegen der Inzidenzzahlen eher das Mobiliar als der Schulalltag. Die ständige Umstellung zwisc
Bunt ist in dieser Schule momentan wegen der Inzidenzzahlen eher das Mobiliar als der Schulalltag. Die ständige Umstellung zwischen Online- und Präsenzunterricht bereitet auch Schülern Probleme.

Mal Onlineunterricht, mal Wechselunterricht, mal in der Schule, mal zuhause – die Schüler im Donnersbergkreis mussten sich in den vergangenen Monaten so einige Male umstellen. Das ist ziemlich anstrengend, finden die Schülersprecher vom NPG und der Realschule plus in Winnweiler.

Im März konnten die Schüler nach wochenlangem Home-Schooling zumindest in den Wechselunterricht zurückkehren, Schultage in Präsenz wechselten sich mit Onlineunterricht ab. Nach fünfeinhalb Wochen war damit wieder Schluss. Seit dem 22. April sind die Schulen kreisweit aufgrund der hohen Inzidenzzahlen geschlossen. Wie soll das weitergehen? „Wenn die Schulen aufmachen, dann wieder schließen, wieder aufmachen und dann doch wieder schließen, ist es für die meisten Schüler nicht einfach“, sagt Charlotte Schmitt, Schülersprecherin an der Albert-Schweitzer-Realschule-plus in Winnweiler. Dadurch fehle die Routine, durch das „ständige Hin und Her“ sei es eine Herausforderung „am Ball zu bleiben“, zum Beispiel, um sich auf Tests oder Klassenarbeiten vorzubereiten.

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Ähnlich sehen das auch die drei Schülersprecher des Nordpfalzgymnasiums (NPG) in Kirchheimbolanden: „Aus gesundheitlicher Sicht hat es natürlich Sinn, im Moment wieder Fernunterricht zu machen“, sagt Niklas Schneider. „Aber dass zum Beispiel mitten in der Woche donnerstags auf einmal die Schule zu war und dieses ganze Wechseln ist schon ein bisschen ermüdend für die Schüler. Dass wir uns da immer wieder anpassen müssen.“ Kyra Zimmer plädiert dafür, jetzt erst einmal eine längere Zeit nur Onlineunterricht zu machen, bis die Fallzahlen wieder unten sind. Zwischen Wechselunterricht und reinem Home-Schooling zu wechseln, auch wenn der Inzidenzwert mal kurz unter der Grenze von 165 liegt, fände sie nicht gut. Felix Mayer sieht das genauso: „Zwischendurch nur für ein paar Tage zu öffnen und dann gehen die Zahlen wieder hoch, bringt ja auch nichts.“

Umfang des Onlineunterrichts erhöht

Trotz der Widrigkeiten haben alle Schülersprecher Lob für den Umgang ihrer Schule mit den Corona-Maßnahmen. „Immer wenn es neue Informationen gab, wurden wir von unseren Klassenlehrern informiert, sie waren auch immer für Fragen erreichbar“, erzählt Schmitt. Mayer berichtet vom NPG, dass der Fernunterricht im Januar eher noch langsam gestartet ist, sich aber dann „schnell alles eingependelt“ hat. Der Übergang im März vom Wechselunterricht zurück in das reine Home-Schooling sei reibungslos verlaufen, sowohl für die Schüler als auch für die Lehrer.

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Auch an der Realschule plus läuft das ohne Probleme. „Nachdem das mit dem Videounterricht gut funktioniert hat, wurde der Umfang des Onlineunterrichts erhöht“, sagt Schmitt. Derzeit haben die Schüler wöchentlich 15 Stunden Onlineunterricht, drei Stunden in den Hauptfächern und sechs Stunden in den Nebenfächern. „Außerdem haben wir Fächer, in denen wir keinen Onlineunterricht haben. Für diese Fächer bekommen wir über unsere Homepage regelmäßig Arbeitsaufträge eingestellt, die wir dann bei den Lehrern einreichen müssen.“

Viel zuhause selbst beigebracht

Denn irgendwie müssen ja auch in diesen Zeiten Noten gemacht werden. Charlotte Schmitt hat alle Klassenarbeiten schon geschrieben, die Schüler hätten dies in Gruppen an verschiedenen Tagen getan. „Außerdem gibt es alternative Möglichkeiten, um seine Leistungen erbringen zu können.“ Am NPG wurden bereits die ersten Epochal-Noten für den Onlineunterricht gegeben, also Noten für das Mitmachen und Beteiligen der Schüler. Klassen- und Kursarbeiten werden auch in Fernunterrichtszeiten in der Schule geschrieben, davor müssen die Schüler einen Selbsttest machen. Dann sitzen sie mit großem Abstand in den Räumen und fahren direkt nach der Arbeit wieder nach Hause.

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Doch wie sieht es mit dem Unterrichtsstoff aus? Konnte alles Wichtige für eine Versetzung in die nächste Stufe vermittelt werden? „Ich glaub schon, dass wir wegen der Umstände etwas weniger gemacht haben, als ein Jahrgang ohne Corona, aber trotzdem sollten auf keinen Fall alle die Stufe wiederholen müssen. Was wir in diesen Monaten gelernt haben, haben wir uns alles selbst beigebracht und das war auch sehr anstrengend“, erklärt Kyra Zimmer. Und Mitschüler Felix Mayer fügt an: „Ich würde sogar fast behaupten, dass ich das, was ich mir in dieser Zeit selbst aneignen musste, noch besser kann. Und die Kursarbeiten haben dann ja auch gezeigt, dass man den Stoff verstanden hat.“

Halbwegs normaler Abschluss im Sommer?

Auch Charlotte Schmitt denkt, dass „im Fernunterricht definitiv nicht alles genauso unterrichtet wird, wie es sonst unterrichtet werden würde“. Aber sie vertraue auf die Lehrer, dass alles Wesentliche beigebracht wurde und noch wird. Und Niklas Zimmer meint dazu: „Ich denke, dass die Arbeit, die wir im Fernunterricht leisten, auf jeden Fall belohnt werden und dass keiner gezwungen werden sollte, eine Klasse zu wiederholen.“

Charlotte Schmitt, Felix Mayer, Kyra Zimmer und Niklas Schneider hoffen nun, dass bald wieder ein bisschen Normalität in den Schulalltag zurückkehren kann. „Am besten wäre natürlich normaler Unterricht vor Ort“, sagt Schmitt, aber auch der Wechselunterricht sei schon gut, sodass man wenigstens ein paar Mitschüler wieder sehen kann. „Schön wäre auch ein halbwegs normaler Abschluss im Sommer“, findet Schneider und auch Charlotte Schmitt würde – wenn möglich – mit der Schülervertretung gerne zu diesem Anlass ein kleines Fest für alle organisieren. Es bleibt abzuwarten, was bis dahin alles möglich sein wird.

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