Donnersberger Echo
Warum Heiraten in Kirchheimbolanden künftig einfacher wird
Es ist einer jener altbekannten Schritte: mit überschaubarem Aufwand und Ertrag für die Menschheit, aber dennoch von entscheidender Bedeutung für den einzelnen. Oder in diesem Fall besser gesagt: für gleich zwei Menschen.
Weil Brautpaare, die sich im Standesamt in Kirchheimbolanden trauen lassen, an ihrem großen Tag doch sicherlich Besseres zu tun haben, als nach einem freien Parkplatz Ausschau zu halten, soll ihnen künftig ein solcher zur Verfügung gestellt werden. Auf dem unteren Parkplatz des Rathauses, auf dem bislang nur Verwaltungsmitarbeiter, Ortsbürgermeister, Ratsmitglieder und andere „berechtige Personen“, die in offizieller Funktion unterwegs sind, ihr Fahrzeug abstellen dürfen. Andere Parkplatzsuchende setzten sich, so heißt es im Antrag der CDU-Fraktion im Verbandsgemeinderat, „der Gefahr aus, gebührenpflichtige Verwarnungen zu erhalten, wenn sie unberechtigt dort parken“.
Und mal ehrlich, das wäre mehr als ärgerlich, gerade weil doch die Flitterwochen anstehen. Dem Ehepartner in spe zu gestehen, dass diese wegen des durch wiederholtes Falschparken geschröpften Familienkontos nur in ein viertklassiges Motel an der A3 in Nordrhein-Westfalen führen werden – kein guter Start ins Eheglück. Wen also sollte man zum berechtigen Parker erklären, wenn nicht die beiden Herzen, die beschlossen haben, ihren Lebensweg gemeinsam zu beschreiten, sobald sie das Standesamt verlassen und ihr Auto wieder aus der Parklücke gesteuert haben?
Oftmals müssten sich die Liebenden einen Parkplatz „in der näheren oder weiteren Umgebung suchen“, sei doch auch der Parkstreifen in der Neuen Allee oft belegt, heißt es in dem Antrag weiter. Nun aber – da die Fahrzeuginsassen eine viel wichtigere Suche ja bereits beendet haben – soll auch die lästige, manchmal von hektischen Blicken auf die Uhr begleitete Parkplatzsuche vorbei sein. Denn mit seinem Beiboot auf vier Rädern kann das Paar künftig auf den Parkflächen der Behörde ankern, bevor es dann seelenruhig und tiefenentspannt in den Hafen der Ehe einläuft.
Vermutlich war es auch den Ratsmitgliedern klar: Eine Parkplatzsuche unter Zeitdruck könnte ein junges Glück schon zu einem solch frühen Zeitpunkt auf eine harte Probe stellen. „Da, eine Lücke“ – „Nee, ist eine Einfahrt“. „Nehmen wir den da“ – „Nein, so weit will ich nicht laufen“. „Die Lücke ist zu klein“ – „Und du hast wohl ein eingebautes Metermaß“. „Wenn du nicht gleich was findest, verpassen wir unseren Termin“ – „Wäre wohl auch besser so“ ... hässliche Szenen, die kein Mensch an seinem großen Tag brauchen kann. Und so ist es wenig verwunderlich, dass der Verbandsgemeinderat den Antrag einstimmig angenommen hat. Und somit vielen weiteren – für jeweils zwei Menschen viel bedeutenderen – Anträgen ein Hindernis aus dem Weg geräumt hat.