Donnersbergkreis Warnstreiks ab Anfang Mai möglich

Placeholder-Image

Die IG Metall Ludwigshafen-Frankenthal zieht mit dem bisherigen Führungsduo Günter Hoetzl (Erster Bevollmächtigter und Barbara Jantowski (Zweite Bevollmächtigte) in die kommende Tarifrunde. Die Delegierten aus dem Organisationsbereich der Geschäftsstelle wählten sie und 13 Beisitzer am Mittwoch in der Halle des TSV Eppstein.

Die anstehende Tarifrunde 2016 sei eine reine Entgelttarifrunde, sagte Hoetzl. Nach langer Diskussion habe man sich auf eine Forderung von fünf Prozent festgelegt, erläuterte der Erste Bevollmächtigte. Dies sei betriebs- und volkswirtschaftlich vertretbar. „Wir haben uns auf die Tarifrunde gut vorbereitet“, sagte Hoetzl. Man habe neue Aktionsformen überlegt und eine Streikschulung gemacht. Die Arbeitgeberseite sei in der ersten Verhandlungsrunde am 16. März zu keinem vertretbaren Diskussionsangebot bereit gewesen. Zur zweiten Verhandlungsrunde am 15. April ist eine Aktion vor dem Verhandlungslokal geplant. „Wir wollen so viele Kollegen wie möglich mobilisieren“, erklärte Hoetzl, um vor dem Hotel in Darmstadt Präsenz zu zeigen. Gebe es dort kein akzeptables Ergebnis, werde man am 4. Mai zur ersten Warnstreikwelle aufrufen. Alle Betriebe und alle Schichten sollten einbezogen werden. Neu sei eine dritte Warnstreikwelle mit Tages- bis 24-Stunden-Streiks. Eine mögliche Urabstimmung sei vom 23. bis 25. Mai möglich, ab 30. Mai ein Streik. In ihrem Geschäftsbericht zeichneten Günter Hoetzl und die Gewerkschaftssekretäre Mathias Franz und Birgit Mohme das Bild einer gut aufgestellten Organisation. Die bisherige „Verwaltungsstelle“ wird nun unter der Bezeichnung Geschäftsstelle geführt. Hoetzl, der auch die Position der Kassierers bekleidet, informierte über erfolgreiche Mitgliederwerbeprojekte. In fünf größeren Betrieben des Organisationsbereichs der Geschäftsstelle konnten seit 2013 über 300 neue Mitglieder gewonnen werden. Der aktuelle Mitgliederstand belaufe sich auf 9972. „Wir kämpfen um die 10.000“, sagte Hoetzl. Für 2015 verzeichne man ein Mitgliederplus von 265, 2016 könne man bisher 96 Neuaufnahmen vermelden. Die Gewinn- und Verlustrechnung weise für 2015 ein Defizit von 37.976 Euro, aktuell im laufenden Jahr von 16.104 Euro aus. Das sei den hohen Agitationskosten des letzten Jahres geschuldet, wo bei Halberg in Ludwigshafen und Siemens in Frankenthal die Auseinandersetzungen um die Arbeitsplätze zu Buche schlugen. Hoetzl zeigte sich zuversichtlich. „Wir sind auf einem positiven Weg“, urteilte er. Wenn der Mitgliederzuwachs anhalte, sei er sich sicher, das Ortskassenvermögen von 250.000 Euro halten zu können. Rüdiger Stein, DGB-Regiongeschäftsführer Vorder- und Südpfalz, warb für eine Demo gegen den Missbrauch von Leiharbeit und Werkverträgen am Samstag, 8. April, in München. Ein Bus fahre ab Frankenthal (4.30 Uhr), Ludwigshafen (5 Uhr) und Speyer (5.30 Uhr). Ein weiterer Bus fahre von Haßloch über Landau und Wörth. Kontakt: Rüdiger Stein, Telefon 0621 518018, E-Mail ludwigshafen@dgb.de. (enk) VORSTAND Der Vorstand der IG-Metall-Geschäftsstelle Ludwigshafen-Frankenthal besteht neben dem Ersten Bevollmächtigten Günter Hoetzl und seiner Stellvertreterin Barbara Jantowski aus 13 Beisitzern: Andrea Borcherts (PFW Aerospace), Thomas Brunck (Gienanth), Christina Domke (Sensus), Wladislaw Druzinin (Borg Warner), Karl-Georg Frantz (Siemens), René Klotz (KSB), Andreas Rennig (Vögele), Ralf Schwind (KBA), Andreas Stangret (Staehle), Peter Thoni (Borg Warner), Torsten Weigand (Drahtzug Stein), Gabriele Weil (TE Connectivity) und Gerhard Weis (Mann und Hummel)

x