Donnersbergkreis Wandelndes Kaffee- Service und FC Torlos
Bundestagswahl und 70. Kerwe-Jubiläum: In Gundersweiler war mächtig was los am vergangenen Sonntag. In einer Beziehung haben die „Ochse“ auf jeden Fall die richtige Wahl getroffen: „Kerwevadder“ Mirco Kolter überzeugte bei seiner zweiten Rede mit einem guten Gespür für die Pointen, sein Mundschenk Bastian Steer bewies in Sachen Lautstärke enormes Stehvermögen. Beim aus acht „Nummern“ bestehenden Umzug haben der Sportverein und die Straußjugend den Ton angegeben.
Die äußeren Bedingungen mit milden Temperaturen und reichlich Sonne waren ideal – rund 250 Besucher waren an die Gemeinschaftshalle gekommen, um die Kerwerede zu hören. Diese war gespickt mit amüsanten „Schtickelscher“ – beispielsweise jenes von einem Gundersweilerer Bauherrn, der sich seinen Traum vom eigenen Häuschen erfüllen wollte. Wie das so oft der Fall ist, stellte er jedoch gegen Mitte der Baumaßnahme fest, dass „am End vum Kredit noch e bissje Baustell über bleibt“. Per Internet-Video schulte der Mann daraufhin zum Fliesenleger um. Als er das Fugenmittel angerührt und aufgetragen hatte, stellte er aber nach einiger Zeit fest, dass dieses immer noch nicht fest geworden war. Beim nochmaligen Blick auf die Verpackung war schnell klar, dass es sich statt Fugenmittel doch um Fugenkleber gehandelt hatte. Für Erheiterung sorgte auch der Mann, der sich ein Wohnmobil gekauft hatte. Allerdings fehlte ein Unterstand – kurzerhand wurde eine Grube ausgekoffert, um einen Carport zu bauen. Da dem Mann das Fundament nicht tief genug sein konnte, traf man plötzlich auf ein Kabel mit Telefonhörer-Symbol. Dies wiederum sorgte bei den Bewohnern am „Hebbel“ für Unmut, da plötzlich die Leitungen tot waren. Das Resümee des Bauherrn: „Was ich beim Bau gespart hab, kann ich jetzt de Telefonfirma in de Rache schmeiße.“ Zuvor hatte sich ein kleiner, aber feiner Lindwurm durch den Ort geschlängelt. Die SVG-Fußballer haben das Erreichen der Champions League bis 2025 als Ziel ausgegeben – untermalt mit dem Motto: „Geil, Geiler, Gundersweiler.“ Aus Leibeskräften sangen auch die Organisatoren des Straßenturniers, die auf ihre Fahne geschrieben hatten: „FC Torlos ist dabei.“ Die Bambini wiederum sind auf der Suche nach ihrem künftigen Trainer und rührten mit dem Slogan „Mir sinn jung und wild und suchen jemand, der uns drillt“ kräftig die Werbetrommel. Ein Hingucker waren die SVG-Frauen, die in der Mitte des Umzugs als „Kaffeeservice“ flanierten und auf ihrem Schild verkündeten: „Die Kerb is 70 Johr! Mir dun ach immer was defor. Is das se fasse? Hoch die Tasse.“ Der „Gunderschwillrer Ochse-Partei“ (GOP) gelang eine humorvolle Verbindung von Bundestagswahl und dem 70. Kerwe-Jubiläum. Die Kerwejugend präsentierte vor ihrem „Straußborsch-Express“ stolz den Kerwestrauß. Lautstark unterstützt wurden sie von den Kollegen aus Schneckenhausen, Dörnbach, Höringen und Gehrweiler.