Winnweiler
Was Leser ärgert: Acker bei Alsenbrück-Langmeil soll zu Gewerbegebiet werden
Am 5. August entschied der Winnweilerer Gemeinderat einstimmig: Im Ortsteil Langmeil soll ein neues Misch- und Gewerbegebiet ausgewiesen werden. Dem Vorhaben steht Sandra Volkmann kritisch gegenüber. Ihre Pferdekoppel grenzt an die Fläche. „Ich habe bereits Einspruch eingelegt.“ Das Projekt ist nicht das einzige Planungsvorhaben im Ort.
Daher fürchtet Volkmann um das von ihr, auch aufgrund ihrer Pferde, eigens gewählte Landleben. „Wie viele Firmen sollen sich denn hier ansiedeln?“, fragt sie in einer schriftlichen Mitteilung. Sollten die nach dem Beschluss des Gemeinderats durchgeführten Gutachten den Weg für die Erschließung freigeben, möchte sie weiter gegen das Projekt vorgehen. Auch den Naturschutzbund würde sie dann noch einmal hinzuziehen.
Hochspannungsleitung zu berücksichtigen
Auch die Ortsvorsteherin von Langmeil, Monika Frick, zeigt sich von den Bauvorhaben wenig begeistert. Sie teilt Volkmanns Befürchtungen: „Es gibt hier bald überall Industrie.“ Daher hatte sie im Ortsbeirat gegen das Vorhaben gestimmt. Im Gegensatz zum Gemeinderat sei das Votum daher hier nicht einstimmig ausgefallen. „Es gab noch eine Enthaltung“, erinnert sie sich an die Abstimmung.
Frick verweist zudem darauf, dass der Acker gar nicht vollständig bebaut werden könne. „Es gibt dort eine Hochspannungsleitung.“ Diese war der Ortsvorsteherin schon einmal begegnet: Entlang der Kreisstraße, welche am Salomonshof vorbei in Richtung Süden verläuft, gibt es einen Fahrradweg. Am Abzweig zur Raiffeisenstraße sollte neben diesem ein Baum gepflanzt werden. Aufgrund der Hochspannungsleitung sei das jedoch nicht möglich gewesen. Da diese auch quer über den Acker verläuft, könne dieser nur teilweise bebaut werden. Somit würde das potenzielle Gewerbegebiet nicht vollständig an Volkmanns Pferdekoppel heranreichen.
Bau noch nicht absehbar
Ortsbürgermeister Rudolf Jacob (CDU) ist über die Situation informiert. Für eine Bebauung gebe es noch keine Pläne. Zunächst müsse man sich mit den Fachbehörden abstimmen, ob eine Bebauung überhaupt möglich sei. Sollten diese keine Einwände haben, würde die Sache an ein Planungsbüro weitergegeben werden. Hier könnte dann noch einmal „die Sicht der Bürger auf die Dinge“ besprochen werden, so Jacob.
„Der Gemeinderat orientiert sich am Wohl der Allgemeinheit“, sagt der Ortsbürgermeister mit Blick auf die verschiedenen Projekte in Winnweiler. Ein Baubeginn sei in Langmeil zudem nicht absehbar. „Dieses Jahr wird das wohl eher nichts mehr“, sagt Jacob.
Zwei Interessenten
Das an Volkmanns Koppel grenzende Grundstück gehört Rene Maekelborger. Er hatte den Antrag im Gemeinderat gestellt. Zurzeit handelt es sich bei der Fläche noch um Ackerland. Für eine spätere Nutzung gebe es bereits zwei Interessenten. „Konkret ist noch nichts“, entgegnet Maekelborger hierzu. Auch von den Gutachtern, die prüfen, ob auf dem Gelände ein Gewerbegebiet errichtet werden kann, sei noch keine Rückmeldung erfolgt.
Im Ort kursierende Gerüchte über den möglichen Bau eines Wohnblocks widerspricht er jedoch. „Definitiv“ werde es das nicht geben. Einer der beiden Interessenten möchte lediglich eine Wohnung neben seiner Werkstatt errichten. Da die Fläche jedoch als Misch- und Gewerbegebiet ausgewiesen werden soll, sei dies kein Problem.