Donnersbergkreis RHEINPFALZ Plus Artikel Was Donnersberger Buchhändler für den Lese-Winter empfehlen

Oft ist die Entscheidung schwer, welches Buch man nehmen soll – für sich selbst oder als Geschenk für andere. Donnersberger Buch
Oft ist die Entscheidung schwer, welches Buch man nehmen soll – für sich selbst oder als Geschenk für andere. Donnersberger Buchhändler geben Tipps.

Die Tage sind kurz und werden noch kürzer, die Coronazahlen sind hoch und ein Ende dieser trüben Phase ist nicht in Sicht. Zeit, sich für den bevorstehenden Winter zu rüsten – mit reichlich gutem Lesestoff. Ob als Weihnachtsgeschenk oder Lektüre für sich selbst: Nachfolgend die Buchempfehlungen und Geheimtipps von Donnersberger Buchhandlungen. Der alte Spruch passt: Garantiert ist für jeden Geschmack etwas dabei!

In den meisten Branchen sorgte die Pandemie für Abschwung, für den Büchermarkt hingegen war Corona ein Konjunkturprogramm – zumindest auf Seiten der Leser. Auch wenn viele Verlage Veröffentlichungen verschoben oder gar ganz abgesagt haben, gibt es im Herbst und Winter einige spannende Neuerscheinungen. Wie soll man sich da entscheiden, welches Buch man als nächstes liest oder jemandem unter den Weihnachtsbaum legt? Am besten fragt man Männer und Frauen vom Fach, was sie selbst über die kommenden Monate bringt: die Buchhandlungen Franck aus Winnweiler und Manar aus Kirchheimbolanden sowie die Bücherhütte aus Rockenhausen.

Für Wissbegierige

Der wohl heißeste Buchtipp in diesen kalten Tagen: Barack Obamas Autobiografie „Ein verheißenes Land“ – da sind sich alle Büchereien einig. Es werde vermutlich das meistgelesene Buch am Ende dieses Winters sein, prophezeit Gunter Franck von der gleichnamigen Buchhandlung. „Er ist einfach charismatisch und plaudert aus dem Weißen Haus, sehr interessant!“, findet auch Nejla Schmitt von der Bücherhütte Rockenhausen – ein perfektes Buch zum selbst lesen und zum verschenken. Und wer doppelt punkten will, hört auf Anissa Kahla vom Buchladen Manar in Kirchheimbolanden: „Die Obamas sind ein Ehepaar und gehören zusammen, auch literarisch. Mit Michelle Obamas „Becoming“ aus dem Jahr 2018 ist es ein tolles Doppelgeschenk: Herr Obama für die Herren, Frau Obama für die Frauen.“ Wem dann noch nicht genug von amerikanischen Präsidenten und deren Umfeld hat, kann „Zu viel und nie genug“, das Buch von Donald Trumps Nichte Mary L. Trump, draufsetzen.

Für Krimi-Fans

Nicht nur die Mimi geht ohne Krimi nie ins Bett – ein bisschen Spannung vorm Einschlafen, das mögen viele. Der fesselndste Kriminalfall oder Thriller in diesem Winter? „Das Bootshaus“ von Rachel Abbott, findet Jane Franck. Ein Krimi, wie er im Buche steht: Auf einer Hochzeitsfeier wird die Schwester des Bräutigams tot aufgefunden. Selbstmord oder gewaltsamer Tod? Das will er am ersten Todestag herausfinden – und lädt dafür die Hochzeitsgesellschaft noch einmal in das Bootshaus ein. Zu den Dauerbrennern unter den Thriller-Autoren gehört Starautor Sebastian Fitzek. Auch sein neuestes Werk „Der Heimweg“ landete wieder auf der Spiegel Bestsellerliste – und im Empfehlungskatalog der Buchhandlung Manar und der Bücherhütte. „Der ist aber wirklich nichts für schwache Nerven“, warnt Schmitt: Ein Mörder schreibt an die Hauswände seiner Opfer das Datum, an dem sie sterben werden …

Für Hobby-Historiker

Bücher basierend auf wahren Begebenheiten und historischen Ereignissen sind Ihre Favoriten? Peter Pranges „Winter der Hoffnung“ spielt im Jahr 1946, dem „Hungerwinter“, und ist ein Geheimtipp der Bücherhütte. Außerdem lohnt es sich, in Kahlas Leseempfehlung zu schmökern: „Ich bleibe hier“ von Marco Bolzanos spielt in Graun, einem südtiroler Dorf, das einem Staudamm weichen muss. Den Rechensee mit seinem Kirchturm kennen heute viele Menschen von Urlaubsreisen nach Italien. Das Buch wiederum spielt zu Zeiten Mussolinis und zeigt nicht nur das Schicksal einer Familie, die bleiben will, sondern auch die politischen Probleme der damaligen Zeit. Übrigens: Bei Netflix thematisiert „Curon“ ebenfalls diese Geschichte – die Mystery-Serie ist aber nur etwas für starke Nerven. Dann doch lieber das Buch …

Für Lokalpatrioten

Lesenswertes wird auch direkt vor unserer Haustür geschrieben. Und die Werke machen besonders Spaß, weil man immer wieder Orte entdeckt, die einem bekannt sind und die Geschichte unserer Heimat näher bringt. Franck nennt beispielsweise „Die Kaferuse“ – Reinold Rehbergers neuestes Werk spielt direkt in Rockenhausen. Ein Buch zum schmunzeln, schwelgen und tatsächlich auch: zum nachdenken – denn es geht nicht nur um eine Jugend auf dem Land, sondern auch um die Nachkriegszeit und die politische Entwicklung der Bundesrepublik.

Winnweiler und die Welt sind die Spielorte von Pfarrer Carsten Leinhäusers Biografie „Unterwegs im Auftrag des Herren“. Und mit „Pfälzer Entdecker und Pioniere“ von Ulrich Magin können wir unser Ego ein bisschen pushen und erfahren, welche vergessenen Vorreiter aus der Pfalz kommen. Außerdem legt uns Franck noch ein Erstlingswerk aus der Region ans Herz: „Domschatten“ von Ansgar Armbrust ist ein Pfalzkrimi, der auch viel Wissen zum Speyerer Dom beinhaltet.

Zu guter Letzt ein Buch, das – Fußballfan hin oder her – in jedem Pfälzischen Bücherregal stehen sollte: Die Jubiläumsausgabe von „3:2 – Deutschland ist Weltmeister. Eine Geschichte von Mut, Freundschaft und Teamgeist“ zum 100. Geburtstag von Fritz Walter. „Das ist wirklich ein super Geschenk, auch für Büchermuffel“, empfiehlt Schmitt.

Für Träumer

Beim Lesen in ferne Länder, ein anderes Leben oder frühere Zeiten fliehen und dabei vielleicht sogar ein Happy End erleben: Das ist es doch, was viele von uns an einem guten Buch schätzen. Mit „Ein Leben und eine Nacht“ hat Anne Griffin einen Roman geschrieben, der Schmitt zu Tränen gerührt und trotzdem ein hoffnungsvolles Ende habe, erzählt sie. Außerdem stecken in Elke Heidenreichs „Männer in Kamelhaarmänteln – Kurze Geschichten über Kleider und Leute“ bittersüße Kurzgeschichten, die Schmitt nur empfehlen kann.

Gute Nachrichten hat die Buchhändlerin für alle Fans von Ken Folletts „Die Säulen der Erde“: „Kingsbridge – Der Morgen einer neuen Zeit“ ist ein Prequel zu dem Erfolgsroman, erzählt sozusagen die Vorgeschichte. Einer von Kahlas liebsten Romanen ist „Der letzte Satz“ von Robert Seethaler. Porträtiert wird ein Künstler am Ende seiner Karriere, der trotz aller Widrigkeiten positiv bleibt. Wenn das nicht das Motto des Lesewinters 2020 ist …

x