Donnersbergkreis
Warum Landrat Rainer Guth sich so früh festlegt, weitermachen zu wollen
Oftmals erbeten sich Kandidaten – gerade die Amtsinhaber – bis zuletzt Bedenkzeit, ob sie denn erneut antreten wollen. Was hat Sie so früh so sicher gemacht?
Es ist ja unter dem Vorbehalt, dass ich gesund und munter bleibe – das hat man zumeist nicht selbst in der Hand. Ich habe einfach gemerkt, dass es mir viel Spaß macht, wenn man gemeinsam etwas bewegen kann. Ich wusste vorher ja auch nicht, in welche Richtung das läuft, als ich als Newcomer eingestiegen bin – nach 21 Jahren in der Industrie, wo es immer nur um die Sache geht. Aber mir zeigen die Rückmeldungen derer, die für den Kreis etwas tun wollen und nicht nur ihre lokalen Interessen in die Kreispolitik tragen wollen, dass wir noch viel erreichen können. Zudem bin ich ein Typ, der Abwechslung sucht und braucht: Und der Job als Landrat ist wirklich sehr abwechslungsreich.
Es kann ja auch eine taktische Option im Wahlkampf sein, die potenziellen Wähler auf die Folter zu spannen, ob man erneut antritt. Haben Sie sich dieser Option beraubt?
Ich bin da kein Taktiker. Es kommt, wie es kommt. Wer weiß, wie es in zweieinhalb Jahren aussieht? In Bund und Land ist viel in Bewegung, da wollte ich früh klarmachen, dass ich mich als Konstante für eine Allianz der Willigen im Kreis sehe. Wenn man seit mehreren Jahren, die alles andere als einfach waren, in der Verantwortung steht und es immer noch will, dann muss das der richtige Job sein. Und dann kann man das auch sagen.
Erwarten Sie sich von dem frühen Bekenntnis vielleicht sogar einen Vorteil? Eventuell auch als Ansage an potenzielle Herausforderer?
Wenn man sich meinen letzten Wahlkampf anschaut: Da habe ich auch nur in eigener Sache argumentiert. Daher schaue ich nicht darauf, was eventuelle andere Kandidaten tun.
Wer könnten diese sein? Was erwarten Sie?
Da habe ich mir noch nicht in der Tiefe Gedanken gemacht. Ich spreche mit allen demokratischen Fraktionen, und wer mich unterstützen will, der tut das. Ich werde in jedem Fall wieder als Einzelbewerber ins Rennen gehen. Es gibt keinen Grund, an der Unterstützer-Basis der vorherigen Wahl etwas zu ändern, aber vielleicht kommt ja noch die eine oder andere Seite hinzu. Wichtig ist es in diesen Zeiten zu zeigen, dass man dann zwar im Wahlkampf gegeneinander antreten kann, aber ansonsten schauen muss, gemeinsam alle PS auf die Straße zu bekommen und nicht in lokalen oder politischen Ecken steckenbleibt.